Mercedes 280 SEL: Welcome back!

W108 in USA-Ausführung kehrt heim

Mercedes 280 SEL: Welcome back!: W108 in USA-Ausführung kehrt heim
Erstellt am 18. August 2016

1971 in die Vereinigten Staaten von Amerika ausgeliefert, fand der Mercedes 280 SEL der Baureihe W108 vor sechs Jahren den Weg zurück nach Deutschland. Der Heimkehrer begeistert mit einem hervorragenden Erhaltungszustand und der reichhaltigen Ausstattung der Export-Variante.

Amerika ruft

Mein Mercedes lief am 01.07.1970 in Stuttgart vom Band und wurde dann per Schiff auf die amerikanischen Jungferninseln verfrachtet“, berichtet Bernd Kirchhoff, der stolze Eigentümer dieser automobilen Kostbarkeit, die seinerzeit als Stilikone bewundert wurde und bis heute den Nimbus eines Traumwagens inne hat.

Doppeltes Jubiläum

2010 hatte Bernd den Mercedes erworben. „Für die Zulassung in Deutschland wählte ich allerdings ein besonderes Datum - nämlich den 05. März 2011. Dies ist der 125. Geburtstag meines Großvaters väterlicherseits - und außerdem ist 2011 bekanntlich das Jahr des 125-jährigen Bestehens der Marke Mercedes“, verknüpft der traditionsbewusste Mercedes-Fan die Familien- mit der Firmengeschichte.

Paul Bracq gelingt ein Entwurf von zeitloser Eleganz

Somit erhielt der mit einem 160 PS leistenden 2,8-Liter-Reihensechszylinder motorisierte Mercedes 280 SEL 41 Jahre nach seinem eigentlichen Produktionsdatum erstmals die deutsche Straßenzulassung“, errechnet der selbständige Kaufmann. Hierzulande hatte der von Chef-Designer Paul Bracq meisterlich gezeichnete Mercedes W108 bereits seit Mitte 1965 die exklusive Oberklasse sowohl mit Würde als auch sportlichem Esprit repräsentiert.

Vorbildliche Formsprache

Mit modernen und schwungvoll modellierten Linien ließ der mondäne Luxuswagen seinen Vorgängern W111/W112, welche ja noch mit den ebenso großen wie markanten Heckflügeln versehen waren, rein optisch ziemlich "alt" aussehen.

Dagegen griff der W108 die Zeichen der Zeit auf und kam deutlich schnörkeloser daher. Zugleich wies der große Mercedes in Bezug auf die Designsprache den rangniedrigeren Mitgliedern der Marken-Familie den Weg.

Zukünftig sollten auch die nachfolgenden Top-of-the-Line-Modelle der übrigen Flotte als stilistisches Vorbild dienen.

Technik vom Feinsten

Wirkte die Baureihe W108 optisch sichtlich fortschrittlicher, so kamen unter dem hübsch gestichelten Karosseriekleid weitestgehend die bewährten Technikmerkmale zum Einsatz, welche bereits die Baureihe W111 bzw. W112 ausgezeichnet hatten - bereichert um eine erweiterte Motorpalette.

Bernds Mercedes 280 SEL beeindruckt als USA-Ausführung und Langversion

 

Mercedes & mehr...

Kam ein Luxusliner wie der W108 bereits ab Werk mit einer umfangreichen Komfort-Ausstattung daher, verwöhnten die USA-Modelle ihre Eigentümer mit einer Fülle weiterer Besonderheiten.

Bernds Mercedes verfügt über Seitenreflektoren (vorne gelb und hinten rot), zusätzliche gelbe Fahrlichtscheinwerfer (anstelle der Nebelscheinwerfer) mit Doppelfadenbirnen und Blinkerfunktion, einen rechten Außenspiegel sowie eine abgeänderte Kennzeichenbeleuchtung.

Das volle Programm

Die geräumige Kabine der Langversion begeistert mit einer Ausstattung, die schwarzen MB-Tex-Bezüge, Servolenkung, Lenkradschaltung, Instrumentierung und Becker-Radio in USA-Ausführung, Thermoking-Klimaanlage, elektrische Fensterheber, wärmedämmendes Glas, Kopfstützen, Teppichbeläge und manches mehr beinhaltet. Kein Wunder, dass die Kids sich früher ihre Nasen an den Scheiben eines geparkten Mercedes W108 plattdrückten! Und auch heute versteht es der Mercedes 280 SEL bestens, bewundernde Blicke auf sich zu ziehen.

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Mercedes-Fans Technische Daten

Fahrzeugtyp: Mercedes-Benz 280 SEL (W108)

Baujahr: 1970

Motor: Reihensechszylinder mit Benzineinspritzung, Hubraum: 2.778 ccm, Leistung: 160 PS, Zündung transistorisiert, Schubabschaltung, Tankentlüftung über Kurbelwellengehäuse, Einspritzpumpe modifiziert, Batterie mit größerer Kapazität, Luftkanal für Kühlung, motorseitige Anbauteile für Klimaanlage

Getriebe: Automatik

Bremsen: Scheibenbremsen rundum (vorne innenbelüftet)

Räder: 14-zöllige Fuchs "Barock"-Felge

Reifen: Vredestein, 195/70-R14J

Fahrwerk: Doppel-Querlenker, Schraubenfedern, Gummi-Zusatzfedern und Drehstab-Stabilisator vorne. Eingelenk-Pendelachse mit hydropneumatischer Ausgleichsfeder und Niveauregulierung, Schraubenfedern und Gummi-Zusatzfedern hinten

Karosserie: Export-Modell, US-Scheinwerfer, Seitenreflektoren (vorne gelb und hinten rot), zusätzliche Fahrscheinwerfer (gelb) mit Doppelfadenbirnen und Blinkerfunktion, rote Blinker hinten, geänderte Kennzeichenbeleuchtung und Wegfall der breiten Kennzeichenblende, Lackierung in Dunkel-Oliv (Nr. 291)

Innenraum: Schwarze Polsterausstattung (MB-Tex), Servolenkung, Lenkradschaltung, USA-Instrumentierung, Klimaanlage, elektrische Fensterheber vo/hi, wärmedämmendes Glas rundum, Leseleuchten hinten, Kopfstützen vorne, Beifahrersitz höhenverstellbar, Gepäcknetz an Rückenlehne der Frontsitze, Gurtbefestigung vorne und hinten, Teppich

ICE: Radio Becker in USA-Ausführung

 

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