Mercedes-Niederlassungen: Mitarbeiter-Proteste gegen Ausverkauf

Die Wut wächst

Mercedes-Niederlassungen: Mitarbeiter-Proteste gegen Ausverkauf: Die Wut wächst
Erstellt am 13. Februar 2024

Am 19. Januar 2024 machte der Vorstand der Mercedes-Benz Group bekannt, dass man sich von seinen konzerneigenen Niederlassungen (20 Niederlassungen mit 80 angeschlossenen Betrieben) trennen möchte und derzeit für das Geschäft mit Mann und Maus einen oder mehrere Käufer sucht. Rund 8.000 Mitarbeiter wären von dem Ausverkauf an einen anderen Arbeitgeber direkt betroffen. Seitdem die Meldung in den Mercedes-Niederlassungen die Runde machte, herrscht Alarm im Autohaus. Unsicherheit allerorten? Warum verkaufen, wenn doch die Niederlassungen profitabel arbeiten? Die Mitarbeiter befürchten mittelfristig Einkommensverluste und Arbeitsplatzabbau, wenn neue Herren über sie das Sagen haben.


Wie die IG Metall berichtet, machen die Mercedes-Mitarbeiter Front gegen die Verkaufsentscheidung. So sendeten die Beschäftigten vergangene Woch in etlichen Mercedes-Benz-Niederlassungen ein deutliches Signal des Protests und der Solidarität. Nahezu zeitgleich hätten bundesweit an über 20 Standorten Betriebsversammlungen stattgefunden, auf denen sich die Beschäftigten nicht nur ihrem Unmut Luft machten, sondern auch deutlich machten, dass sie zu Mercedes-Benz gehören.
"Sie stemmten sich lautstark, farbenfroh und mit klaren Botschaften auf Bannern und Fahnen gegen die Vorstandspläne. Mit diesem eindeutigen Statement und dem starken Rückhalt aus der Belegschaft werden meine Betriebsratskollegen der Niederlassungskommission in den nächsten Tagen in das erste Sondierungsgespräch gehen." führte Ergun Lümali, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Mercedes-Benz Group AG aus.

Alarm in den Mercedes-Niederlassungen. Feuer unterm Dach. Mitarbeiter auf den Barrikaden

Der Gesamtbetriebsrat der Mercedes-Benz Group AG hatte sich direkt nach Bekanntmachung der Verkaufspläne kämpferisch gezeigt. Gesamtbetriebsratsvorsitzender Ergun Lümali äußerte sich am 22.01.2024 geradezu schockiert:

"Der Vorstand verkündete die Entscheidung zur Prüfung der schrittweisen Veräußerung der konzerneigenen Niederlassungen in Deutschland. Diese Nachricht hat uns schockiert und ist für Belegschaft und Betriebsrat nicht akzeptabel. Nach Jahren des Verzichts und damit einhergehend zahlreicher Zugeständnisse seitens der Beschäftigten sind die Niederlassungen profitabel und leisten ihren Beitrag zum Konzernergebnis. Die Vorstands-Pläne sind für uns nicht nachvollziehbar. Sie negieren die positiven Entwicklungen der letzten Jahre und sind ein Schlag ins Gesicht unserer Kolleginnen und Kollegen im Own Retail. Gerade in Zeiten der Transformation, des Umbruchs und der Unsicherheiten brauchen die Beschäftigten Rückhalt, Konstanz und Zuversicht. Deshalb fordern wir nicht ohne Grund mehr Sicherheit und langfristige Perspektive für unsere Kolleginnen und Kollegen und werden auch bei den anstehenden Plänen niemanden im Regen stehen lassen. Wir werden alles dafür tun, damit die Beschäftigten langfristige Garantien erhalten. Dies werden wir zunächst in Gesprächen versuchen herzustellen. Sollten diese Gespräche nicht auf fruchtbaren Boden fallen, dann werden wir Widerstand leisten. Gemeinsam mit den Niederlassungen und Werken wissen wir uns zu wehren." Nun also haben die Barrikadenkämpfe offenbar begonnen.

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