Killt Elektromobilität hundertausende Jobs in der Autoindustrie?

Studie: Autoindustrie droht bis 2030 Verlust von 360.000 Arbeitsplätzen

Killt Elektromobilität hundertausende Jobs in der Autoindustrie?: Studie: Autoindustrie droht bis 2030 Verlust von 360.000 Arbeitsplätzen
Erstellt am 4. November 2019

Die Elektromobilität kommt. Das ist Konsens von Politik und Industrie. Der systemische Wechsel bei der Antriebsart wird zweifellos tiefgreifende Folgen für die Beschäftigungsstruktur in der deutschen Automobilindustrie haben. Während der Bundesverband eMobilität davon ausgeht, dass allein durch den Aufbau der Ladeinfrastruktur in den nächsten zehn Jahren 255.000 neue Arbeitsplätze entstehen, ist sich das Gros der Experten einig, dass die Elektromobilität viele Arbeitsplätze in der Automobilindustrie kosten wird. Fakt ist: Ist der Verbrenner erst einmal ein Auslaufmodell, dann werden viele Bauteile und damit auch die Arbeitsplätze, die es derzeit noch braucht, um diese Teile zu fertigen, nicht mehr benötigt. Nur wie viele werden es von den gut 800.000 Arbeitsplätze, die direkt von der Autobranche abhängen, am Ende sein? Die grausame Antwort lautet: 160.000. Dass ist das Ergebnis einer aktuellen Modellrechnung, die im Auftrag des Umweltverbands BUND vorgenommen wurde. Wie das Magazin „Der Spiegel“ schreibt, kommt bei dieser Studie der Pforzheimer Wirtschaftswissenschaftler Rudi Kurz zu dem Ergebnis, dass diese große Zahl der Stellen allein deswegen wegfalle, weil viele Bauteile beim Wechsel auf E-Antrieb nicht mehr benötigt würden. Laut Kurz stehen in der deutschen Autoindustrie aber in dne kommenden zehn Jahren noch viel mehr Jobs in der deutschen Autoindustrie auf der Streichliste: Weitere 150.000 Arbeitsplätze werde der Fortschritt der Produktivität kosten. Nochmal 50.000 Stellen werden in der Autobranche ausradiert, wenn die Menschen mehr und mehr neue Mobilitätsdienstleistungen wie Carsharing nutzen und/oder auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Summa sumarum sind demnach bis zum Jahr 2030 ca. 360.000 Arbeitsplätze in der deutschen Autoindustrie, das ist fast die Hälfte aller Jobs, gefährdet. Hierbei wäre noch anzumerken, dass durch den Strukturwandel, welcher der Branche durch E-Mobilität und Industrie 4.0 bevorsteht, als direkte Folge der massenhafte Verlust überwiegend gut bezahlter Arbeitsplätze bei Autmobilbauern und Zulieferern droht. Indirekt wird der prognostizierte Verlust dieser Jobs auch für andere Bereiche in Konsumwirtschaft & Co nicht ohne Auswirkungen bleiben können. (Bilder: Daimler)

Autor:‭ ‬Mathias Ebeling

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