Leserbrief

Ursache unbekannt: Massive Probleme mit dem Mercedes-Benz GLA 200d?

Leserbrief: Ursache unbekannt: Massive Probleme mit dem Mercedes-Benz GLA 200d?
Erstellt am 26. März 2020

Keine Frage, ein Mercedes-Benz ist für uns alle das "beste" Auto der Welt. Wir könnten uns gar nicht vorstellen der Marke mit dem Stern fremdzugehen. Doch manchmal wird die Liebe zwischen Mensch und Marke auf die Probe gestellt. So auch bei diesem Leser, der in der letzten Zeit mit seinem Mercedes-Benz GLA 200d mehr Stress als Spaß hatte. Ob er nach den ganzen Querelen "unserer" Marke treu geblieben ist, erfahrt ihr in diesem Leserbrief, der uns am heutigen Donnerstag erreichte.  

Wir übergeben das Wort:

"Sehr geehrte Mercedes-Fans.de-Redaktion,

nach jahrelangen guten Erfahrungen mit der Marke Mercedes-Benz möchte ich heute in diesem Leserbrief von Gegensätzlichem berichten.

Letzten Sommer war die Zeit mal wieder gekommen, ein neues KFZ musste her. Nach einigem vergleichen, auch mit anderen Automarken, viel die Wahl auf einen GLA 200d mit der Ausstattungslinie "Urban" als Jahreswagen mit EZ 09/18. Als Junger Stern wurde der Wagen mir von einem autorisierten Händler verkauft. Dies sollte mein erstes Auto mit Doppelkupplungsgetriebe werden, welches Mercedes als "DCT" bewirbt. Besonders darauf geachtet habe ich beim Kauf nicht. Meiner Meinung nach sollte jeder Mercedes mit Automatik gefahren werden, das kann der Daimler einfach.

Eins vorab: der technische Hintergrund ist mir bekannt - im Wesentlichen arbeiten zwei Kupplungen abwechselnd, wenn beispielsweise beim Beschleunigen der 2. Gang ausgekuppelt wird, kuppelt die andere Kupplung schon den 3. Gang ein. Vorteile liegen vor allem in den geringen Schaltzeiten als auch reduzierter Größe und Gewicht, was natürlich in kleineren KFZ Sinn macht.

Leider wurde ich bitter enttäuscht: Schon nach den ersten paar Tagen hatte ich den Eindruck, dass das Getriebe sehr ruckelig arbeitet. Beim Anfahren und Beschleunigen ließ das Getriebe die Kupplungen derart knallen, dass ich das Gaspedal nur noch bis maximal halber Stellung benutzen wollte. Beim Ausrollen wurde dementsprechend ruppig heruntergeschaltet, sodass man überrieben gesagt mit jedem Gangwechsel in den Gurt gedrückt wurde. Beim Ausrollen bis auf 0 Km/h an der Ampel macht es den Eindruck, als würde dss DCT den Motor abwürgen wollen. Dieses Verhalten zog sich durch alle "Dynamic Select" Fahrmodi. Kurz gesagt: Ich fühlte mich an meine sehr frühen Fahrschulstunden zurück versetzt.

In Absprache mit meinem Mercedes-Benz Händler wurden im Abstand von rund 3 Monaten diverse Softwareupdates installiert, was das Fahren insgesamt erträglich machte. Gerade das Anfahren war es aber einfach immer noch zu rau, zu rumpelig - saß ich da wirklich am Steuer eines Daimler-Benz?

Im Dezember letzten Jahres kam zu den Getriebeschwierigkeiten noch ein anderes Problem hinzu: Nach ca. 30km Arbeitsweg über die A40, auf der zu Stoßzeiten selten über 100 Km/h möglich sind, kam es zu erheblichen Beschleunigungsproblemen: Die Drehzalnadel schien bei 3000 U/min "klebenzubleiben", bis der Motor langsam 4000 U/min erreichte hatte. Zur gleichen Zeit vibrierte das ganze Auto. Gerade beim Autobahnwechsel werden oft auch mal höhere Drehzahlen abgerufen. Wenn es dann zu unerwarteten Verzögerungen kommt, sind Auffahrunfälle vorprogrammiert. Diese Verzögerungen ließen sich nach ca. 20km Fahrtweg rund zwei mal reproduzieren, dann liefen die Beschleunigungen wieder sauber. Die Problematik ist im Internet bekannt: in einschlägigen Foren berichten zig Besitzer von A-, CLA- und GLA-Besitzern vom gleichen Problem.
Nach einigem Hin und Her konnte ein Meister der Mercedes-Werkstatt den Fehler miterleben und ging zurnächst von einem Getriebeschaden raus. Das Auto wurde für eine Woche einbehalten, die Front auseinander gebaut und schließlich auf Anweisung von Daimler aus Stuttgart der Ladeluftkühler vom Turbolader gereinigt. Entfernt wurde brauner Schleim, wie er z.B. auch bei defekten Zylinderkopfdichtungen typisch ist. Wo dieser herkomme, darauf wusste auch der Meister keine Antwort. Behoben wurden die Symptome durch diese Reinigung jedenfalls nicht.

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits jegliches Vertrauen und auch den Spaß an dem GLA verloren. Obwohl der Fehler von Mercedes nicht behoben werden konnte, hätte sich eine Wandlung wahrscheinlich lange hingezogen und viele Nerven gekostet. Ich nahm einen gewissen Verlust in Kauf und gab den GLA in Zahlung. Jetzt fahre ich ein C-Klasse Coupe mit 9G-Tronic und könnte zufriedender nicht sein."

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