Daimler Jahrespressekonferenz 2020

Gedämpfter Optimismus bei Daimler Chef Källenius: "Wir sind wieder in der Spur!"

Daimler Jahrespressekonferenz 2020: Gedämpfter Optimismus bei Daimler Chef Källenius: "Wir sind wieder in der Spur!"
Erstellt am 11. Februar 2020

Die erste Jahrespressekonferenz mit Ola Källenius in der Hauptrolle als Vorstandsvorsitzender ist passé. Wer den Konzern im Jahr 2019 aufmerksam verfolgt hat, der konnte erahnen, dass die heutige Pressekonferenz bei einem zu verkündenden Gewinneinbruch um fast zwei Drittel – der Gewinn vor Steuern und Zinsen sank von 11,1 auf 4,3 Milliarden Euro - kein Lustspiel werden würde. Eher wohl ein Drama oder Thriller. Doch nichts davon traf zu. Die Stimmung der Jahrespressekonferenz war gedämpft ökonomisch-rational. Vielleicht die beste Form, schlechte Nachrichten möglichst unspektakulär an den Mann und an die Frau zu bringen.

Dabei lag ein Hauch von Sensation bereits beim Redaktionsfrühstück in der Luft. „Klinsi“ war als Trainer in Berlin zurückgetreten und BILD.de hatte gemeldet, dass der Daimler die S-Klasse einstellen würde. Da letzteres nun wirklich nicht mehr als eine BILD-Ente sein konnte, war dies in der Fragerunde dann eines der ersten Themen, die Daimler-Pressechef Jörg Howe selbst an Ola Källenius adressierte. Der war augenscheinlich dankbar dafür, nach zahlreichen schwer verdaulichen Botschaften hier mal etwas Positives verkünden zu dürfen: Die S-Klasse bleibt, nicht aber das Coupé und das Cabrio. Nur hat Källenius das so klar nicht gesagt, sondern mit dem Hinweis auf den prüfenden Blick auf die Ergebnissituation eher verklausuliert.

Der große strategische Befreiungsschlag, den mancher erwartet oder medial auch gefordert hatte, blieb auch heute aus. Källenius wich nicht von seiner Linie ab und erläuterte technisch detailliert die Fülle an Sparmaßnahmen, die die Wende bringen sollen.

Hatten Aktionäre und Fondsmanager zuletzt noch mit einer Dividende um 1,50 Euro gerechnet, wurde diese von 3,25 Euro auf 90 Cent zurechtgestutzt. 1,4 Milliarden Euro sollen bei den Beschäftigten eingespart werden. Die Branchenblätter sprachen von 15.000 Stellen. Källenius davon, dass Daimler weltweit bis Ende 2022 eine "niedrige fünfstellige Zahl" an Stellen abbauen werde – auch in der Chefetage.  Bei den Zulieferern, im Einkauf und beim eigenen Programm soll ebenfalls gespart werden. Das Ende der X-Klasse ist für Mai 2020 bestätigt, ob es auch die B-Klasse treffen könnte, wollte Källenius nicht explizit bejahen. Dafür aber bestätigte er eine zweite Citan-Generation mit Partner Renault. Über alle Baureihen hinweg, sollen die einzelnen Modelle überprüft werden. Zuletzt wurde immer deutlicher, die Stimmung in der Belegschaft ist schlecht, ein Stimmungsaufheller dürften die 597 Euro Ergebnisbeteiligung für die rund 130.000 Tarifbeschäftigten ganz gewiss nicht sein. Im Jahr davor gab es 4.965 Euro.  

Und da der Daimler-Chef natürlich weiß, dass die Medien ihn nun genau im Blick haben, betonte der Schwede auch immer wieder, dass die Maßnahmen schon 2020 greifen werden. Man sei „on Track“. Also wieder in der Spur.  

Tatsächlich liegt das Problem ja nicht beim Umsatz. Daimler hat 2019 so viele Autos verkauft wie nie zuvor, nur übriggeblieben ist deutlich weniger. Verantwortlich dafür sind die exorbitanten Rückstellungen für das Diesel-Desaster. Da Källenius allerdings nun zuversichtlich ist, nach drei Gewinnwarnungen das tiefe Tal der Tränen durchschritten zu haben, verkündete er, dass die Maßnahmen noch 2020 greifen werden und der Gewinn wieder steigen werde. Er weiß, er muss jetzt liefern.

Bild: Screenshot Daimler Pressekonferenz

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