Ein Mercedes-Benz 500 SEC geht abwärts

Sub & optimal: 87er Mercedes Coupé C126 ist dem Untergang geweiht

Ein Mercedes-Benz 500 SEC geht abwärts: Sub & optimal: 87er Mercedes Coupé C126 ist dem Untergang geweiht
Erstellt am 28. Februar 2020

Wer als MIB nach höherem Streben will, ist zuweilen gut beraten, ganz unten anzufangen und in Bodennähe sein Autoglück zu finden. So hat es Patrick Kuba gemacht. Und der 24-Jährige hat recht daran getan, wie die einwandfreie Positionierung seines per Eigenbau-Luftfahrwerk versenkten Mercedes-Benz 500 SEC C126 bezeugt.


Mit einem Mercedes groß rauszukommen und mehr Aufmerksamkeit für sein Fahrzeug zu gelangen, ist nicht immer eine Frage von PS, Bling-Bling, ordentlich Brumm und reichlich Drum & Dran. Manchmal genügt einfach nur ein ikonischer Stern mit weniger Bodenfreiheit. Das jedenfalls ist das Erfolgsrezept von Patrick. Der gelernte Autoverkäufer sorgt mit seinem Mercedes-Benz 500 SEC "Lowrider" dafür, dass der Funke der Begeisterung bei vielen Mercedes-Fans und den Freunden schöner Automobile sofort überspringt.

Im Rückspiegel: Mercedes-Benz Baureihe C126

Auf der Frankfurter IAA im September 1981 wurde mit den Typen 380 SEC und 500 SEC eine Coupé-Variante der Baureihe 126 präsentiert, die als Nachfolger der seitherigen SLC-Modelle fungierte. Die neue Coupé-Generation basierte konzeptionell nun wieder auf der S-Klasse-Limousine und nicht mehr, wie ihr direkter Vorläufer, auf einem SL-Modell. Das Fahrwerk entsprach bis auf Detailänderungen den zugrundeliegenden Limousinen. Auch die Bodengruppe stammte prinzipiell von der Limousine, war aber um 85 mm gekürzt worden. Der Radstand lag damit 30 mm über dem Wert der Vorgängermodelle, und der Fahrgastraum war, auch in der Breite, merklich geräumiger als bei den SLC-Typen.


Das Design der neuen Coupés orientierte sich ebenfalls an den Viertürern, verwendete aber, gewissermaßen als Relikt der SLC-Episode, den SL-typischen horizontalen Kühlergrill. Im September 1985 kamen umfangreichere Modellpflegemaßnahmen zum Einsatz. Neben einer dezenten Karosseriekosmetik, die primär die Stoßfänger, den Flankenschutz und die Räder betraf, stand vor allem eine Umstrukturierung der Motorenpalette im Vordergrund. Ab September 1986 gehörte der geregelte Katalysator bei allen Mercedes-Benz Pkw-Modellen mit Otto-Motor zur Serienausstattung. Im September 1987 wurden leistungsgesteigerte Varianten aller V8-Motoren eingeführt.

Das B-Säulenlose S-Klasse Coupé avancierte zum Kassenknüller. Als die Baureihe Ende 1991 eingestellt wurde, bezeugte die beachtliche Zahl von 74.060 gebauten Exemplaren den hohen Beliebtheitsgrad der Modellfamilie. Besonders gern genommen: der Mercedes-Benz 500 SEC. Von diesem Typ wurden 30.184 Exemplare produziert.

Coupé mit Stil & Chic

Für nicht wenige auch außerhalb des Mercedes-Benz-Fahrerlagers zählen die Coupés der Baureihe C126 zu den gelungensten, attraktivsten und sehenswertesten Oberklasse-Coupé-Kreationen aller Zeiten. Der Mercedes-Benz SEC ist zweifellos eine Stil-Ikone. Seinem Reiz konnte sich auch Patrick nicht entziehen.

Stattlich & souverän

Der große Sportwagen mit Stern wirkt bis heute stattlich und souverän. Viel Drum & Dran braucht es nicht, um das schicke Coupé besser dastehen zu lassen. Eine AMG-Abgasanlage, welche den 252 PS starken 5-Liter V8 markant zu Gehör bringt, gehört bei diesem Fahrer/Fahrzeuggespann allerdings zu einem Must-have.

Es geht abwärts

Der größte Beitrag zu mehr Hinguckerausbeute ist ein Weniger bei der Bodenfreiheit. Kommt der Wagen in Parkposition, dann wird er nämlich per Eigenbau-Luftfahrwerk, dessen Auf und Ab von einem Airlift-Performance-3P-Controller gesteuert wird, auf beachtliche Weise in Bodennähe bugsiert. Ist die Karosserie unten angekommen, dann entdeckt das Äuglein des Betrachters sogleich, dass das Felgenhorn der AMG Aero 3 in 10 x 17 VA und 11,5 x 17 HA über die vergleichsweise schmal gewählte 215/40er bzw 225/35er Bereifung hinaussteht. Das ergibt vor allem an der Hinterachse ein interessantes Bild, da das Felgenhorn auch leicht vor dem geweiteten Radlauf steht.

Darf es etwas extra sein?

Zum etwas anderen Setup von Patricks Mercedes-Benz 500 SEC gehört noch ein Upgrade des Innenraums. Als Mercedes-Fans.de den C126 fotografierte befand sich eine beigefarbene Innenausstattung sowie vom CLK 55 AMG Lenkrad, Schalthebel und Pedale an Bord. Der Innenraum könnte allerdings derweil etwas anders ausschauen, denn das Perfektionieren des Interieurs stand auf Patricks To-Do-Liste ganz oben.

Bildergalerie: Mercedes-Benz 500 SEC (C126) 23 Bilder Fotostrecke | Ein Mercedes-Benz 500 SEC geht abwärts: Sub & optimal: 87er Mercedes Coupé C126 ist dem Untergang geweiht #01 #02

Mercedes-Fans Technische Daten

Fahrzeugtyp: Mercedes-Benz SEC 500 (C126)
Baujahr: 1987
Motor: V8-Motor, Hubraum: 4.973 ccm, Leistung: 252 PS, AMG-Abgasanlage
Getriebe: Automatik
Bremsen: Original
Räder: AMG Aero 3 in 10 x 17 VA und 11,5 x 17 HA
Reifen: 215/40 R17 vorn und 225/35 ZR 18 hinten
Fahrwerk: Eigenbau-Luftfahrwerk, gesteuert über Airlift-Performance 3P, Bilstein-B6-Dämpfer
Karosserie: Radläufe bearbeitet
Innenraum: beigefarbenes Lederinterieur, Schalthebel, Pedale und Lenkrad vom CLK 55 AMG

 

3 Kommentare

  • amigo

    Amigo

    Echt Klasse,gerade mit H Kennzeichen.
  • Mercedes-Fans.de

    Mercedes-Fans.de

    Hallo WDB201, da haben wir sogar schon ganz oft drüber nachgedacht. Auch wir streiten oft über die Frage, ob es Klassiker gibt, die man nicht tunen darf oder ob es nicht sogar Klassiker gibt, die durch Tuning erst wieder interessant werden? So schön ein 30 PS VW Käfer Ovali mit Seilzug-Bremsen auch ist, mit einen 80 PS-Motor, gescheiten Bremsen und angepasstem Fahrwerk, kann man sich damit sogar wieder auf die Autobahn trauen. Tuning - vor allem von Youngtimern und Oldtimern - ist oft ein schmaler Grat. Grundsätzlich akzeptieren die Prüfstellen zeitgenössisches Tuning, oder Tuning, das selbst schon 20 bzw. 30 Jahre alt ist. Wir leben mittlerweile im Jahr 2020 und Airride-Fahrwerke zum Nachrüsten hat es Ende der 90er bereits gegeben. Ein W108 300 SEL hat das sogar in den Sechzigern schon serienmäßig an Bord gehabt. Nur nicht variabel regulierbar. Die Frage, ob historisch korrekt getunt oder nicht, sollten wir letztlich nicht an ein paar Zentimeter Tiefgang festmachen. Oder am persönlichen Geschmack. Hier noch ein anderer Aspekt: der Stil klassische Karossen mit großen Rädern zu kombinieren, gefällt oft der jüngeren Generation. Wenn die nun auf diese Weise die Klassiker für sich entdecken, muss das nicht unbedingt schlecht sein. Beispiel der schwarze 190 SL von Edelweiss Customs, der auch jüngeren Auto-Fans den 190 SL nahegebracht hat, für den sie sich vorher nicht interessiert haben. Und schon wird aus dem 190 SL ein sehr lebendiges Stück Kulturgut. Aber am Ende ist es alles eine Geschmacksfrage.
  • WDB201

    WDB201

    Genau wegen diesen Leuten werden die H und 07er Anforderungen immer weiter verschärft. Egal wie gut sie aussehen, das hat nichts mehr mit Kulturgut zutun. Denkt mal darüber nach Mercedes Fans.

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