Mercedes-Trucks zeigt ein batterieelektrisches Fahrzeug mit recycelten Materialien

reECONIC: Kreislaufwirtschaft im Nutzfahrzeug neu gedacht

Mercedes-Trucks zeigt ein batterieelektrisches Fahrzeug mit recycelten Materialien: reECONIC: Kreislaufwirtschaft im Nutzfahrzeug neu gedacht
Erstellt am 28. April 2026

Wie eine ganzheitliche Kreislaufwirtschaft im Nutzfahrzeugbereich aussehen kann, demonstriert das Konzeptfahrzeug „reECONIC“. Initiiert von einer Allianz aus 33 Partnern, darunter Mercedes-Benz Trucks, FAUN Umwelttechnik und die TSR Group, steht das batterieelektrische Abfallsammelfahrzeug für ressourcenschonende Produktion und nachhaltige Wertschöpfungsketten. Basis ist der Mercedes-Benz eEconic, ergänzt durch den FAUN reNew VARIOPRESS Aufbau, der ebenfalls teilweise aus recycelten Materialien besteht. Seine Weltpremiere feiert das Fahrzeug auf der IFAT in München, bevor es ab der zweiten Jahreshälfte 2026 im Praxiseinsatz bei REMONDIS getestet wird.

Achim Puchert, CEO Mercedes-Benz Trucks: „Nachhaltigkeit ist fester Bestandteil unserer Strategie. Gemeinsam mit starken Partnern treiben wir sie in diesem Projekt gezielt voran. Zum einen dekarbonisieren wir unsere Produkte konsequent. Zum anderen leisten klimaverträgliche und ressourcenschonende Produktions- und Lieferprozesse einen wesentlichen Beitrag. Mit dem reECONIC zeigen wir einen konkreten Weg hin zu einer nachhaltigeren Wertschöpfungskette in der Fahrzeugproduktion auf.”

Der reECONIC vereint Funktion und Konzept: Als Müllfahrzeug unterstützt er aktiv Recyclingprozesse und besteht zugleich selbst aus wiederverwerteten Materialien. Ziel des Projekts ist es, den Einsatz von Recyclingstoffen sowie biobasierten und natürlichen Materialien deutlich zu steigern. Studien zeigen, dass theoretisch bis zu 80 Prozent der sonst konventionell eingesetzten Materialien wie Stahl, Aluminium, Glas und Kunststoff ersetzt werden könnten. Dadurch ließen sich bis zu 41 Prozent CO₂e in der Herstellung einsparen.

Im Fokus standen zentrale Fahrzeugkomponenten wie Chassis, Karosserie und Innenraum. Zum Einsatz kommen unter anderem CO₂-reduzierter Stahl mit hohem Recyclinganteil, recyceltes Aluminium sowie innovative Kunststoffe aus wiederverwerteten oder biobasierten Rohstoffen. Auch ungewöhnliche Materialien finden Verwendung: Sitzbezüge bestehen aus recycelten Fischernetzen, Bauteile aus ligninbasierten Kunststoffen oder Nebenprodukten der Sonnenblumenölproduktion. Selbst Holz, etwa Buchenholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft, wird erstmals im Nutzfahrzeugbau integriert.

Weitere Maßnahmen wie runderneuerte Reifen und ein hoher Anteil an Recyclingglas unterstreichen den ganzheitlichen Ansatz. Parallel dazu haben die Projektpartner ihre Lieferketten und Produktionsprozesse angepasst, um CO₂-Emissionen zu reduzieren.

Langfristig sollen die gewonnenen Erkenntnisse in die Serienproduktion einfließen. Ziel ist eine industrielle Skalierung zirkulärer Produktionsprozesse und eine Kombination aus emissionsfreier Antriebstechnologie und ressourcenschonenden Materialien. Der reECONIC zeigt damit einen konkreten Weg zu einer nachhaltigeren Zukunft im Nutzfahrzeugsektor.

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