„I like this car! I like this Engine! Ich mag das Auto. Ich mag den Motor!" George Russell hatte soeben als Sieger des Großen Preis von Australien die Ziellinie in Gegenwart seines Vertriebsvorstands Mathias Geisen überquert, da ließ er seiner Begeisterung freien Lauf. Und Millionen Fernsehzuschauer waren Zeuge. Bessere Werbung konnten George, Kimi und das komplette Formel 1 Team für ihren Arbeitgeber gar nicht machen. Die letzten Jahre waren nicht gerade einfach, aber dieser spontane Ausruf und die überzeugende Teamleistung waren wie Balsam auf dem geschundenen LeBenzgefühl vieler Mercedes-Fans.
Der Auftakt zur neuen Formel-1-Saison in Melbourne hätte für Mercedes kaum spektakulärer verlaufen können. Beim Großen Preis von Australien auf dem Albert Park Circuit feierten die Silberpfeile in Gegenwart des Vertriebsvorstands Mathias Geisen einen beeindruckenden Doppelerfolg. George Russell gewann ein intensives und taktisch geprägtes Rennen, während Teamkollege Kimi Antonelli nach einer bemerkenswerten Aufholjagd den zweiten Platz sicherte. Für Mercedes-Fans weltweit war es ein Saisonstart, wie man ihn sich kaum besser hätte wünschen können.
Bereits das Qualifying hatte gezeigt, dass Mercedes in Australien bestens vorbereitet war. George Russell sicherte sich mit einer herausragenden Runde die Poleposition und setzte damit ein erstes Ausrufezeichen. Neben ihm in der ersten Reihe stand Andrea Kimi Antonelli – ein perfektes Ergebnis für das Team aus Brackley und ein klares Signal an die Konkurrenz, dass mit Mercedes in dieser Saison zu rechnen ist.
Doch der Start ins Rennen verlief für Kimi nicht ideal
Während Russell sauber von der Poleposition wegkam und seine Führung in der ersten Kurve verteidigen konnte, erwischte Antonelli einen schwierigen Start. Der Italiener verlor auf den ersten Metern mehrere Positionen und fiel in der hektischen Anfangsphase bis auf Rang sieben zurück. Zwischen Ferrari, McLaren und Red Bull eingeklemmt, musste er sich zunächst neu sortieren. Es wurde ein spannendes Rennen mit zahlreichen Überholmanövern wie schon lange nicht mehr. Das neue Reglement hat der Formel 1 anscheinend gut getan.
Russell konzentrierte sich an der Spitze darauf, den Druck der Verfolger abzuwehren. Besonders Ferrari präsentierte sich in den ersten Rennrunden stark und setzte den Mercedes-Piloten unter Druck. Doch Russell blieb ruhig, verteidigte seine Linie konsequent und kontrollierte das Tempo an der Spitze.
Antonellis Aufholjagd
Der junge Italiener zeigte eindrucksvoll, warum Mercedes auf ihn setzt. Mit klugen Manövern und sauberem Reifenmanagement arbeitete er sich Stück für Stück nach vorne. Zunächst kämpfte er sich zurück in die Top fünf, bevor sich durch die erste Boxenstopp-Phase und eine günstige Rennsituation – inklusive einer Virtual-Safety-Car-Phase (VSC) – weitere Chancen ergaben.
Mercedes reagierte taktisch perfekt. Das Team nutzte das VSC-Fenster für einen optimal getimten Boxenstopp, wodurch Antonelli entscheidende Zeit gewann. Während einige Konkurrenten ihre Stopps unter grüner Flagge absolvieren mussten, rückte der Mercedes-Pilot immer weiter nach vorne.
Nach der entscheidenden Rennphase hatte sich das Bild klar sortiert: Russell führte das Rennen weiterhin souverän an, während Antonelli sich bis auf Platz zwei nach vorne gearbeitet hatte. Ferrari blieb zwar in Schlagdistanz, doch die Silberpfeile kontrollierten das Geschehen nun weitgehend.
George Russell mit Gefühlsausbruch vor einem Millionenpublikum
Russell lieferte dabei eine abgeklärte Leistung ab. Der Brite verwaltete seinen Vorsprung, schonte seine Reifen und ließ sich auch in den letzten Rennrunden nicht aus der Ruhe bringen. Mit konstant schnellen Rundenzeiten hielt er seine Verfolger auf Abstand und brachte das Rennen schließlich sicher nach Hause.
Als er die Ziellinie überquerte, jubelte George Russel und das Team Radio war in der Live-Übertragung gut zu verstehen. Der erste Grand-Prix-Sieg der neuen Saison geht also an Mercedes – und an George Russell.
Doch mindestens genauso viel Aufmerksamkeit gebührt seinem Teamkollegen. Antonelli, der nach einem Crash im Training und einem missglückten Start bis auf Rang sieben zurückgefallen war, Kimi komplettierte mit Platz zwei den Doppelerfolg für die Silberpfeile. Seine kontrollierte Aufholjagd, die cleveren Überholmanöver und das fehlerfreie Rennen machten ihn zu einem der herausragenden Fahrer des Tages.
Die Jubelszenen im Mercedes-Team waren entsprechend groß. Mechaniker, Ingenieure und Strategen feierten gemeinsam einen perfekten Saisonauftakt. Nach den intensiven Entwicklungsmonaten im Winter zeigt dieses Ergebnis deutlich, dass Mercedes wieder gerüstet ist, um Siege und auch um die Weltmeisterschaft zu kämpfen.
Für die Fans der Silberpfeile ist der Grand Prix von Australien damit mehr als nur ein gelungener Start in die Saison. Mit einem starken Russell an der Spitze und einem kämpferischen Antonelli im zweiten Wagen besitzt Mercedes eine Fahrerpaarung, die in diesem Jahr noch für viele Highlights sorgen könnte. Melbourne war erst der Anfang – doch für Mercedes hätte dieser kaum besser ausfallen können. Vielleicht aber muss Geisen auch nur öfter dabei sein.
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Bernd Mayländers Jubiläum verlief ohne Zwischenfälle
500mal hat Bernd Mayländer als Fahrer des Safety Car die Formel 1 begleitet. An seinem Jubiläum musste er nicht außerplanmäßig ausrücken. So blieb Zeit für ein Schwätzchen mit unserem Korrespondenten Ron.
500 Mal an der Spitze der Formel 1
Bernd Mayländer feiert Jubiläum in Melbourne
+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
Die O-Töne
George Russel
Wir hatten einen schwierigen und chaotischen Start und von da an ein ständiges Hin und Her zwischen Charles und mir. Ich hätte meine Energie vielleicht klüger einsetzen können, um mich zu verteidigen, als er mich zum ersten Mal überholt hat. Das rächte sich, als er mich zurücküberholte. Das war im Auto ziemlich stressig, aber hoffentlich haben wir den Fans damit eine gute Show geboten. I like This car I like This Engine!
Kimi Antonelli
Was für ein Nachmittag und was für ein Wochenende! Es war nicht einfach für mich hier in Melbourne, aber wir haben ein großartiges Ergebnis erzielt. Ich möchte mich ganz herzlich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Lauda Drive und am Morgan Drive bedanken. Sie haben ein wirklich starkes Auto und eine gute Basis geschaffen, auf der wir aufbauen können. Dieser Doppelsieg ist ihnen zu verdanken - ebenso wie der harten Arbeit und den Anstrengungen der letzten Jahre.
Als ich in die Startaufstellung fuhr, war der Batteriestand niedrig, weshalb der Start sehr stressig war. Deshalb kamen wir schlecht weg, konnten uns danach aber gut erholen, und unsere Pace war stark. So konnten wir uns wieder an die Ferrari-Piloten heranarbeiten und schließlich, nach den Boxenstopps, einen Doppelsieg für das Team einfahren.
Toto Wolff
Wir verlassen Melbourne heute mit großer Zufriedenheit. Es ist großartig zu sehen, dass Mercedes beim Saisonauftakt wieder an der Spitze des Feldes steht.
Wir sind dieses Wochenende ins Ungewisse gestartet, aber ich denke, die F1 hat heute mit einem spannenden Rennen eine gute Show geboten. Der Kampf zwischen George und Charles (Leclerc) in der Anfangsphase war schön anzusehen und ich bin gespannt, wie es nächstes Wochenende in Shanghai weitergeht. Wir haben hier in Melbourne viel gelernt, und ich bin mir sicher, dass es von hier an nur noch interessanter wird.
Das könnte euch auch interessieren:
Mercedes-AMG Erlkönig erwischt
Aktuelle Bilder vom Mercedes-AMG GT 43 Facelift


Keine Kommentare
Schreibe einen Kommentar