Mercedes-Benz 190 E 2.6

Klein aber mein: Die feine Art 190er zu fahren

Mercedes-Benz 190 E 2.6: Klein aber mein: Die feine Art 190er zu fahren
Erstellt am 8. Juni 2018

Manchmal kann man es kaum glauben: Das Debüt des Mercedes-Benz 190 datiert auf den Dezember 1982. Huch, ist das wirklich schon so verdammt lang her? Dabei wirkt dieser Wagen bis heute jung und modern. Er war der Traum-Mercedes einer ganzen Generation, welche diesen Stern, der unternehmensintern seinerzeit schon als Kompaktklasse bezeichnet wurde, den großen Stuttgarter Kalibern vorzogen. Torsten Neubert ist seinem W201 ebenfalls verfallen. Sein 88er Mercedes-Benz 190 E 2.6 darf in diesem Jahr sogar mit H-Kennzeichen auf die Straße. Doch reif für die Rente ist sein 190er noch lange nicht.

Historisch bedeutend: Mercedes-Benz Baureihe W201 ist ein Meilenstein

Die Baureihe W201 begründete eine dritte Baureihenfamilie der Mercedes-Benz Personenwagen unterhalb der mittleren Baureihe. Sie macht den Schritt hin zu einer Auffächerung des Mercedes-Benz-Portfolio. Der Mercedes 190 war ein Modell, das der Marke eine neue Zukunft wies. Denn er markiert nicht nur den Beginn der kompakten Mercedes-Benz-Erfolgsgeschichte. Vielmehr beginnt mit der frischen und fortschrittlichen Limousine auch die große Modelloffensive von Mercedes-Benz.

Breite Fanbase für den Mercedes 190

36 Jahre nach ihrer Premiere können die Limousinen der Baureihe W 201 mit ihren Stärken immer noch überzeugen. Bis heute begeistern ihre klaren Linien durch zeitlose Modernität. Und so besitzt der Mercedes-Benz 190 auch in der Jugendabteilung des Sternfahrerlagers eine breite Fanbase.

Mein Autotraum: Mercedes-Benz 190

Torsten Neubert ist 34. Sein Autotraum hieß und heißt Mercedes-Benz 190. „Schon vor dem Führerschein wollte ich einen 190er haben. Aber der Weg zu meinem eigenen Baby-Benz hat mich viel Kraft und Schweiß gekostet! Neben der Schule habe ich zig Aushilfsjobs gemacht, bis ich endlich das Geld für meinen Stern zusammen hatte“, erzählt der MIB.

Begeisterungspotential inside

Ihn begeistert am 190er das, was das fahrende Volk schon vor 36 Jahren an diesem Modell faszinierte: „Kein anderes Auto macht die Leute derzeit neugieriger als diese neue Entwicklung der ältesten Automobilfabrik der Welt“, schrieb „auto, motor und sport“ im Jahr 1983 über die neue Kompaktklasse. Mit seiner Frische und Modernität, kombiniert mit dem technischen Führungsanspruch in einem für die Marke neuen Segment, nahm der Mercedes-Benz 190 Öffentlichkeit und Fachleute für sich ein.

Oldie but Goldie

Sein attraktives Flair hat sich auch der Torstens W201 bewahrt. Das 88er Baujahr begegnet uns heute, 30 Jahre nach seinem Stapellauf, als individualisierter, jung gebliebener Klassiker.

Übertriebenen Sporttrimm sucht man an diesem Exemplar vergebens. Die komplett in Antrahzitschwarz lackierte Limousine weist sich - äußerlich betrachtet - mit US-Front und US-Blinkern, roten Fifft-Rückleuchten, einer nach Original-Maßen selbst gefertigten Edelstahl-Abgasanlage sowie gelben belgischen Scheinwerfern als eine mild getrimmte personaliserte Ausgabe unter ihresgleichen aus.

Tiefgründig

Die sportliche Verbeugung fällt bei diesem Exemplar eindrucksvoll tief aus. Mit H&R-Deep-Federn geht‘s für Torstens Mercedes-Benz 190 ganz schön weit runter. Minus 110 mm/85 mm VA/HA sollen die Tiefstände betragen.

Radwechsel innerhalb der Familie

Unter den bearbeitete Radläufen mit den umgelegten Kanten brachte Torsten Neubert, der durch sein Engagement beim Reifenservice RS-Zentrum sein Autohobby zum Beruf machte, 16zöllige S-Klasse-W140-Felgen in Stellung. Die originalen Mercedes-Felgen, die zum Zeitpunkt des Fotoshootings aufgezogen waren und mittlerweile durch andere Rundstücke ersetzt wurden, profilieren sich mit 195/40er Hankook-Ventus-S1-Evo-Pneus.

Schöner Fahren

Dass es mitnichten immer rennsportliches Equipment sein muss, mit dem man einen Innenraum schön aufzuwerten vermag, beweist der Blick in den Innenraum des Mercedes-Benz 190. Zwar fehlt es mit der originalen Sport-Ausstattung und einem Raid-Holzlenkrad nicht an Performance orientiertem Rüstzeug, doch das schöne innere Gepräge dominiert der Mix aus beigefarbenem Karo-Bezugsstoff und Leder im Farbton Caramell. Hmh, sieht das lecker aus! Bei der Stoff-/Lederkombination handelt es sich übrigens um ein Original-W123-Material.

Glücklicher MIB

Der Mercedes-Benz 190 macht Torsten froh. Fahrspaß hat er. Autoglück empfindet er. Liebe zum Stern lebt er. Und darum verwundern seine letzten Worte zum Ende unserer Begegenung auch nicht im mindesten: „Ein Leben ohne Daimler ist möglich, aber total sinnlos.“

31 Bilder Fotostrecke | Mercedes-Benz 190 E 2.6: Klein aber mein: Die feine Art 190er zu fahren #01 #02

Mercedes-Fans Technische Daten

Fahrzeugtyp: Mercedes-Benz 190 E 2.6
Baujahr: 1988
Motor: Reihensechszylinder, Hubraum: 2597 ccm, Leistung: 160 PS bei 5800 U/min, Eigenbau-Edelstahl-Abgasanlage in Original-Maßen
Getriebe: Automatik
Räder: S-Klasse W140, 7,5 x 16 ET51 rundum
Reifen: Hankook Ventus S1 Evo, 195/40 ZR16
Fahrwerk: H&R-Deep-Federn (minus 110/85 mm vorne/hinten)
Karosserie: Radläufe bearbeitet und Kanten umgelegt, US-Frontstoßstange, belgische Scheinwerfer, US-Blinker, rote Fifft-Rückleuchten
Innenraum: Raid-Sport-Holzlenkrad, Holzdekor und Holzlenkrad in Elfenbeinbeige lackiert, Original-Caramel-Mercedes-Leder vom W123, Karo-Bezugsstoff für Bestuhlung
ICE: NX702E Clarion Headunit, Hertz-HCT5D-Endstufe, Hertz-Speaker vorn/hinten, Techart-Soundboard /Hutablage

 

Text & Fotos:‭ ‬Mathias Ebeling

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Login via Facebook

Community