BRABUS stark unter Strom

Der Strom-Schnelle: Erstes Rollout des BRABUS High Performance 4WD Full Electric

BRABUS stark unter Strom: Der Strom-Schnelle: Erstes Rollout des BRABUS High Performance 4WD Full Electric
Erstellt am 2. November 2011

967 km also ist er schon gelaufen. „Er“ – das ist in diesem Fall der BRABUS High Performance 4WD Full Electric, den der Bottroper Mercedes Tuner bereits auf der IAA in Frankfurt gezeigt hatte. 435 PS stark und 220 km/h schnell soll der Strom-Schnelle sein, den es auch noch als Limousine gibt. Nun hatte Mercedes-Fans.de Gelegenheit beim ersten öffentlichen Roll-Out ein bisschen mitzurollen!



Elektromobilität wird kommen, so oder so! Manchmal beschleicht einen das Gefühl, Auto-Enthusiasten mit benzin im Blut schauen dem mit der gleichen freudigen Erregung entgegen wie einem Besuch beim Zahnarzt. Aber muss es denn wirklich so schlimm werden? Wer sagt, dass das „E“ bei E-Mobilität ausschließlich für Elektroantrieb und nicht auch für Emotionen steht? Sind Emotionen bei einem Elektroauto überhaupt möglich? „Auf jeden Fall!“, sagt BRABUS-Pressesprecher Sven Gramm und lud uns zu einem kleinen Rollout ein.

Mit 435 PS in 6,9 s auf Tempo 100!

Mercedes-Fans.de-Chefredakteur Thomas Ebeling durfte bereits am Steuer des neuen BRABUS High Performance 4WD Full Electric Platz nehmen!



Das E-Mobilität und Fahrspaß sich nicht zwangsläufig ausschließen, hatten wir bei unserem Fahrbericht des SLS AMG E-Cell bereits angedeutet. Der neongrüngelbe Flügeltürer ist ein Stromschlag erster Klasse. Faszination transportiert dieses Geschoß nicht weniger als sein benzingetriebener Bruder. Der SLS AMG E-Cell wird in einer Kleinserie auf den Markt kommen. Aber wo bleibt, die „E-Faszination“ für alle? Nächste Frage: Wenn die Hersteller Elektro-Autos auf den Markt bringen, was machen dann die Tuner? Die Elektromotoren „heißer“ wickeln? Das Brummen verstärken? Professor h.c. Bodo Buschmann und sein Entwicklungsteam haben mit dem BRABUS High Performance 4WD Full Electric zumindest schon mal eine hochspannende Version eines BRABUS-Mercedes gezeigt. Und das gleich als Limousine und als T-Modell.

Das Verblüffende: Von Mercedes stammt an diesem Auto nur noch die Hülle. Für die technischen Innereien zeichnen BRABUS samt britischem Kooperationspartner Protean verantwortlich. Und nach Art des Hauses sind die Leistungsdaten aufgeladen: 3.200 Nm maximales Drehmoment reichen um einen Fischkutter über die Wellenkämme zu prügeln, 320 KW oder 435 PS dürften nicht nur bei Ampelsprints begeistern. Apropos Sprint: Tempo 100 erreicht der schneeweiße Kombi in nur 6,9 Sekunden. Trotz rund 400 kg Mehrgewicht. Aufladen dauert etwas länger, zwischen 1,5 Stunden oder 5 Stunden, wenn der Strom-Schnelle an einer normalen Steckdose betankt wird.

Das 56 Kilowattstunden-Lithium-Ionen-Batteriepaket ermöglicht dafür aber auch eine Reichweite von 350 km. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 220 km/h. Elektronisch eingebremst. Es handelt sich schließlich noch um einen Versuchsträger, es ginge sicherlich mehr. Aber die Techniker haben die Drehzahl der vier Radnaben-Motoren erst einmal auf 2.000 U/min begrenzt. Und damit die nicht überhitzen, werden Sie von insgesamt acht Kühlpumpen auf bekömmlichem Temperatur-Niveau gehalten? Ja, die Temperatur der Radnaben-Motoren scheint ein Thema zu sein. Neu ist das Radnaben-Motor-Prinzip ja nun beileibe nicht, aber hat jemand leistungsstärkere im Angebot? Und diese wollen nun mal gut gekühlt werden.

Radnaben-Motoren? Kühlpumpen?

Das "V" unter der Abdeckung steht weder für V8 noch für "Versuch macht klug!", sondern für "Volt"



Der Sound der Kühlpumpen ist das, was der Pilot hört, wenn er den BRABUS High Performance 4WD Full Electric entert und aktiviert. Es ist ein niedrigfrequentes Brummen, das dem Fahrer signalisiert: „Das Auto ist betriebsbereit!“ Die Motoren selbst, jeweils platziert an einem Rad, hörst du im Stillstand nicht, denn dann sind sie ja aus. Zumindest solange wir noch stehen. Leerlauf kennt der Elektromotor ja nicht. Das Geräusch ändert sich ein wenig in dem Moment, wo die Radnabenmotoren unter Spannung gesetzt werden und das Auto sich in Bewegung setzt. Bis auf den digitalen Instrumententräger ist in dieser E-Klasse alles so wie man es kennt. Gut, es gibt noch einen „Not-aus!“-Schalter auf der Mittelkonsole. Es ist halt ein Entwicklungs-Fahrzeug. Aber sonst, hätte es auch ein „normaler“ BRABUS mit Automatik sein können.

Aber auf ein Getriebe verzichtet der BRABUS High Performance 4WD Full Electric natürlich auch. Die Urkräfte von 3.200 Nm maximalem Drehmoment würden die Innereien vermutlich auch in Rekordzeit schlachten. So werden die Motoren von der Elektronik angesteuert und die achtet natürlich darauf, dass die Kräfte immer sinnvoll verteilt werden. Bei Trockenheit, bei Nässe, bei Glätte und auch bei unterschiedlich beschaffenen Untergründen auf der rechten und linken Fahrzeugseite. Zum Beispiel bei Herbstlaub! Es ist sogar vorstellbar, dass der Fahrer zwischen unterschiedlichen Pre-Sets wählen könnte: vielleicht Charakteristik „Heckantrieb“, jetzt würde mehr Saft an die Hinterachse fließen. Aber für die BRABUS-Entwickler steht ein anderes Thema deutlich mehr im Vordergrund: Das Zauberwort heißt „Torque-Vectoring“! Die präzise aufeinander abgestimmte Verteilung der Antriebskräfte an den jeweiligen Motor optimiert Fahrzeugstabilität in allen Fahrsituationen. Das Auto geht zielgenau in die Kurve und kommt sicherer wieder raus!

Ist E-Mobilität unsexy?

Wir drücken mal etwas doller aufs Pedal und das T-Modell schiebt mit Macht auf Tempo 80! Soweit sich das angesichts der Umstände beurteilen lässt, hinterlässt das Auto, immerhin 400 kg schwerer als ein serienmäßiges T-Modell, einen ganz normalen Eindruck. Wie weit sich die ungefederten Massen an den Rädern – immerhin wiegt ein Radnabenmotor samt Pumpen mehr als 30 kg – bei höheren Geschwindigkeiten z.B. bei einem Trip über eine kurvige und unebene Landstraße auswirken, dass lässt sich nach dieser kleinen Kostprobe nicht beurteilen. Immerhin spart BRABUS das Gewicht der Scheibenbremsen wieder ein, da die rekuperierenden Elektromotoren die Bremsen überflüssig machen. Aber Antritt und Kraftentfaltung deuten an, dass E-Mobilität nicht ohne Reiz ist. Sportlich dynamisch verpackt ist ein leistungsfähiger Elektroantrieb nicht unsexy! Der unmittelbare Einsatz des Drehmoments tröstet ein wenig über den fehlenden Klang eines kernigen Sportmotors hinweg. Aber bei welchem Auto ist denn noch viel Motor zu hören?

Wann geht der Elektro-BRABUS in Serie?

Wie weit ist der Elektro-BRABUS nun von der Wirklichkeit entfernt? „Nicht mehr weit“, sagt Pressesprecher Sven Gramm und verweist darauf, dass die Bottroper mehrere Fahrzeuge im Test haben. Und es soll auch ernsthafte Interessenten geben. Was man bei BRABUS sicher gern hört, denn vermutlich ist in dieses Projekt ein zweistelliger Millionenbetrag an Entwicklungsgeldern geflossen. Die sollen sich natürlich möglichst bald bezahlt machen. Eine Serienfertigung könne man tatsächlich bewerkstelligen, so Sven Gramm. Bleibt also nur noch die Frage offen, was so ein BRABUS High Performance 4WD Full Electric dann kosten wird? Das wollen oder können uns die Verantwortlichen jetzt noch nicht preisgeben. Aber nicht ohne zu versprechen, dass derzeit fleißig gerechnet wird und der Preis nicht mehr in weiter Ferne liegt. Was jedoch nicht heißt, dass er für jedermann erreichbar sein wird! Sonst wäre es doch kein echter BRABUS!

25 Bilder Fotostrecke | BRABUS IAA Premiere: BRABUS High Performance 4WD Full Electric : Auf Basis der Mercedes- E-Klasse feiern in Frankfurt ein E-Sportwagen mit 435 PS und ein Hybrid-Modell ihre Weltpremieren #01 #02

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