Aloha-Benz: 1990er Mercedes-Benz 200 E

Ein W124 macht die (un-)perfekte Welle

Aloha-Benz: 1990er Mercedes-Benz 200 E: Ein W124 macht die (un-)perfekte Welle
Erstellt am 2. Oktober 2020

Wer hat das nicht schon mal selbst erfahren: Wie in dem Hit „Die perfekte Welle" der deutschen Band Juli erlebt man unverhofft oder urplötzlich einen Moment, in dem alles passt. Vielen MIB dürfte es bei der ersten Begegnung mit ihrem guten Stern auf allen Straßen so ergangen sein. Auch der 1990er Mercedes-Benz 200 E von Sandra Pütz macht auf seine Art die Welle. In den Augen der 44-Jährigen sogar die perfekte.

Als Mercedes-Fans.de den Benz von Sandra fotografieren durfte, da ließ er sich mit Surfbrett auf dem Dachgepäckträger blicken. Mittlerweile wird die Deko sich geändert haben, denn: „Ich suche jedes Jahr ein neues Thema, damit mein Mercedes mehr auffällt.“ Das Wellenbrett ist übrigens Teil der Installation zum „Aloha-Benz" (auf dem Auto mit anderer Schreibweise  'Alowa-Benz' dokumentiert).

Weitere Zutaten zum Styling-Thema „Hawaii" befinden sich auf der Hutablage. Dort sind ein Cap, Flip-Flops und ein polynesischer Ukulele-Spieler in Landestracht drapiert. Am Innenspiegel hängt eine Blumenkette - dieser typische hawaiianische Halsschmuck ist in diesem Fall natürlich obligatorisch.

Die Baureihe W124, die vor 36 Jahre debütierte und bis 1995 (seit Juni 1993 als E-Klasse) produziert wurde, genießt im Mercedes-Fahrerlager einen besonderem Status. Aufgrund ihrer herausragenden Verarbeitungsqualität, steht die BR 124 in dem Ruf, quasi unkaputtbar zu sein. Das ist sie natürlich nicht, aber sie ist dermaßen zuverlässig und solide konstruiert, dass viele Mercedes-Fans die Modelle der Reihe als „letzte echte Mercedes“ bezeichnen.

Auch Sandras Mercedes-Benz 200 E ist ein Benz mit Charakter. Wie ein rundgelutschtes Irgendetwas sieht dieses Automobil nicht aus. Er ist ein Stern mit Ecken und Kanten. Und er trägt die Zeichen und Narben eines langen Autolebens. Darf er das? Sandra nickt: „Die Feindberührungen, welche die Vorbesitzer mit diesem Mercedes hatten, sollen sichtbar bleiben. Ich finde, dass das auch zu dem Charme meines Benz gehört.“

Gut möglich, dass nicht jeder W124-Begeisterte Sandras Meinung mit Blick auf die Spuren der Zeit an der Karosserie teilt. Showroom-Shine sieht in der Tat anders aus. Einerseits. Andererseits: Die ins Bech eingeprägten Ereignisse stehen für ein bewegtes Autoleben und sind nicht zuletzt auch Zeichen in denen sich die Beliebtheit des W124 an sich dokumentiert: Dieses Auto wurde zeitlebens eben gern und oft gefahren. Zu einem fleißig genutzten Alltagsauto gehört die eine oder andere Hinterlassenschaft dann manchmal eben auch dazu.

Keine Frage: In Sandras Mercedes steckt viel von einem guten Gebrauchswagen. Aber in Sandras Augen ist das auch der wesentliche Zweck, für den das Auto schlussendlich erfunden wurde und bis heute gemacht ist: „Es soll fahren. Spaß machen. Mich zuverlässig von A nach B bringen. Als Ausstellungstsück für die Vitrine brauche ich es nicht!“

Ein höherer Aufmerksamkeitswert des 1990er Mercedes-Benz 200 E ergibt sich übrigens nicht nur durch das Hawai-Thema, sondern auch durch eine im Geist der Zeit vorgenommene sportlichere Konfiguration, für die „Onkel-Benz Cars nd More“ federführend zuständig war. Hierzu gehören 18zöllige JR9-Räder von Japan-Racing sowie eine per Gewindefahrwerk vorgenommene Senkung um 70 mm an Vorder- und Hinterachse.


In dem sehr gepflegten Innenraum des W124 gibt Sandra ihre Lenkbefehle per Holzlenkrad an die Vorderräder weiter. Weitere Extras braucht die WIB nicht, um glücklich zu sein, Das Wenige, was an dem Aloha-Benz drin und dran ist, ist für sie Meer. Und das reicht hier völlig.

Bildergalerie: Mercedes-Benz 200 E (W124) 28 Bilder Fotostrecke | Aloha-Benz: 1990er Mercedes-Benz 200 E: Ein W124 macht die (un-)perfekte Welle #01 #02

Text & Fotos Mathias Ebeling

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