Der neue Mercedes-Benz EQC

Wieso. Weshalb. Warum: Ist der neue Mercedes-Benz EQC genau mein Ding, oder doch bzw. noch nicht?

Der neue Mercedes-Benz EQC: Wieso. Weshalb. Warum: Ist der neue Mercedes-Benz EQC genau mein Ding, oder doch bzw. noch nicht?
Erstellt am 10. Mai 2019

Der neue Mercedes-Benz EQC kommt in die Puschen. Bestellbar ist er schon seit einigen Premiere: Mercedes-Benz EQC Spannendes Debüt in Stockholm: Der Mercedes EQC ist da! Mercedes-Benz macht es in Stockholm spannend: In der schwedischen Hauptstadt wurde heute mit dem Debüt des vollelektrischen EQ C der erste Abkömmling einer Tagen zu einem Preis ab 71.281 Euro (inkl. 19 % MwSt) - was ihn übrigens zur Förderung durch den Umweltbonus in Gesamthöhe von 4.000 Euro qualifziert. Weil ein Mitarbeiter von Mercedes-Fans.de schon den Prototypen fahren durfte, können wir guten Gewissens sagen: Das vollelektrische SUV Mercedes-Benz EQC ist so komfortabel wie eine E-Klasse und so sportlich wie einen CLS. Fahrleistungen, Sicherheit und Materialanmutung stimmen auch. Und sogar der Alpdruck Reichweitenangst ist kein Thema (mehr). Wenngleich der Aktionsradius natürlich immer auch von der persönlichen fahrweise abhängt, wird die Reichweite mit einer vollen Ladung der 80-kWh-Batterie nach NEFZ) mit 445 - 471 km angegeben. Eine Problemzone, die sich Umsteigewillige vom Verbrenner auf den EQC genau durch den Kopf gehen lassen sollten, gibt es dennoch: Fahrspaß beiseite, lasst uns mal über die Ladezeiten sprechen!

 

Strom tanken: Wer ist schneller geladen - der EQC oder sein Fahrer?

Wir lassen im Folgenden, um die Sache nicht noch weiter zu komplizieren, die unterschiedlichen Preis- und Tarifstrukturen sowie Bezahlmodelle der öffentlichen Anbieter von Stromladesäulen mal außen vor. Nur soviel zu dem Thema: Der Konsument muss sich hier durch einen dichten Dschungel von derzeit rund dreihundert Anbietern mit unterschiedlichen Abrechnungsmodi (nach Zeit, nach Menge) kämpfen. Der Konsument muss sehr genau hinschauen, mit welchem Anbieter er sich verkabelt, sonst wird das Tanken vom Strom am Ende noch teurer als die Benzin/Diesel-Nummer an der Sprit-Tanke.
Im Ideallfall steuert der EQC beim Stromtanken eine Schnelladesäule mit Gleichstrom-(DC)-Laden an. Aber Achtung: Die Anbieter verkaufen hier nicht nur Strom, sondern auch den Service der Schnellladung. Und den lassen sie sich mithin mit zuweilen horrenden Minutenpreisen oder einem Vielfachen des normalem Strompreises bezahlen.
Aber weiter im Text: Abhängig vom Ladestand (bei Erreichen der 80%-Marke verlangsamt sich der Ladevorgang, um die Batterie zu schonen) lädt der EQC an einer Schnelladesäule mit einer maximalen Leistung von bis zu 110 kW. Insofern dies gegeben ist, beträgt die Ladezeit etwa 40 Minuten um eine Batterie von 10 % auf 80% ihrer Kapazität zu bringen. Diese Stromtankdauer klingt erträglich und vereinbar mit dem Alltag. Aber: Die meisten Schnelladesäulen in Deutschland bieten gar nicht diese hohe Kapazität, mit welcher der EQC laden kann. Nicht mehr als 50-kW-Ladeleistung werden hier sehr oft geboten. Und die vielen öffentlichen Ladestationen, die dem Stromsuchenden „nur“ 22-kw-Ladeleistung bieten, dürften dem EQC-Fahrer unterwegs mit einer Ladezeit von gut 4 Stunden (DC) kaum weiterhelfen. Lichtblick: Die Ladestationen-Situation verbessert sich in Deutschland mit zunehmenden Tempo.

Schnelladung ist fein. Alles andere ist Pein und wird zur Geduldprobe

Die Schnelladung mit 110 kW ist für den EQC also erste Wahl. Der Alltag sieht dann aber leider doch etwas anders aus. Was ist, wenn keine Schnelladestation in der Nähe ist? Dann muss man sich in Geduld üben und dem EQC beim Laden Zeit lassen. Zuweilen sehr viel Zeit und mehr Stunden als ein Tag hat. Serienmäßig verfügt der EQC über einen wassergekühlten On-Board-Lader (OBL) mit einer Leistung von 7,4 kW. Damit ist er für das Wechselstrom- (AC-) Laden zu Hause und an öffentlichen Ladestationen vorbereitet. Tanken daheim? Das klingt easy? Denkste. Aus einer normalen Haushaltssteckdose daheim oder am Arbeitsplatz (wobei diese Methode aus Gründen erhöhter Brandgefahr grundsätzlich nicht zu empfehlen ist) sind nicht mehr als 2,3 kW pro Stunde (bei Hausanschlüssen mit 230 Volt und 10 Ampere) zu saugen. Demnach bräuchte ein EQC für eine volle Ladung mindestens 34 Stunden, wenn er an der Haushaltssteckdose hängt. Upps!

Keine gute Idee: Laden des EQC über die Haushaltssteckdose

Das Laden über die Haushaltstseckdose ist keine alltagstaugliche Option. Allenfalls im Notfall, wenn es gar nicht anders geht, sollte man diese Lademethode in Betracht ziehen. Schneller geht der Ladevorgang daheim oder am Arbeitsplatz mit einer Wallbox. Sie wird mit 400 Volt und 16 oder 32 Ampere an das Stromnetz angeschlossen und ermöglicht Ladeleistungen bis zu 22 kW. Dumm nur, dass der Charger im EQC beim AC-Laden daheim nur auf eine maximale Last von 7,4 kW ausgelegt ist. Ihr rechnet noch mit? Da braucht das Aufladen einer entleerten EQC-Batterie mindestens 10 Stunden. Das muss man wissen, bevor man sich den EQC nach Hause holt.

Autor:‭ ‬Mathias Ebeling

1 Kommentar

  • vectra69

    Vectra69

    Das größte problem des EQCs ist MB selber, die nicht ernsthaft vorhaben ihn auf die Straße zu bringen. Die meisten EQCs werden wohl Geschäftswagen werden. Leider bietet MB hier nicht akzeptable Leasingkonditionen. Ein über € 10.000,00 teurer Audi e-tron ist pro Monat trotzdem günstiger. Natürlich wird MB die Kapazität so weit runter fahren, dass trotzdem künstlich lange Lieferzeiten entstehen werden. Man will ja ähnlich hip sein wie Tesla. Leider kapieren die Marketing Leute bei MB hier einiges nicht. Sonst würde man auch nicht irgendwleche Youtube-Sternchen das Auto zuerst fahren lassen. Gruß

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