Mit Keramikbremse: Das Sondermodell des Mercedes-Benz CL 55 AMG

Vor 20 Jahren: Der CL 55 AMG "F1 Limited Edition" kommt

Mit Keramikbremse: Das Sondermodell des Mercedes-Benz CL 55 AMG: Vor 20 Jahren: Der CL 55 AMG "F1 Limited Edition" kommt
Erstellt am 13. Februar 2020

So besonders die CL 55 AMG "F1 Limited Edition" war, so teuer war sie auch. Der Preis für dieses Sondermodell lag damals bei 330.000 DM. Der Grund liegt wohl darin, dass von diesem limitierten Modell nur 55 Stück gebaut wurden. Für Kraft sorgte beim CL 55 AMG "F1 Limited Edition" ein 5,5 Liter V8 mit 360 PS. Im Innenraum gibt es Sitze mit optimierter Seitenführung, ein AMG-Sportlenkrad mit perforiertem Lederbezug, Zierblenden aus Karbonfaser und ein “F1 Limited Edition-Schriftzug“ auf der Mittelkonsole mit fortlaufender Nummerierung. Richtig besonders macht den CL 55 AMG "F1 Limited Edition" aber der Fakt, dass dieses Coupé weltweit als erstes Serienfahrzeug mit Keramikbremsen ausgerüstet war.

Von 0 auf 100 km/h in 6 Sekunden

Der "normale" CL 55 AMG (nicht als Sonderedition) wurde im November 1999 als bis dato sportlich-exklusivste Version der CL‑Klasse entwickelt. Die Tuningschmiede AMG verpflanzte in den CL 55 den V8-Motor M 113 E 55 mit 5439 Kubikzentimeter Hubraum und 265 kW (360 PS) Leistung.

Der CL 55 AMG nahm als besonders sportliche Variante eine Ausnahmestellung unter den Luxus-Coupés ein. Er beschleunigte von 0 auf 100 km/h in 6 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit betrug 250 km/h (elektronisch abgeregelt). Auf Kundenwunsch war der CL 55 AMG auch ohne Geschwindigkeitslimitierung zu haben. Sein optischer Auftritt konnte dem sportlichen Charakter des Fahrzeugs noch stärker angepasst werden: Auf Wunsch war ein dezent integriertes, aber dennoch ausdrucksstarkes AMG-Styling erhältlich, das überarbeitete Front- und Heckschürzen sowie neue Seitenschweller einschloss.

Das steckt drin im "normalen" CL 55 AMG

Die ebenso auf Wunsch erhältlichen 19-Zoll-AMG-Leichtmetallfelgen im exklusiven Fünf-Speichen-Design boten nicht nur einen optischen Blickfang, sondern optimierten zusätzlich die fahrdynamischen Qualitäten und verbesserten zudem die Belüftung der Bremsscheiben. Die gesamte Bremsanlage stammte vom 12-Zylinder-Coupé CL 600. Zur serienmäßigen Ausstattung des Mercedes‑Benz CL 55 AMG zählten weiterhin AMG-Kombi-Instrument mit 320 km/h-Skala, eine AMG-Abgasanlage und eine sportliche Getriebeabstimmung.

Beim Fahrwerk verzichteten die Ingenieure der Mercedes-AMG GmbH allerdings ganz bewusst auf technische Eingriffe, denn das aktiv geregelte Fahrwerk Active Body Control ABC des Serienmodells bildete einen Meilenstein auf dem Gebiet der Fahrdynamik und des Fahrkomforts. Kurven umrundete jeder Typ der CL‑Klasse mit stark verminderter Seitenneigung und bot so bei schnellen Ausweichmanövern ein deutlich höheres Sicherheitsniveau als Automobile mit konventioneller Fahrwerkstechnik.

Der CL 55 AMG „F1 Limited Edition" mit Keramik-Bremse kommt

Im Sommer 2000 erschien der Mercedes-Benz CL 55 AMG „F1 Limited Edition" als besonders exklusive Kleinserie. Dieser Typ war das weltweit erste Automobil mit Straßenzulassung, das durch eine besonders leistungsfähige Keramik-Bremsanlage verzögert wurde. Die Mercedes-Benz Ingenieure hatten für das Hochleistungs-Coupé innen belüftete Bremsscheiben aus faserverstärkter Keramik entwickelt. Vorbild für das Sondermodell war das CL 55 AMG Safety Car in der Formel 1 gewesen.

Die Keramik-Bremsscheiben wurden im Daimler-Werk Esslingen-Mettingen bei Stuttgart aus Kohlefaser, Kohlepulver und Harz unter hohem Druck in Form gepresst und dann bei 1000 Grad Celsius gebacken. Nach der Abkühlung erhielten die Bremsscheiben eine kurze mechanische Bearbeitung, bevor sie mit flüssigem Silizium behandelt wurden. Die Kohlenstoff-Matrix saugte das Silizium dabei wie ein Schwamm auf und reagierte zur Keramik.

Wer bremst, gewinnt!

Bei einer Vollbremsung aus Höchstgeschwindigkeit erbrachten die Keramikbremsen eine Bremsleistung von rund 1471 kW (2000 PS). Die Vorteile der bei Serienfahrzeugen völlig neuartigen Technologie lag außerdem im deutlich geringeren Gewicht der Bremsscheiben. So wog jede Scheibe rund 60 Prozent weniger als die Stahlausführung. Die spürbare Reduzierung der ungefederten Massen bedeutete ein Plus an Fahrdynamik und Fahrspaß. Mit der Keramik-Bremse bewies Mercedes-Benz erneut seine weltweite Führungsrolle bei der Entwicklung zukunftsweisender Technologien im Automobilbau.

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