Update vom 05.04.2026: Erfolg beim Stellenabbau auf Kosten der Unternehmenskultur?
Die Mercedes-Benz Group zieht eine positive Bilanz ihres massiven Abfindungsprogramms: Rund 5.500 Beschäftigte haben das Unternehmen bis April 2026 verlassen, berichtet das Handelsblatt. Während das Mercedes-Management diese Zahl als wichtigen Meilenstein zur Senkung der Fixkosten feiert, hinterlässt der Prozess offenbar tiefe Risse in der Belegschaft. Die Stimmung bei den Mitarbeitern soll historisch schlecht sein, heißt es.
Ein rechnerischer Erfolg
Aus Sicht der Konzernleitung wird das Abfindungsprogramm als Erfolg angesehen. Mit einem Budget von bis zu zwei Milliarden Euro sei es gelungen, den Personalbestand in den indirekten Bereichen (das ist vor allem die Verwaltung) schneller zu reduzieren als ursprünglich prognostiziert.
Freiwilligkeit als Streitpunkt
Doch der Preis für diesen Erfolg ist hoch. Berichte über blockierte Wechselwillige werfen einen Schatten auf das Image des „sozialverträglichen“ Abbaus. Experten, die das Unternehmen mit einer Abfindung verlassen wollten, erhielten laut Medienbericht oftmals eine Absage, da ihr Know-how als unverzichtbar gilt. Gleichzeitig soll in anderen Abteilungen durch gezielte „Zweitgespräche“ psychologischer Druck aufgebaut worden sein, um Mitarbeiter zur Unterschrift zu bewegen. Dieses Vorgehen habe das Betriebsklima merklich eingetrübt.
Keine Frage: Das Ziel, die Belegschaft in indirekten Bereichen deutlich zu reduzieren, hat Mercedes-Benz zügig erreicht. Einerseits. Andererseits: Trotz der 5.500 Abgänge signalisiert das Management, dass die Einsparungen noch nicht ausreichen und das Sparprogramm möglicherweise weiter "nachgeschärft" werden muss. Immerhin: Wer nicht freiwillig weichen will, genießt beim Stern einen gewissen Schutz vor einer betriebsbedingten Kündigung. Der Betriebsrat konnte nämlich eine Verlängerung der Beschäftigungssicherung bis Ende 2034 aushandeln.
Artikel vom 18.10.2025: Medienbericht: Rund 4.000 Mitarbeitende nehmen Abfindung
Mercedes-Benz will sparen. Auch an Personal. Bis 2027 sollen fünf Milliarden Euro eingespart werden, davon etwa eine Milliarde durch Personalabbau. Da die Beschäftigten in Deutschland bis Ende 2034 vor Kündigungen geschützt sind, macht Mercedes.Benz ihnen Abfindungsangebote, damit sie freiwillig gehen. Die Offerte fällt zuweilen üppig aus. Bis zu 500.000 Euro sind für trennungswillige Mitarbeiter als Abfindung möglich. Wie das Handelsblatt berichtet, hätten schon 4.000 Mercedes-Benz-Beschäftigte das Abfindungsangebot angenommen. Das Abfindungsprogramm laufe damit über den Erwartungen, sagte ein Mercedes-Top-Manager dem Handelsblatt.
Artikel vom 24.04.2025: Setzt man bei Mercedes-Benz Mitarbeiter unter Druck?
Mercedes-Benz bietet im Rahmen seines Sparprogramms großzügige Abfindungen an, um freiwillige Kündigungen zu fördern. Bis zu 500.000 Euro soll den Trennungsschmerz lindern. Während Mercedes-Benz sein Vorgehen als sozialverträgliche Maßnahme darstellt, gibt es laut eines Berichts der WirtschaftsWoche Hinweise auf Unzufriedenheit und Kritik innerhalb der Belegschaft, die darauf hindeuten, dass Mercedes-Benz auch Druck aufbauen würde, um Mitarbeiter zum Verlassen des Unternehmens zu bewegen. Denn Mitarbeiter, die nicht gehen wollen, haben gute Karten: Laut Vereinbarung mit dem Betriebsrat sind bei Mercedes-Benz nämlich betriebsbedingte Kündigungen bis 2034 ausgeschlossen.
Ab dem 28. April plant Mercedes-Benz, rund 40.000 Beschäftigte im indirekten Bereich per E-Mail über ein Abfindungsprogramm zu informieren. Im Rahmen dieses freiwilligen Programms können Mitarbeiter entscheiden, ob sie das Angebot annehmen oder im Unternehmen verbleiben. So weit. So gut. Aber nur auf Freiwilligkeit setzt die Konzernleitung nicht. Laut einem internen Schreiben, von dem WirtschaftsWoche berichtet, seien sind im Anschluss an die E-Mails Informationsveranstaltungen sowie individuelle Gespräche mit Führungskräften vorgesehen. Diese Gespräche sollen, wie berichtet wird, die „Ausgeguckten“ nicht mit ihren direkten Vorgesetzten führen, weil man „emotionale Konflikte vermeiden wolle“. Mit anderen Worten: Bitten. Betteln. Tränen und persönliche Bekanntschaft werden den Betroffenen nicht helfen, wenn man sie in den Gesprächsformaten in Sachen „Abfindung und freiwillige Kündigung“ gewissermaßen in die Zange nimmt.
Obwohl betriebsbedingte Kündigungen bis 2034 ausgeschlossen sind, soll laut einem Bericht der WirtschaftsWoche implizit Druck auf die Mitarbeitenden ausgeübt werden. So werde ihnen in manchen Fällen signalisiert, dass ihre Stelle künftig wegfalle und ein vergleichbares Angebot nicht mehr gemacht werde, sagte der WirtschaftsWoche ein Anwalt, welcher Mercedes-Mitarbeiter in dieser Sache vertritt.
Artikel vom 21.03.2025: Wer freiwillig geht, kann bis zu 500.000 € erhalten
Mercedes-Benz will sparen. Um 5 Milliarden Euro will der Stern die Kosten bis 2027 drücken. Das Ziel soll auch mit Personalabbau - vor allem in der Verwaltung - erreicht werden. Doch wer will als Beschäftigter in Zeiten einer eher schlechten Wirtschaftslage dem Stern schon den Rücken kehren und seinen gutbezahlten Job aufgeben. Bleiben ist Silber. Gehen ist Gold bzw. Geld, denn einen etwaigen Trennungsschmerz will Mercedes-Benz den Abschiedswilligen mit einem üppigen Abfindungsangebot, von dem das Handelsblatt berichtet, versüßen: Wer dem Stern freiwillig Adieu sagt, kann bis zu 500.000 Euro einstreichen.
Mercedes-Benz plant, bis 2027 Kosten in Höhe von fünf Milliarden Euro zu senken. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt das Unternehmen auf Einsparungen, Effizienzsteigerungen und Jobabbau. 20.000 Stellen will man weltweit streichen. Das Rodungsgebiet wird vor allem die Verwaltung sein. Doch im Konzern sind Mitarbeiter vor Kündigung aus Kostengründen weitgehend geschützt. Gemäß einer Betriebsvereinbarungen sind betriebsbedingte Kündigungen bei Mercedes-Benz bis Ende 2034 ein No-Go. Also hat man in der Konzernspitze entschieden, den freiwilligen Abschied mit einem neuen Abfindungsprogramm schmackhaft zu machen.
Laut Informationen aus Unternehmenskreisen, über die das „Handelsblatt“ berichtet, bietet Mercedes-Benz langjährigen Mitarbeitern hohe Abfindungssummen, die sich teils auf sechsstellige Beträge belaufen. Beschäftigte haben im firmeneigenen Intranet bereits die Möglichkeit, eine erste Abschätzung ihrer potenziellen Abfindung zu berechnen.
Das sogenannte „Next Level Performance“-Programm (NLP), das im April startet und bis März 2026 läuft, richtet sich vornehmlich an Verwaltungsangestellte. Wer gehen will, wird reich für seinen Abgang entschädigt: In bestimmten Fällen können Abfindungen von bis zu 500.000 Euro ausgezahlt werden, heißt es in dem Bericht des Handelsblattes. So könnte beispielsweise ein 55-jähriger Teamleiter mit 30 Jahren Betriebszugehörigkeit und einem monatlichen Bruttoeinkommen von 9000 Euro mit über einer halben Million Euro rechnen. Eine 45-jährige Sachbearbeiterin mit 20 Dienstjahren und einem Gehalt von 7500 Euro brutto würde für ihr Ausscheiden aus der Mercedes-Benz Group AG laut den Berechnungen des „Handelsblatt“ mit gut 300.000 Euro von Mercedes-Benz „belohnt".
Übrigens: Bei der letzten „freiwilligen Kündigungswelle“ 2000/2001 erhielten die kündigungsbereiten Beschäftigten ebenfalls einen goldenen Handschlag. Damals waren bis zu 400.000 Euro je nach Betriebszugehörigkeit und Gehaltsstufe drin. Von diesem Angebot sollen seinerzeit über 3.500 Mercedes-Mitarbeiter Gebrauch gemacht haben.
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1 Kommentar
Egide aus belgien
6. April 2026 20:50 (vor 9 Tagen)
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