Trotz großer Umweltprämie

Riesenblase Elektroauto? Autofahrer stimmen mehrheitlich für den Verbrenner

Trotz großer Umweltprämie: Riesenblase Elektroauto? Autofahrer stimmen mehrheitlich für den Verbrenner
Erstellt am 1. Juli 2020

Erst zu Beginn des Monats hat die deutsche Bundesregierung eine Prämie von 6.000 Euro beim Kauf eines Batterie- oder Brennstoffzellen betriebenen Autos festgesetzt. Aber wurde dabei auch der Wunsch der eigentlichen Zielgruppe, dem Autokäufer, berücksichtigt? Die aktuelle Umfrage des Automobilclubs Mobil in Deutschland e.V. widerlegt diese Annahme: Lediglich 1,6 Prozent der Autofahrer würden sich heute beim Fahrzeugkauf für ein Elektroauto entscheiden. Trotz Prämie. Welchen Antrieb wollen daher die Autofahrer in Deutschland?

Der Automobilclub Mobil in Deutschland e.V. hat in der letzten Woche eine große Online-Umfrage unter Autofahrern gestartet. Auf verschiedensten Facebook-Portalen, die sich im weitesten Sinne um Auto und Mobilität drehen, wurde die Umfrage veröffentlicht, bei der die Nutzer mithilfe von Emojis ihre Stimme abgeben konnten: „Welchen Antrieb soll dein nächstes Auto haben?“ Rund 250.000 Personen hat diese Umfrage insgesamt erreicht. Über 18.000 Autofahrer und Autofahrerinnen haben letztendlich abgestimmt und ihren Wunschantrieb für ihr neues Fahrzeug gewählt.

Das Ergebnis des Votings ist eindeutig: Ein klares „JA zum Verbrenner“. Denn 55,2 Prozent stimmten für den Diesel, 43,2 Prozent für den Benziner und nur 1,6 Prozent für das Elektroauto. Das Ergebnis ist erstaunlich, denn offensichtlich bewegt die versprochene Prämie die deutschen Autofahrer nicht dazu, ihren Verbrenner gegen ein Elektrofahrzeug einzutauschen. Sinnvoller wäre es wohl gewesen, auch eine Kaufprämie für Verbrennermotoren der neuesten Generationen zu beschließen. Mobil in Deutschland e.V. forderte damals bereits eine Prämie von 3.000 Euro für Verbrenner mit Euro 6 Norm.

„Die Rechnung wurde ganz eindeutig ohne den Wirt gemacht: Den Autofahrer“, stellt Dr. Michael Haberland, Präsident des Automobilclubs Mobil in Deutschland e.V., fest. „Wie billig muss heutzutage ein Ladenhüter werden, um einen potenziellen kaufbegeisterten Kunden zu finden? Elektromobilität hat durchaus seine Berechtigung, davon sind wir als Automobilclub vollkommen überzeugt. Aber bisher ist es eben nur ein Nischenprodukt und nicht massentauglich. Auch wenn es die Bundesregierung gerne anders hätte. Wir müssen weiterhin technikoffen denken, jedem Antrieb seine Berechtigung einräumen, aber am Ende den Käufern und Autofahrern die Entscheidung selbst überlassen. Das ist das entscheidende demokratische Grundprinzip.“, so Haberland.

7 Kommentare

  • egide aus belgien

    Egide aus belgien

    Sie haben völlig recht R129Fan, richtig angesehen!
  • R129Fan

    R129Fan

    Die bereits vor über 100 Jahren wegen Unbrauchbarkeit ausgemusterten Batteriekarren sollen also "umweltfreundlicher" sein. Hahaha. Davon abgesehen das für die dafür nötigen Rohstoffe Regenwälder verwüstet werden ( sind ja weit genug weg, juckt Gräte Thunfisch und ihre Sektenanhängeer nicht weiter) und sie generell begrenzt sind: Was passiert mit den giftigen Akkus? Das erinnert einen an die Atomindustrie. Erst wird der Dreck produziert und erst dann wird überlegt, was damit passiert. Die übrigen Nachteile,. die von Steckerfans immer klein geredet werden: die lächerlichen Reichweiten und die weiter ellenlangen Ladetzeiten. Was soll ich mit dem Schrott? Aber ich wünsche weiter viel Spaß mit der Steinzeittechnik, Asien wird uns in Sachen Wasserstoff auch hier zeigen wo der Hammer hängt. Da wird nicht herumgejammert sondern gehandelt. Da Daimler unter diesem unfähigen Oberboß auch auf tote Pferde setzt, dürfte sich der Firmensitz wohl bald in China befinden.Hoffentlich bleibt wenigstens das Museum hier. Der letzte macht dann in Stuttgart das Licht aus. Wer auf "Elektromobilität" setzt sollte die Bahn oder Straßenbahn nehmen, die haben nicht ohne Grund Oberleitungen.
  • Mercedes-Fans.de

    Mercedes-Fans.de

    Damit wir es nicht aus dem Blick verlieren: e-Autos werden gefördert, weil sie umweltfreundlicher sein sollen. Je nach Blickwinkel und Berechnungsgrundlage (z.B. Was passiert mit den verbrauchten Batterien?) kommen unterschiedliche Quellen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Wir sind keine Wissenschhaftler, aber wir präsentieren Euch so gut wir es können, das Pro und Kontra und welche Entwicklungen es zu dem Thema noch gibt wie E-Fuel, Brennstoffzelle usw. Aufhorchen lässt, dass so mancher begeisterte Verfechter des Batterieautos mittlerweile von dieser Position wieder abgerückt ist. Und unsere Kanzlerin spricht von einer Brückentechnologie. Sie ist Physikerin.
  • egide aus belgien

    Egide aus belgien

    Slechtreden ? Und dei E-Mobilität kommt, ja sicher, aber nur zum teil weil sie nicht die lösung ist , später werden wir mal sehen ,leider zu spät!
  • Pano

    Pano

    Ob eine von einem Automobilclub initiierte Umfrage repräsentativ ist sei mal dahingestellt. Und Elektromobilität zum Nischenprodukt zu erklären greift mE auch zu kurz. Gleichwohl gebe ich dem Argument der Technikoffenheit recht. Nicht nur hierzulande haben die Menschen ganz unterschiedliche Bedarfe und Vorstellungen an und von individueller Mobilität. Und die Hersteller täten gut daran das nicht aus dem Fokus zu verlieren. Grüße Pano
  • Hans_d

    Hans_d

    Ich frage mich, wie lange es noch dauert, bis die ständige Infragestellung der E-Mobilität aufhört. Tatsache ist: sie kommt - trotz des unberechtigten Schlechtredens! Das Problem sind die deutschen Autofirmen selber: sie können (oder wollen) nicht liefern. Ich fahre seit bald zwei Jahren einen Franzosen, und demnächst wechsle ich auf einen Koreaner, der in Tschechien produziert wird. Lange hatte ich Geduld mit VW und wartete den ID.3 ab. Versprochen wurde da viel, aber bis jetzt nicht gehalten. Es macht den Anschein, als ob viele Autofirmen ihre e-Autos bewusst zurückhalten und sie erst im nächsten Jahr verkaufen wollen. Auf jeden Fall kann man nicht die Technik verteufeln, wenn Politik und Wirtschaft falsche Anreize setzen. Die Nachfrage nach e-Autos ist da, aber wer wartet schon ein Jahr aufs neue Auto? Teilweise kann man sie nicht mal bestellen.Das hat mit Klugheit überhaupt nichts zu tun. Glücklicherweise gibt es Firmen, die vernünftige und gute e-Autos liefern können oder sich zumindest ernsthaft in die richtige Richtung bewegen: Renault, Tesla, Hyundai. Deutschland muss aufpassen, dass ihm vor lauter nicht die Felle davonschwimmen, die chinesischen Hersteller stehen bereit und lachen sich ob der Trägheit der Deutschen ins Fäustchen - und sie produzieren erst noch in Europa, seien es Batterien oder ganze Autos. Sie beweisen: Es geht auch ohne Deutschland...
  • egide aus belgien

    Egide aus belgien

    So Politiker, die Menschen sind klug, und müssen die E-Autos nicht!!

Schreibe einen Kommentar

Login via Facebook

Community