Fahrbericht Mercedes GLA 250e PHEV

Verfolgungsjagd

Fahrbericht Mercedes GLA 250e PHEV: Verfolgungsjagd
Erstellt am 3. Juni 2020

Nachdem Mercedes seine Frontantriebsfamilie mit dem GLA komplett ausgerollt hat, sind jetzt die elektrifizierten Modellvarianten dran. Bevor EQA und EQB zu den Kunden rollen, kommt zum Beispiel der Mercedes GLA auch als Plug-In-Hybride.
Das Antriebsmodul des jüngsten SUV-Modells auf der hauseigenen Frontantriebsplattform kennt man bereits vom A 250e / B 250e. Nicht nur bei den Leistungsdaten gibt es keinen nennenswerten Unterschied. Angetrieben wird der GLA 250e vom nur 1,3 Liter großen Vierzylinder-Turbo, der immerhin 118 kW / 160 PS und 250 Nm maximales Drehmoment (ab 1.620 U/Min) leistet. Zwischen Vierzylinder und achtstufigem Doppelkupplungsgetriebe arbeitet ein kleiner Elektromotor, der für die Fahrten des Alltags 75 kW / 102 PS und 300 Nm beisteuert. Somit liegt die Gesamtleistung des GLA 250e bei 160 kW / 218 PS und einem kraftvollen Drehmoment von stattlichen 450 Nm. Ebenso wie die teilelektrifizierten A- und B-Klasse-Modelle verfügt jedoch auch der Mercedes GLA 250e jedoch über keinen Allradantrieb und unterscheidet sich damit von Konkurrenten wie zum Beispiel einem BMW X1 / X2 xDrive 25e / Mini Countryman SE, bei denen elektrisch die Hinterachse angetrieben wird.

Der Grund für den fehlenden Kraftfluss an die Hinterachse liegt in der Plattform, die nicht so flexibel ist wie andere. Ärgerlich für ein Modell wie den Mercedes GLA, der neben seinem Design speziell über den Allradantrieb und seine Geländegängigkeit beim Kunden positioniert wurde. Ein SUV-Blender, der sich abgesehen von den sehr deutlich spürenden Antriebskräften an der Vorderachse allemal sportlich und kraftvoll bewegen lässt. Je nach Fahrprogramm Comfort oder Elektro startet die Mercedes GLA 250e rein elektrisch und fährt so lange im reinen Elektromodus bis man das Fahrprogramm wechselt oder derart stark aufs Gaspedal tritt, dass der Verbrenner dazu springt.

Aus dem Stand beschleunigt der knapp 1,8 Tonnen schwere GLA 250e in 7,1 Sekunden auf Tempo 100 und erreicht auf der Autobahn immerhin 220 km/h Höchstgeschwindigkeit. Rein elektrisch ist der Plug-In-Hybride bis zu 140 km/h schnell und kann Strecken von knapp über 50 Kilometern mit feinfühligem Gaspedal rein elektrisch zurücklegen. Dafür sorgt die Lithium-Ionen-Batterie, die im Heck des Fahrzeugs nahezu unsichtbar verbaut mit ihren 15,6 kWh so groß ist, dass man viele Alltagsfahrten elektrisch zurücklegen kann. Allzu dynamisch sollte man es am Steuer des allemal flotten Hybrid-GLA nicht angehen lassen, denn im Hybridmodi schaltet sich der 1,3 Liter große Turboverbrenner überaus lautstark dazu, um die Leistungsabfragen des Fahrers zu befriedigen. Der Normverbrauch liegt bei entsprechend voll geladenem Akku bei 1,6 Litern auf 100 Kilometern, was beim GLA 250e einem Stromverbrauch von 15,5 kWh / 100 Kilometer entspricht. Das 150 Kilogramm schwere Akkupaket reduziert dabei das Tankvolumen auf überschaubare 35 Liter. Wahlweise lässt sich der Mercedes GLA 250e an einer 7,4-kW-Wallbox mit Wechselstrom in 1.45 Stunden wieder komplett aufladen. Beim Gleichstromladen mit maximal 24 kW beträgt die Ladezeit etwa 25 Minuten von 10 bis 80 Prozent.

Der Klang des 1,3 Liter großen Vierzylinders ist unter Last mehr als angestrengt. Im Normalbetrieb und bei langsamer bis flotter Fahrt sieht das völlig anders aus, denn hier klappt die Abstimmung der beiden Motoren im Getriebetunnel vorbildlich und höchst zurückhaltend im Hintergrund. Da übernimmt der Elektromotor die Hauptarbeit und der Verbrenner kommt für Elektro-Unkundige überraschend selten zum Einsatz. Wer will, kann sich im E-Modus – zu bedienen über Fahrprogrammschalter oder MBUX-Touchscreen - auch für den vollständigen Elektromotor entscheiden und locker hinter seinem Vordermann hinterherrollen.

Dafür sorgen die miteinander intelligent vernetzten Assistenzsysteme, die für eine entspannte Fahrt und den bestmöglichen Verbrauch sorgen. So wird beispielsweise deutlich über das stärker verzögert, wenn man auf das Ende einer langsameren Kolonne auffährt oder in der Autobahnausfahrt eine Kurve folgt. Dazu braucht man nicht auf die Bremse zu treten, sondern die A-Klasse lässt sich ebenso wie viele Elektroautos je nach Rekuperationsmodus nahezu komplett mit dem Gaspedal (one-pedal-feeling) fahren, das für eine entsprechend starke Verzögerung sorgt, wenn man diese über Schaltpedale am Steuer in die stärkste Stufe schaltet. Im Innenraum sind GLA-Normalmodell und Plug-In-Hybride des GLA 250e nicht voneinander zu unterschieden. Das Platzangebot im Fond des SUV ist nicht üppig; aber allemal ausreichend und das Ladevolumen wird nur leicht eingeschränkt. Je nach Position der Rückbank liegt es zwischen 385 und 1.385 Litern.

Der Mercedes GLA 250e ist ein idealer City-SUV. Wer viel in der Innenstadt unterwegs ist und die Chance hat, zu Hause, im Büro oder in der City aufzuladen, sieht den Tankwart seines Vertrauens nur noch selten, denn die kürzeren Strecken legt der hybride GLA nahezu komplett elektrisch zurück, wenn man nicht dynamisch unterwegs sein will. Für längere Strecken und entsprechende Autobahnpassagen ist der Benziner allemal stark genug, wenn man hier nicht den Kilometerfresser mimt. Denn dann kommt man um ein Modell wie den Mercedes GLA 220d schon deshalb nicht herum, weil dem Teilzeit-Elektromodell der empfehlenswerte Allradantrieb fehlt. Der ist das wohl größte Manko am Mercedes GLA 250e, der im Herbst auf den Markt kommt. Preislich dürfte es bei knapp über 42.000 Euro losgehen.

 Bildergalerie: Mercedes GLA 250e 21 Bilder Fotostrecke | Fahrbericht Mercedes GLA 250e PHEV: #01 #02

Technische Daten: Mercedes GLA 250e

Motor: Vierzylinder mit Turboaufladung

Hubraum: 1.332 ccm

Leistung: 118 kW / 160 PS

Elektromotor: 75 kW / 102 PS + 300 Nm

Max. Drehmoment: 250 bei 1.620 /min

Gesamtleistung: 160 kW / 218 PS / 450 Nm

Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h

Beschleunigung 0 – 100 km/h: 7,1 Sekunden

Normverbrauch: 1,6 Liter / 100 km / 38g CO2

Akkukapazität: 15,6 kWh

Leergewicht: 1.775 kg

1 Kommentar

  • egide aus belgien

    Egide aus belgien

    Keinen Allradantrieb, warum denn G nennen?

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