Elektromobilität und Personalabbau

Worst Case Szenario: E-Mobilität kostet bis 2030 rund 410.000 deutsche Jobs

Elektromobilität und Personalabbau: Worst Case Szenario: E-Mobilität kostet bis 2030 rund 410.000 deutsche Jobs
Erstellt am 13. Januar 2020

Wenn die Elektromobilität immer mehr Raum greift, dann ändert sich nicht nur die Art des Fortkommens, sondern auch die Automobilproduktion fundamental. Ein Automobil mit Verbrennungsmotor besitzt 90 mal mehr bewegliche Teile als ein Elektroauto. Der Systemwechsel vom Verbrenner zum E-Auto wird also Jobs kosten, weil Mitarbeiter für die Produktion von Verbrennermotoren, Einspritzanlagen, Getrieben, Abgassystemen etc. über kurz oder lang nicht mehr benötigt werden. Bei den Zuliefererbetrieben ist der Transformationsprozess jetzt schon spürbar. Durch die von der Bundesregierung verabschiedeten Klimaschutzmaßnahmen wird sich die Elektrifizierung der Mobilität beschleunigen. Wie sich dies auf die Beschäftigungsstrukturen auswirkt, hat eine Arbeitsgruppe der Nationalen Plattform Mobilität in einem am Montag veröffentlichten Zwischenbericht zur strategischen Personalplanung und Entwicklung im Mobilitätassektor untersucht. Der Bericht lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass der Personalbedarf in der Produktion und in Teilen der Entwicklung abnehmen wird. Und zwar sehr dramatisch.

Extremszenario: Die Elektromobilität kostet in Deutschland fast 410.000 Arbeitsplätze bis 2030

Der NPM-Bericht weist zwar darauf hin, dass E-Mobilität auch neue Jobs schaffen wird. Unterm Strich ist der Saldo aber erheblich im Minus. Insgesamt seien die technologiegetriebenen Arbeitsplatzverluste aufgrund der Umstellung auf den Elektroantrieb bei Pkw unter den pessimistischen Annahmen zum steigenden Importbedarf als sehr hoch zu bewerten. Im Elektro-mobilitätsszenario Plus würde es in Deutschland im Jahr 2030 unter diesen Annahmen fast 410.000 (ca. 0,91 %) Arbeitsplätze weniger geben, sagt der Bericht. Aus Mitarbeiter-Sicht sind das Horrorzahlen. Kann es denn wirklich so schlimm kommen? Der Verband der Deutschen Automobilindustrie macht in Reaktion auf den NPM-Bericht eine andere Rechnung auf. „Die Mobilität der Zukunft bedeutet für Unternehmen und viele Arbeitnehmer tiefgreifende Veränderungen“, sagt auch VDA-Geschäftsführer Dr. Kurt-Christian Scheel. Und er räumt ein, dass es klar sei, dass der Umstieg auf die Elektromobilität Anpassungen erfordern und zu einem Rückgang der Beschäftigung am Standort Deutschland führen werde. Weil aber die Produktion der E-Autos und der Komponentenbau auch in Deutschland stattfinde und sukzessive mehr und mehr Fertigungsstätten für E-Mobilität in Deutschland errichtet würden, falle der Arbeitsplatzverlust deutlich geringer aus, als der aktuelle NPM-Bericht ausweist. „Unsere Hersteller werden bis 2023 ihr Angebot bei elektrifizierten Fahrzeugen auf über 150 E-Modelle verdreifachen. In alternative Antriebe und dabei vor allem in die Elektromobilität investieren die deutschen Hersteller und Zulieferer bis 2024 rund 50 Mrd. Euro“, betont Scheel. Demzufolge geht der VDA davon aus, dass der Umstieg von Verbrenner- auf Elektroautos im Bereich des Antriebsstrangs mit einem Abbau von "lediglich" 79.000 bis 88.000 Stellen im Jahr 2030 verbunden sein könnte.

Hintergrund: Über die NPM – Nationale Plattform Zukunft der Mobilität

Die Nationale Plattform Zukunft der Mobilität, die auf Initiative des Bundeskabinetts einberufen wurde, bringt Experten aus Politik, privatem Sektor, Verbänden, Forschungseinrichtungen und NGOs zusammen, um Konzepte für eine nachhaltige, umwelt- und klima-gerechte, bezahlbare und wettbewerbsfähige Mobilität in Deutschland zu entwickeln. In sechs Arbeitsgruppen werden technologieneutral verkehrsträger-übergreifende Handlungsempfehlungen an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erarbeitet.
Autor:‭ ‬Mathias Ebeling

 

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