Wechselbad der Gefühle in der Formel E für Mercedes

Crashs am Samstag, Sieg am Sonntag

Wechselbad der Gefühle in der Formel E für Mercedes: Crashs am Samstag, Sieg am Sonntag
Erstellt am 12. April 2021

Ein wahres Wechselbad der Gefühle erlebte das Mercedes-EQ Formel E Team beim Rennwochenende in Rom. Während man am Samstag trotz Pole Position und anfänglicher Führung von Stoffel Vandoorne am Ende mit komplett leeren Händen dastand, konnte der Belgier am Sonntag zurückschlagen und sich den klaren Sieg holen.

Beim sogenannten Doubleheader - also zwei Rennen an einem Wochenende - der Formel E in Rom war das Mercedes-Team angetreten, um die guten Leistungen des ersten Rennens zu bestätigen. Und Stoffel Vandoorne ließ sich im Qualifying auch nicht lange bitten und legte die Pole Position auf den Asphalt. Der Start hinter den Safetycar wegen rutschiger Bedingungen spielte ihm zudem in die Karten, so dass er ohne Zweikampf in das Rennen gehen konnte. Leider hielt die Freude trotzdem nur eine halbe Runde, denn der Zweitplatzierte André Lotterer im Porsche startete ein sehr optimistisches Manöver und rempelte sich und Vandoorne von der Strecke. dass der Deutsche dafür später eine Strafe kassierte, nützte Vandoorne leider auch nichts, denn er fiel durch den Zwischenfall weit zurück.

Aufholjagd endet für beide in den Begrenzungen

Daraufhin startete er eine sehenswerte Aufholjagd, die ihn und seinen Teamkollegen Nyck de Vries sogar bis in Podiumsnähe brachte. Leider stolperten beide am Ende über den langsamer werdenden Führenden Di Grassi. Vandoorne geriet beim Ausweichmanöver auf eine Bodenwelle, hob ab und schlug in die Streckenbegrenzung ein. De Vries, der sich unmittelbar hinter ihm befand, konnte nicht mehr reagieren und kollidierte seinerseits mit seine Teamkollegen. Ein bitteres Ende für die Mercedes-Piloten.

Grandioser Sieg am Sonntag

Am Sonntag konnte sich Vandoorne wiederum in den Top 4 qualifizieren, während De Vries in der ersten Startgruppe Pech mit den Streckenbedingungen hatte und von weit hinten starten musste. Kurz nach dem Start konnte Stoffel Vandoorne die Führung übernehmen und hatte auch ein wenig Glück mit den Safetycar-Phasen, wodurch er in der Folge nie mehr in Bedrängnis kam. So konnte er einen ungefährdeten Sieg einfahren. Teamkollege De Vries hingegen hatte sich zwar auch wieder in Punktenähe gekämpft, übertrieb es aber in der letzten Runde und kollidierte beim Kampf um den letzten Punkterang mit einem Kontrahenten. Ein weiterer Ausfall war die Folge.

Ian James, Teamchef:
"Ich habe es bereits gestern gesagt: Dieses Team hat sich das gesamte Wochenende über als unverwüstlich erwiesen. Alle haben bis zu später Stunde außergewöhnlich gute Arbeit geleistet, um sicherzustellen, dass unsere beiden Autos für den heutigen Renntag repariert werden konnten. Das war nicht einfach, aber sie haben eine fantastische Leistung abgeliefert und alles rechtzeitig vor dem Beginn des 3. Freien Trainings geschafft. Nach dem schwierigen Tag gestern haben wir heute den Reset-Button gedrückt und sind diesen Tag genauso angegangen, wie wir es immer machen sollten und bislang auch gemacht haben: Es war ein neuer Tag mit neuen Gelegenheiten für das Team - und dieser brachte uns die gewünschte Wiedergutmachung.
 
Ich mag es nicht, eine Leistung als dominant zu beschreiben, denn dadurch würde ich die Performances aller anderen Fahrer und Teams abschwächen, aber Stoffels heutige Leistung darf man getrost als nahezu perfekt bezeichnen. Er hielt sich in der Anfangsphase aus Schwierigkeiten heraus und bahnte sich danach seinen Weg bis an die Spitze. Herzlichen Glückwunsch an ihn und das gesamte Team, das diesen Sieg ermöglich hat.
 
Nyck hatte das Glück heute leider nicht auf seiner Seite. Er befand sich für eine lange Zeit im Kampf um die Punktepositionen - und das von Startplatz 17. Aber dann haben wir alle gesehen, was bei dem Zwischenfall in der letzten Runde geschehen ist, sodass er das Rennen nicht beenden konnte. Es ist schade, dass er an diesem Wochenende keine Punkte einfahren konnte, aber er konnte dennoch unter Beweis stellen, was er drauf hat.
 
Am zweiten Rennwochenende der Saison den zweiten Saisonsieg einzufahren fühlt sich sehr gut an. Aber wir wissen, dass wir an diesem Wochenende nicht alle Möglichkeiten ausgenutzt haben, die sich uns geboten haben - egal, ob es in unserer Macht gelegen hat oder nicht. Jetzt freuen wir uns alle darauf, in zwei Wochen in Valencia erneut auf die Rennstrecke zu gehen, um der Welt zu zeigen, aus welchem Holz wir geschnitzt sind."
 
Stoffel Vandoorne:
"Was für ein Sieg. Das war in gewisser Weise die Wiedergutmachung für gestern und es fühlt sich gut an, heute das Rennen gewonnen zu haben. Gestern war eine echte Achterbahnfahrt der Gefühle. Zunächst die Pole Position und der Speed, den wir gezeigt haben, dann der Zwischenfall auf der ersten Runde, die folgende Aufholjagd durch das Feld und am Ende der Unfall, als ich Lucas ausweichen musste. Das war ziemlich frustrierend und ich hatte das Gefühl, dass wir schon gestern gute Resultate verdient gehabt hätten. Das Wochenende mit so einem Höhepunkt wie heute abzuschließen, ist aber ein fantastisches Gefühl. Vielen Dank an das gesamte Team und vor allem meine Mechaniker, die viel Arbeit hatten, um mein Auto nach dem Unfall zu reparieren. Das Auto war heute absolut perfekt, genauso wie die Strategie des Teams. Dadurch konnte ich einen Vorsprung auf Sims herausfahren. Während der Safety-Car-Phase kurz vor Schluss wusste ich nicht genau, was mich erwarten würde. Aber ich hatte noch den Fanboost, um meine Position zu verteidigen. Es war nicht unbedingt das schönste Gefühl, nachdem ich eben noch einen komfortablen Vorsprung hatte, aber ich habe auf der letzten Runde keinen Fehler gemacht und konnte den Sieg nach Hause fahren. Darauf kam es an."
 
Nyck de Vries:
"Heute war ein schwieriger Tag. Das Qualifying am Vormittag wurde durch die abtrocknenden Streckenverhältnisse bestimmt. Angesichts dessen haben wir das Beste daraus gemacht. Im Rennen lief es okay und ich konnte mich gut nach vorne arbeiten, aber als ich auf der letzten Runde um P10 kämpfte, kam es zu einem Rennzwischenfall. Rückblickend wollte ich den Punkt wohl zu sehr, dabei wäre es gar nicht nötig gewesen, weil es nach dem Rennen noch einige Strafen gab. Zudem hätten wir noch die schnellste Rennrunde gehabt. Es hat heute einfach nicht sollen sein."

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