E-Auto-Hype isch over

Mahle-Chef fordert vollständige Aufhebung des Verbrennerverbots

E-Auto-Hype isch over: Mahle-Chef fordert vollständige Aufhebung des Verbrennerverbots
Erstellt am 12. März 2024

Nachdem sich kürzlich erst Bosch-Chef Stefan Hartung öffentlich zu längeren als von der EU beabsichtigten Laufzeiten des Verbrennungsmotors deutlich zu Wort gemeldet hat, macht sich einmal mehr Mahle CEO Arnd Franz für die Verbrennertechnologie stark. "Wir müssen das vollständige Verbot für Fahrzeuge mit Verbrenner aufheben", sagt Arnd Franz, der Vorstandsvorsitzende des Autozulieferers Mahle im Interview mit der FAZ ganz unmissverständlich. Sein Standpunkt ist klipp und klar: Mag die Zukunft des Autos auch elektrisch sein, so seien die Klimaziele ohne die Verbrennertechnologie nicht erreichbar. Der Mahle-CEO erwartet ein Umdenken in der Politik und fordert Technologieoffenheit ein.


Rund 72.000 Mitarbeiter sind weltweit bei dem Automobilzulieferer Mahle in Lohn und Brot. Mahle hat sich zwar längst auf den Weg der Mobilität von morgen gemacht und ist auch auf dem Gebiet der Elektromobilität unterwegs, doch der Verbrenner ist es, welcher im Wesentlichen das Geschäft von Mahle ausmacht: "Wir erzielen immer noch knapp 40 Prozent unseres Umsatzes mit Verbrennungsmotoren für PKWs. In Deutschland und Europa hängen zwei Drittel unserer Arbeitsplätze an dieser Technologie", zitiert die FAZ den Mahle-Chef, welcher es für notwendig hält, auch künftig auf klimaneutrale Verbrennungsmotoren zu setzen. "Wir benötigen klare Anreize für erneuerbare Kraftstoffe, sowohl für synthetische als auch für Biokraftstoffe", sagt der CEO des Automobilzulieferers und fügt hinzu: "Wir müssen das von der EU beschlossene vollständige Verbot für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor aufheben."

Artikel vom 04.03.2024: Bosch-Boss: Elektrifizierung von Fahrzeugen wird Jahrzehnte dauern

Der E-Auto-Hype isch over in Deutschland im Allgemeinen und im Schwabenland im Besonderen. Nachdem Mercedes-Benz-CEO Ola Källenius erst kürzlich so deutlich wie noch nie ausgeführt hat, dass der Verbrenner ob der schwachen E-Auto-Verkaufszahlen noch sehr lange eine große Rolle spielen werde, meldet sich mit ähnlich desillusioniertem Unterton Bosch-Chef Stefan Hartung in einem Interview mit „The Pioneer“ zu Wort. Der Verbrenner werde noch über Jahrzehnte benötigt werden, sagt der Vorstandsvorsitzende von Bosch, des größten Automobilzulieferers der Welt, und führt aus, dass es noch mindestens 30 bis 35 Jahre brauchen werde, um alle Fahrzeuge auf dieser Welt zu elektrifizieren.

Nach der E-Auto-Begeisterung kommt die Ernüchterung

Die E-Auto-Verkäufe stagnieren. Der geplante globale Siegeszug des elektrischen Automobils findet nicht statt. Dass Tech-Multi Apple kürzlich mitteilte, dass man nach Jahren der Entwicklung das eigene E-Auto-Projekt mitsamt der investierten Dollar-Milliarden in die Tonne tritt, ist ein weiteres Zeichen dafür, dass sich viele zu viel vom E-Auto erhofft haben. Hierzulande war die Politik der Trommler für das E-Auto. Dem Wunschdenken in Brüssel und Berlin ist die Industrie sehr bereitwillig gefolgt. Tatsächlich findet ein Hochlauf der E-Auto-Produktion aber nicht statt. Nun wird wieder umgeparkt im Kopf.

Umparken im Kopf: Bosch setzt weiter auf den Verbrenner

Bosch-Chef Hartung sieht die Sache heute so: 16 Jahre würde es brauchen, die globale Produktion von 90 Millionen Fahrzeugen auf Elektro umzustellen. In dieser Zeit würden nach wie vor Autos mit Verbrennungsmotor produziert werden, die mit den Jahren ersetzt werden müssten. "Es wird eher die doppelte Zeit brauchen, mindestens 30 bis 35 Jahre, um weltweit alle Autos zu elektrifizieren," sagt der Bosch-CEO. Für ihn steht heute fest, dass ein Gutteil der Mobilität von morgen, nicht elektrisch sein werde und auch nicht werden könne.
Als ein Beispiel verweist er auf die Landwirtschaft, wo Elektro-Antriebe aufgrund der langen Einsatzzeiten und der hohen Beanspruchung versagen müssten.

Dass die EU sich das Ziel vorgegeben hat, ab 2035 nurmehr Neuwagen zuzulassen, die kein CO₂ ausstoßen, mag der Bosch-Chef im Interview nicht kritisieren. Einerseits. Andererseits. Als Weltfirma, so teilt er mit, werde Bosch an der Verbrenner-Technologie festhalten: "Man kann die Kunden außerhalb Europas nicht zwingen, sie nicht einzusetzen."

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1 Kommentar

  • R129Fan

    R129Fan

    Einsicht ist der erste Weg zur Besserung, aber eigentlich war der Drops schon seit Einführung des elektischen Anlassers gelutscht, nur bei einigen Sektenmitgliedern sind halt die letzten 150 Jahre vorbeigerauscht.

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