Mercedes-Benz Classic bei der Silvretta Classic Rallye Montafon 2018

Großes Aufgebot: Acht ALL TIME STARS gehen an den Start

Mercedes-Benz Classic bei der Silvretta Classic Rallye Montafon 2018: Großes Aufgebot: Acht ALL TIME STARS gehen an den Start
Erstellt am 29. Juni 2018

Mit gleich vier Sportwagen der SL-Reihe tritt Mercedes-Benz bei der Silvretta Classic Rallye Montafon 2018 vom 5. bis 7. Juli 2018 an. Vier weitere Klassiker mit Stern vervollständigen das Aufgebot. Besonders viel Aufmerksamkeit wird sicherlich ein roter 300 SL „Gullwing“ (W 198) erhalten: Magnus Walker wird am Steuer sitzen, „Urban Outlaw“, Modeschöpfer, Sportwagensammler und Autor. Während der Rallye über Alpen-Traumstraßen in Österreich, der Schweiz und Liechtenstein feiert Walker seinen 51. Geburtstag.

Stuttgart. Die Sportlichkeit steckt sämtlichen Mercedes-Benz SL-Generationen in den Genen. Das haben die Fahrzeuge von Anfang an mit Motorsporterfolgen bewiesen. Zur Silvretta Classic Rallye Montafon erinnert Mercedes-Benz Classic an diese Tradition mit vier ganz unterschiedlichen Sportwagen: einem 300 SL „Gullwing“ (W 198), der Rennsportversion des 190 SL (W 121), einem 230 SL (W 113) im Stil des Rallyefahrzeugs von Eugen Böhringer aus den frühen 1960er-Jahren sowie einem 500 SLC Coupé (C 107). Insgesamt startet die Stuttgarter Marke mit acht Klassikern aus der unternehmenseigenen Sammlung und von ALL TIME STARS, dem Fahrzeughandel von Mercedes-Benz Classic.

Die Geburt der SL-Tradition aus dem Geist des Rennsports markiert der 300 SL „Gullwing“ (W 198). Das Flügeltür-Coupé hat 1954 Premiere. Abgeleitet vom 300 SL Rennsportwagen (W 194) des Jahres 1952, gilt die Serienausführung damals als Supersportwagen. Zu den Motorsporterfolgen des „Flügeltür-Coupés“ gehört unter anderem der Klassensieg bei der 1000 Miglia 1955. Bei der Silvretta Classic Rallye Montafon 2018 geht der Modeschöpfer,

Sportwagensammler und Autor Magnus Walker in einem schwarzen 300 SL an den Start. Das ist eine Sternstunde im besten Wortsinn. Denn berühmt ist der Wahl-Kalifornier und „Urban Outlaw“ Walker als Porsche-Fan.

Der Rennfahrer und Mercedes-AMG Markenbotschafter Karl Wendlinger startet mit einem Mercedes-Benz 190 SL (W 121) in Rennsportausführung zur Silvretta Classic. Das Fahrzeug orientiert sich an der seltenen Rennversion des 190 SL aus dem Jahr 1955 mit scheibenlosen Aluminiumtüren, verkleinerter Windschutzscheibe und weiteren Modifikationen.

Aus den 1960er-Jahren stammt der 230 SL (W 113). Der von den Fans umgangssprachlich „Pagode“ genannte Sportwagen erinnert an den legendären Sieg von Eugen Böhringer auf einem Fahrzeug dieses Typs bei der Langstreckenrallye Spa–Sofia–Lüttich 1963. Ein Jahr später erreicht Eugen Böhringer Platz 3.

Christian Boucke, Leiter von Mercedes-Benz Classic, fährt die Rallye mit einem Mercedes-Benz 500 SLC (C 107). Der lediglich von 1980 bis 1981 gebaute 500 SLC ist das Topmodell der auf den SL-Roadstern der Baureihe R 107 basierenden Coupés. Das Fahrzeug steht bei der Silvretta Classic auch für die Rallyeerfolge, die Mercedes-Benz mit verschiedenen Typen der Baureihe C 107 Ende der 1970er-Jahre erzielt.

Fahrzeuge aus mehr als sechs Jahrzehnten

Zwei ganz unterschiedliche Mercedes-Benz Hochleistungssportwagen sind der SSK (W 06) aus dem Jahr 1928 und der E 60 AMG von 1994. Rennfahrer und Mercedes-Benz Classic Markenbotschafter Jochen Mass ist an Bord des legendären Kompressor-Sportwagens SSK bei der Silvretta Classic Rallye Montafon unterwegs. Das Fahrzeug gehört zur Familie der „weißen Elefanten“ (Typen S, SS, SSK und SSKL). Mit diesen Supersportwagen der späten 1920er- und der frühen 1930er-Jahre ist Mercedes-Benz damals im Rennsport überaus erfolgreich. Gleichzeitig sind diese Typen als sportliche Fahrzeuge für anspruchsvolle Kunden beliebt.

Sechs Jahrzehnte später erscheint der E 60 AMG als Topmodell der Mercedes-Benz E-Klasse Baureihe 124. Er gehört zu den frühen Performance-Automobilen, die in direkter Zusammenarbeit von Mercedes-Benz mit AMG entstehen und über den Vertrieb des Stuttgarter Unternehmens verkauft werden.

Zwei weitere klassische Fahrzeuge machen bei der Silvretta Classic Rallye Montafon die große Bandbreite des Programms von ALL TIME STARS deutlich, dem Fahrzeughandel von Mercedes-Benz Classic: Sowohl das edle offene Oberklassemodell 280 SE 3.5 Cabriolet (W 111) aus dem Jahr 1971 als auch der kernige Geländewagen-Klassiker 230 GE (Baureihe 460) aus dem Jahr 1985 gehören zum aktuellen Angebot von ALL TIME STARS.

Der 2015 gegründete Fahrzeughandel von Mercedes-Benz Classic mit seinem Showroom direkt im Mercedes-Benz Museum bietet Oldtimer und Youngtimer der Marke mit dem Stern zum Kauf an. Sämtliche Fahrzeuge werden von den ALL TIME STARS Experten nach einer 160 Punkte umfassenden Checkliste geprüft. Die Kategorien „Concours Edition“, „ Collectors Edition“ und „Drivers Edition“ strukturieren das breit gefächerte Angebot. So geht der Traum von den ganz eigenen Sternstunden am Steuer eines Klassikers in Erfüllung.

Traumwagen auf Traumstraßen

Die Silvretta Classic Rallye Montafon ist ein besonders attraktiver Termin im Kalender der automobilen Klassik. Sie gehört zu den Motor Klassik Rallyes, die von der gleichnamigen Fachzeitschrift ausgerichtet werden. Mittlerweile ist die Silvretta Classic selbst schon auf dem besten Weg zum Klassiker, wird sie doch bereits seit 1998 ausgetragen. In diesem Jahr gehen rund 180 Traumautos an den Start. Sie erkunden vom 5. bis zum 7. Juli 2018 traumhafte Alpenstraßen in Österreich, der Schweiz und in Liechtenstein. Am 3. und 4. Juli startet das Programm mit Akkreditierung, technischer Abnahme und einem Rallyelehrgang in Theorie und Praxis. Start aller Rallyeetappen ab dem 5. Juli ist in Partenen. Das Ziel liegt jeweils in Partenen (5. Juli), Gaschurn (6. Juli) und Schruns (7. Juli). Höhepunkte der Streckenführung sind unter anderem die Bieler Höhe, der Albulapass, das Faschinajoch und der Flexenpass.

Silvretta Classic Rallye Montafon 2018: Die Markenbotschafter von Mercedes-Benz Classic

Jochen Mass
Geboren am 30. September 1946 in Dorfen bei Erding

Jochen Mass, ursprünglich gelernter Seemann, beginnt seine abwechslungsreiche Karriere im Motorsport 1968 mit Tourenwagen-Rennen für Alfa-Romeo und als Werksfahrer bei Ford in den Jahren 1970 bis 1975. In dieser Zeit gewinnt er 1972 die 24 Stunden von Spa-Francorchamps. Parallel dazu engagiert er sich in der Formel 2 (1973) und in 105 Grands Prix der Formel 1 (1973/74 mit Surtees; 1975 bis 1977 mit McLaren; 1978 mit ATS; 1979/80 mit Arrows; 1982 mit March). 1984 startet er auf Mercedes-Benz 500 SLC (C 107) bei der Rallye Paris–Dakar. Mit dem Titel des Deutschen Sportwagen-Meisters 1985 und seiner Tätigkeit als Werksfahrer bei Porsche bis 1987 im Gepäck wird er 1988 Werksfahrer im Team Sauber-Mercedes. Bis 1991 fährt er für dieses Team in der Gruppe C. Im neuen Silberpfeil, dem Sauber-Mercedes C 9, siegt Jochen Mass mit Manuel Reuter und Stanley Dickens beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans und schafft die Vizeweltmeisterschaft 1989. Drei Jahre später wechselt Mass in das Team-Management der DTM. Sir Stirling Moss beschreibt ihn als „ Seelenverwandten“ und als „einen Fahrer mit einem enormen Gefühl für Rennwagen und mit hohem Sachverstand, der mit der Renngeschichte aller Epochen vertraut ist“. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass Jochen Mass heute für Mercedes-Benz Classic bei historischen Veranstaltungen am Start ist. Ob im Silberpfeil W 125 oder im Mercedes-Benz SSK – Jochen Mass kennt und fährt sie alle.

Karl Wendlinger
Geboren: 20. Dezember 1968 in Kufstein, Österreich

Der Einstieg in den Motorsport gelingt Karl Wendlinger als Vierzehnjähriger im Kartsport. 1989 gewinnt er den Titel in der deutschen Formel-3-Meisterschaft. In den Jahren 1990 bis 1991 gehört der Österreicher neben Michael Schumacher und Heinz-Harald Frentzen zum Mercedes-Juniorteam und startet in der Sportwagen-Weltmeisterschaft. 1991 wechselt er in die Formel 1. Ab 1994 fährt Wendlinger zusammen mit Heinz-Harald Frentzen für das Team Sauber-Mercedes. Es folgen Engagements in der DTM, der Formel 3000 und bei den 24 Stunden von Le Mans. Zu seinen wichtigsten Erfolgen auf der Rennstrecke zählen der Gewinn der FIA-GT-Meisterschaft (1999), der 1. Platz bei den 24 Stunden von Le Mans in der GTS-Klasse (im gleichen Jahr), der Gesamtsieg bei den 24 Stunden von Daytona im Jahr 2000 und der 2. Platz beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring (2003). Von 2004 bis 2011 startet Karl Wendlinger in der FIA-GT-Meisterschaft für verschiedene Teams, 2007 wird er mit Jetalliance Racing Vizemeister. Seit 2012 ist Karl Wendlinger Mercedes-AMG Markenbotschafter und Instruktor der AMG Driving Academy. 

Silvretta Classic Rallye Montafon: Die Fahrzeuge von Mercedes-Benz Classic

Mercedes-Benz SSK (W 06, 1928 bis 1932)

Von den Hochleistungssportwagen der 1927 eingeführten Mercedes-Benz S-Reihe ist der SSK (W 06) die exklusivste und faszinierendste Ausführung. Die Modellbezeichnung des Kompressorwagens mit 7,1-Liter-Sechszylindermotor steht für „ Super-Sport-Kurz“ und bringt neben der besonderen Sportlichkeit auch den verkürzten Radstand zum Ausdruck. Nach zahlreichen Siegen, die der Typ S als erstes Modell der Reihe eingefahren hat, setzen die Nachfolgemodelle SS und SSK die Erfolgsgeschichte fort: Im Sommer 1928 gewinnt Werksrennfahrer Rudolf Caracciola mit dem brandneuen SSK auf Anhieb das Gabelbachrennen und das Rennen auf den Schauinsland. 1930 holt er auf SSK den Sieg in der Europa-Bergmeisterschaft. Im gleichen Jahr nimmt der Kompressor-Sportwagen erstmals auch an der 1000 Miglia teil. Rudolf Caracciola und Christian Werner belegen mit einer Fahrzeit von 17 Stunden und 20 Minuten den sechsten Platz im Gesamtklassement. Die gewichtsreduzierte und mit 220 kW (300 PS) nochmals leistungsgesteigerte Version von 1931, auch als SSKL (Super-Sport-Kurz-Leicht) bekannt, erzielt bei der 1000 Miglia einen spektakulären Erfolg: Im April 1931 gewinnt Rudolf Caracciola das strapaziöse Straßenrennen von Brescia nach Rom und zurück als erster nicht aus Italien stammender Fahrer – in der neuen Rekordzeit von 16 Stunden und 10 Minuten.

Technische Daten Mercedes-Benz SSK (Serienversion)
Produktionszeitraum: 1928 bis 1932
Zylinder: 6/Reihe
Hubraum: 7.065 Kubikzentimeter
Leistung: 125 kW (170 PS), mit Kompressor 165 kW (225 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 192 km/h

Mercedes-Benz 300 SL „Gullwing“ (W 198, 1954 bis 1957)

Im Februar 1954 hat der 300 SL Seriensportwagen (W 198) auf der International Motor Sport Show in New York Weltpremiere. Das Coupé wird wegen seiner charakteristischen, am Dach angeschlagenen Flügeltüren auch „Flügeltürer“, „Gullwing“ (Möwenschwinge) oder „Papillon“ (Schmetterling) genannt. Der Hochleistungssportwagen basiert auf dem legendären 300 SL Rennsportwagen (W 194) der Saison 1952. Es ist der erste Serien-Personenwagen mit Viertaktmotor und Benzineinspritzung. Mit einer Motorleistung von 158 kW (215 PS) – gut 25 Prozent mehr als bei der vergaserbestückten Rennsportausführung von 1952 – und einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 250 km/h liegt der W 198 im Spitzenbereich der Seriensportwagen seiner Zeit, was ihn auch für Sporteinsätze prädestiniert. Legendär ist der Dreifach-Klassensieg des 300 SL „Gullwing“ bei der 1000 Miglia 1955. John Cooper Fitch und sein Beifahrer Kurt Gessl kommen im Fahrzeug mit der Startnummer 417, die für ihre Startzeit um 4:17 Uhr steht, auf den fünften Platz der Gesamtwertung und führen die Klasse der Seriensportwagen mit mehr als 1,3 Liter Hubraum vor zwei weiteren „Flügeltürern“ an. Von 1954 bis 1957 werden insgesamt 1.400 Fahrzeuge des 300 SL „Gullwing“ gebaut, davon entstehen im Jahr seines Klassensieges 1955 bei der 1000 Miglia nicht weniger als 867 Exemplare.

Technische Daten Mercedes-Benz 300 SL „Gullwing“
Produktionszeitraum: 1954 bis 1957
Zylinder: 6/Reihe
Hubraum: 2.996 Kubikzentimeter
Leistung: 158 kW (215 PS)
Höchstgeschwindigkeit: bis zu 250 km/h

Mercedes-Benz 190 SL (W 121, 1955 bis 1963)

Zusammen mit dem Hochleistungssportwagen 300 SL „Gullwing“ präsentiert Mercedes-Benz im Februar 1954 den Prototypen des eleganten, kompakten Roadsters 190 SL (W 121). Der offene Zweitürer ist als sportlich-elegantes Reise- und Gebrauchsfahrzeug für zwei Personen ausgelegt und – insbesondere in der überarbeiteten Serienversion – stilistisch eng an den „großen Bruder“ 300 SL angelehnt. Von Anfang an als Roadster konzipiert, begründet der 190 SL die Tradition der SL-Sportwagen mit zu öffnendem Dach. Technisch ist der Roadster mit der „Ponton“-Limousine Mercedes-Benz 180 (W 120) verwandt, deren verkürzte Rahmenbodenanlage als Basis dient. Neu entwickelt ist der 1,9-Liter-Ottomotor mit 77 kW (105 PS). Das Vierzylinderaggregat hat eine oben liegende Nockenwelle und wird zum Urvater einer ganzen Motorenfamilie. Für Einsätze im Motorsport entsteht eine Rennversion mit scheibenlosen Aluminiumtüren, verkleinerter Windschutzscheibe und weiteren Modifikationen. Auch an der 1000 Miglia 1956 nimmt ein 190 SL (Startnummer 347) teil. Insgesamt 25.881 Fahrzeuge des Typs werden von 1955 bis 1963 gebaut, rund 10.000 Stück davon gehen in die USA.

Technische Daten Mercedes-Benz 190 SL (Serienversion)
Produktionszeitraum: 1955 bis 1963
Zylinder: 4/Reihe
Hubraum: 1.897 Kubikzentimeter
Leistung: 77 kW (105 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 171 km/h

Mercedes-Benz 230 SL Rallyefahrzeug (W 113, 1963 bis 1967)

Der 230 SL hat auf dem Genfer Automobilsalon im März 1963 Premiere. Er löst gleich zwei Modelle des bisherigen Verkaufsprogramms ab: Den Supersportwagen 300 SL „Gullwing“ (W 198) und den eleganten Reisewagen 190 SL (W 121). Der intern als W 113 bezeichnete 230 SL wahrt die Balance zwischen den Ansätzen seiner Vorgänger als komfortabler, zweisitziger Reisewagen mit hohen Fahrleistungen und optimaler Fahrsicherheit. Wegweisend ist der 230 SL unter anderem als erster Mercedes-Benz Sportwagen mit der von Béla Barényi entwickelten Sicherheitskarosserie (gestaltfeste Fahrgastzelle und verformbare Front- sowie Heckpartien). Das abnehmbare Coupé-Dach legen die Konstrukteure nach innen gebogen (konkav) aus. Diese avantgardistische Gestaltung dient der besonders hohen Festigkeit des Dachs bei leichter Bauweise. Und sie verleiht der Baureihe als charakteristisches Designmerkmal den Beinamen „Pagode“. Im Motorsport sind stark an die Serie angelehnte Versionen des 230 SL erfolgreich. So gewinnt Eugen Böhringer auf einem Rallyefahrzeug des Typs die Langstreckenrallye Spa–Sofia–Lüttich 1963. Der 250 SL der Baureihe W 113 löst den 230 SL im Jahr 1967 ab – dieser wiederum wird bereits 1968 vom 280 SL (W 113) abgelöst.

Technische Daten Mercedes-Benz 230 SL (Serienausführung)
Produktionszeitraum: 1963 bis 1967
Zylinder: 6/Reihe
Hubraum: 2.306 Kubikzentimeter
Leistung: 110 kW (150 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h 

Mercedes-Benz 500 SLC (C 107, 1980 bis 1981)

Mercedes-Benz stellt 1971 auf dem Pariser Salon die Oberklasse-Coupés der Baureihe C 107 vor. Sie werden ab 1972 gebaut und lösen die Coupé-Typen 280 SE und 280 SE 3.5 ab. Die Luxuscoupés basieren auf den SL-Roadstern der Baureihe 107 statt – wie bisher üblich – die jeweiligen Oberklasse-Limousinen als technische Basis zu haben. Abgesehen vom festen Dach des SLC sind beide Varianten der Baureihe 107 bis zur Hinterkante der Türen identisch. Die hintere Wagenhälfte unterschiedet sich hingegen deutlich: Der Radstand ist gegenüber dem SL-Roadster um 360 Millimeter verlängert. Das ermöglicht einen erheblich vergrößerten Innenraum und die Auslegung als vollwertiger Viersitzer. Zunächst sind die Typen 350 SLC und 450 SLC mit V8-Motor zu haben. Der 280 SLC mit Reihensechszylinder wird ab 1974 gebaut. Das Topmodell des C 107 ist der 500 SLC. Er wird ab 1978 zunächst als 450 SLC 5.0 und von 1980 bis 1981 unter der Bezeichnung 500 SLC produziert. Insgesamt entstehen 2.769 Exemplare des Luxuscoupés.

Technische Daten Mercedes-Benz 500 SLC
Produktionszeitraum: 1978 bis 1981 (inklusive 450 SLC 5.0)
Zylinder: V8
Hubraum: 4.973 Kubikzentimeter
Leistung: 177 kW (240 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 225 km/h 

Mercedes-Benz E 60 AMG (W 124, 1993 bis 1994)

Das Top-Modell der Mercedes-Benz E-Klasse Baureihe 124 gehört zu den frühen Hochleistungsautomobilen, die in direkter Zusammenarbeit von Mercedes-Benz und AMG entstehen. Diese drei Buchstaben stehen für das 1967 von Hans Werner Aufrecht und Erhard Melcher gegründete Ingenieurbüro. Schwerpunkt ist zunächst der Aufbau von Rennsportwagen auf der Basis von Mercedes-Benz Serienautomobilen. Von 1990 an kooperieren Mercedes-Benz und AMG direkt miteinander. So entsteht als Premiere der 1993 vorgestellt C 36 AMG als Spitzenversion der C-Klasse. Noch im selben Jahr folgt die Hochleistungslimousine E 60 AMG in der oberen Mittelklasse. Das Fahrzeug mit den Eckdaten eines Supersportwagens wird nur in knapp 150 Exemplaren gebaut. Fahrwerk und Bereifung sind der gestiegenen Leistung angepasst, das Viergang-Automatikgetriebe garantiert hohen Bedienkomfort.

Technische Daten Mercedes-Benz E 60 AMG
Produktionszeitraum: 1993 bis 1994
Zylinder: V8
Hubraum: 5.956 Kubikzentimeter
Leistung: 280 kW (381 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h (elektronisch abgeregelt)

Silvretta Classic Rallye Montafon: die Fahrzeuge von ALL TIME STARS

Mercedes-Benz 280 SE 3.5 Cabriolet (W 111, 1969 bis 1971)

Das Mercedes-Benz 280 SE 3.5 Cabriolet ist das Topmodell der W 111 Cabriolets, die von 1961 bis 1971 gebaut werden. Konstruktiv und stilistisch orientiert sich die Familie luxuriöser offener Fahrzeuge an den im August 1959 vorgestellten „ Heckflossen-Limousinen“ der Baureihen W 111. So verfügen auch die Coupés und Cabriolets über die bei den Limousinen als Weltinnovation eingeführte Sicherheitskarosserie mit Knautschzone. Neben dem 220 SE und seinem Nachfolger 250 SE ergänzt der besonders exklusiv ausgestattete und leistungsstarke 300 SE (W 112) das Programm der luxuriösen Zweitürer. Anfang 1968 erscheint der 280 SE, und im September 1969 stellt Mercedes-Benz dann das 280 SE 3.5 Cabriolet als deutlich leistungsstärkere Version mit einem völlig neu entwickelten 3,5-Liter-V8-Motor vor. Das Topmodell zeichnet sich durch besondere Laufruhe aus und ermöglicht gleichzeitig sportwagenmäßige Fahrleistungen. Auch stilistisch wird das Cabriolet leicht überarbeitet. So wird die Kühlermaske niedriger und breiter, die Motorhaube wird nach vorne abgeflacht. Das Achtzylinder-Cabriolet, das serienmäßig mit Automatikgetriebe ausgerüstet ist, wird nur in 1.232 Exemplaren gebaut. Es gehört heute zu den besonders gesuchten Klassikern seiner Epoche.

Technische Daten Mercedes-Benz 280 SE 3.5 Cabriolet
Produktionszeit: 1969 bis 1971
Zylinder: V8
Hubraum: 3.499 Kubikzentimeter
Leistung: 147 kW (200 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 205 km/h 

Mercedes-Benz 230 GE (Baureihe 460, 1982 bis 1991)

Im Februar 1979 beschreitet Mercedes-Benz mit der Präsentation der G-Modelle ein vollkommen neues Terrain. Der Geländewagen ist einerseits exklusives Fortbewegungsmittel mit Freizeitcharakter, andererseits bewältigt er auch den harten Alltagseinsatz beispielsweise im industriellen oder kommunalen Bereich. Das Angebot der G-Reihe, wie die Modellreihe zunächst genannt wird, umfasst zwei verschiedene Rahmenlängen und Radstände, vier Motorisierungs- und fünf Aufbauvarianten. Der 230 GE ist ein Beispiel für die kontinuierliche Weiterentwicklung des G: Mit dem effizienten 2,3-Liter-Einspritzmotor M 102 ausgestattet, löst er im April 1982 den bisherigen 230 G mit Vergaser ab. Gut ein Jahr später erhält der 230 GE serienmäßig eine Servolenkung. Ab 1986 ist dann ein geregelter Dreiwege-Abgaskatalysator verfügbar, zunächst als Sonderausstattung. Zum zehnten Geburtstag des G erscheint 1989 das auf 300 Exemplare begrenzte Sondermodell 230 GE Classic.

Technische Daten Mercedes-Benz 230 GE
Produktionszeitraum: 1982 bis 1991
Zylinder: 4/Reihe
Hubraum: 2.299 Kubikzentimeter
Leistung: 92 kW (125 PS)
Höchstgeschwindigkeit: 147 km/h

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