Straffung des Produktionsnetzwerks

Mercedes-Benz erwägt Verkauf des Pkw-Werks in Hambach

Straffung des Produktionsnetzwerks: Mercedes-Benz erwägt Verkauf des Pkw-Werks in Hambach
Erstellt am 3. Juli 2020

Aktuell arbeiten 1.600 Mitarbeiter am Standort Hambach in Frankreich. Aufgenommen wurde der Betrieb im Jahr 1997 und seit 2019 produziert das Werk mit dem smart EQ fortwo und dem smart EQ fortwo Cabrio die vierte Generation von smart Elektrofahrzeugen. Nun steht das Werk vor dem Verkauf. Damit will Mercedes-Benz auf die aktuelle Marktentwicklungen einspielen und die eigene Kostenstruktur verbessern und effizienter machen.

Die Mercedes-Benz AG befindet sich auf dem Weg zur CO₂-neutralen Mobilität der Zukunft und investiert in den kommenden Jahren massiv in die Transformation des Unternehmens. Sie konzentriert sich dabei auf die Elektrifizierung der Produktpalette sowie die Digitalisierung von Fahrzeugen und Unternehmensabläufen. Vor diesem Hintergrund beabsichtigt das Unternehmen, Gespräche über den Verkauf seines Pkw-Werks im französischen Hambach aufzunehmen.

Ola Källenius, Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG und Mercedes-Benz AG: „Wir treiben die Transformation unseres Unternehmens und unserer Produkte weiter mit Hochdruck voran. Angesichts der hohen Zukunftsinvestitionen, vor allem in die Elektrifizierung und Digitalisierung, setzen wir Maßnahmen zur Effizienzsteigerung konsequent um. Dies betrifft weltweit alle Unternehmensbereiche. Zusätzlich führen die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Wirtschaft zu neuen Rahmenbedingungen im Markt und in diesem Zusammenhang optimieren wir unser globales Produktionsnetzwerk. Deswegen beabsichtigen wir, Gespräche über den Verkauf des Werks Hambach aufzunehmen.“ 

Markus Schäfer, Mitglied des Vorstands der Daimler AG und Mercedes-Benz AG; verantwortlich für Daimler Konzernforschung und Mercedes-Benz Cars COO: „Die Transformation zur CO₂-neutralen Mobilität der Zukunft erfordert auch Veränderungen in unserem weltweiten Produktionsnetzwerk. In einer Phase wirtschaftlicher Herausforderungen bringen wir Nachfrage und Kapazität in Einklang und passen nun unser Produktionsnetzwerk an. Diese Veränderungen betreffen auch das Werk Hambach. Ein wichtiges Ziel ist für uns, die Zukunft des Standortes zu sichern. Weitere Prämisse: Die aktuellen smart Modelle sollen weiter in Hambach produziert werden.“

Damit verbundene Bewertungseffekte des Anlagevermögens führen bei der Mercedes-Benz AG zu einem negativen Sondereffekt aus Restrukturierungsmaßnahmen von einem mittleren dreistelligen Millionenbetrag im zweiten Quartal. Das Unternehmen erwartet keinen Einfluss aus dieser Abwertung auf den Free Cash Flow des Industriegeschäfts. Im weiteren Verlauf von Verhandlungen können weitere Belastungen hinzukommen.

Die nächste Generation von smart Elektrofahrzeugen wird im Joint Venture smart Automobile Co., Ltd. in China produziert. Das Gemeinschaftsunternehmen ist ein Zusammenschluss der Mercedes-Benz AG und der Zhejiang Geely Group (Geely Holding).

3 Kommentare

  • Mercedes-Fans.de

    Mercedes-Fans.de

    Die augenblickliche Situation wird dem Daimler wohl kaum eine Wahl lassen. In der Vor-Corona-Zeit sah es mit den Verkäufen trotz Dieselskandal sehr ordentlich aus. Aber Corona geht nun mal allen an die Substanz.
  • Pano

    Pano

    Ich hoffe sehr, daß sich für die 1600 Mitarbeitenden eine Lösung findet. Fragt sich nur welcher Hersteller oder Zulieferer in diesen Zeiten Bedarf an einem Werk hat? EIgentlich sollte in Hambach der EQB produziert werden. Laut Automobilwoche soll er stattdessen ausschließlich in China gebaut werden. So wie das BMW für den iX3 plant (https://www.automobilwoche.de/article/20200703/AGENTURMELDUNGEN/307039935/1339/anpassung-der-kapazitaeten-daimler-will-smart-werk-in-hambach-verkaufen). Grüße Pano
  • 2FAST4YOU

    2FAST4YOU

    Dieter Zetsche Nebenwirkungen, oder auch Nachwirkungen. Vielleicht war er die letzten Jahre doch nicht so toll.

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