Mercedes-EQ beim Saisonauftakt der Formel E in Diriyah

Grandioser Sieg am Freitag, Debakel am Samstag

Mercedes-EQ beim Saisonauftakt der Formel E in Diriyah: Grandioser Sieg am Freitag, Debakel am Samstag
Erstellt am 1. März 2021

Beim Saisonauftakt der Formel E Weltmeisterschaft in Saudi Arabien erlebte das Mercedes-EQ Formel E Team ein wahres Wechselbad der Gefühle. Nachdem Nyck De Vries am Freitag einen grandiosen und ungefährdeten Sieg einfahren konnte, musste das Team am Samstag von ganz hinten starten, nachdem man zuvor vom Qualifing ausgeschlossen wurde. der Grund: Ein schwerer Unfall aufgrund von technischem Versagen am Mercedes-befeuerten Boliden von Venturi-Pilot Edo Mortara.

Mercedes unschlagbar am Freitag

Am Freitag schien Mercedes-Pilot Nyck De Vries unschlagbar und gewann beim Nachtrennen in Diriyah überlegen seinen ersten E-Prix. Nyck startete zum ersten Mal in seiner Formel-E-Karriere von der Pole Position und wurde damit im 70. Rennen der 21. Pole-Setter in der Geschichte der Serie. Schon vor dem Rennen fuhr Nyck ein perfektes Event mit Bestzeiten in allen Sessions vom ersten und zweiten Freien Training über seine Qualifying-Gruppe bis hin zur Super-Pole. teamkollege Stoffel Vandoorne startete als WM-Zweiter des Vorjahres in der ersten Qualifying-Gruppe bei den schlechtesten Streckenverhältnissen und qualifizierte sich auf P15. Im Rennen verbesserte er sich um sieben Positionen bis auf den achten Rang, mit dem er seine ersten Punkte in dieser Saison sammeln konnte. In 1:09.583 Minuten fuhr Stoffel nach 30 von 32 Runden die schnellste Runde des Rennens. Das Mercedes-EQ Formel E Team (34 Punkte) führt die Teamwertung nach dem ersten Saisonlauf vor Venturi Racing (18 Punkte) an.

Ian James, Teamchef:
"Nyck hat hier ab dem ersten Freien Training eine bärenstarke Leistung vollbracht. Wir konnten sein Potenzial bereits im Laufe der vergangenen Saison erkennen und es ist klasse, dass er dies nun mit seinem ersten Sieg in der Formel E umsetzen konnte. Ich finde es fantastisch, dass er hier unter Beweis stellen konnte, was er draufhat. Das war eine großartige Leistung von Nyck.
 
Stoffel ist ebenfalls ein sehr starkes Rennen gefahren. Er sah sich der Herausforderung gegenüber, in der ersten Qualifying-Gruppe antreten zu müssen. Dabei haben wir uns dazu entschieden, keine Risiken einzugehen und ihn sofort auf die Strecke rauszuschicken. Das brachte ihm einen noch größeren Nachteil ein.
 
Aber schlussendlich hat Stoffel mit der zweitbesten Zeit in seiner Gruppe eine gute Performance gezeigt. Im Rennen konnte er unsere Strategie sehr gut umsetzen. Morgen erhalten wir eine weitere Gelegenheit, um anzugreifen. Warten wir ab, was dann drin ist.
 
In den Abstand zu unseren Konkurrenten dürfen wir nach dem ersten Saisonrennen nichts hineininterpretieren. Wir sind uns bewusst, wie stark die Konkurrenz ist und wie verschieden Performance und Rennverlauf sein können. Insgesamt ein guter Start, aber morgen stehen wir vor einem neuen Rennen."
 
Nyck de Vries:
"Mein erster Sieg in der Formel E ist ein fantastisches Ergebnis und ein perfekter Start in unsere zweite Saison. Ich weiß nicht warum, aber ich war trotz der Freude über den Sieg nach dem Rennen ganz entspannt. Es war bislang ein großartiges Wochenende für mich, bei dem ich in jeder Session die Bestzeit gefahren bin und am Ende den E-Prix gewonnen habe. Das ist natürlich ein sehr schönes Gefühl, aber es war kein einfaches Rennen. Es gab so viele Safety-Car-Phasen und es war schwierig, stets das richtige Energiemanagement zu wählen. Dabei war viel Kommunikation mit dem Team nötig, aber es ist klasse, dass ich am Ende den Sieg nach Hause fahren konnte. Vielen Dank an das gesamte Team. Ich weiß, das klingt wie ein Klischee, aber jeder in unserer Mannschaft hat über den Winter sehr hart gearbeitet, damit wir heute hier stehen können. Deshalb noch einmal ein riesiges Dankeschön an die gesamte Truppe für die unermüdliche Arbeit. Ihr habt diesen Sieg verdient."
 
Stoffel Vandoorne:
"Heute war ein großartiger Start in die Saison für unser gesamtes Team. Allen voran natürlich für Nyck, der seinen ersten Sieg eingefahren hat, aber auch mit Blick auf die Anzahl an Punkten, die wir als Team gesammelt haben. Das war ein fantastischer Auftakt. Wenn man bedenkt, dass ich in der ersten Qualifying-Gruppe an den Start gegangen bin, ist es aus meiner Sicht ganz ordentlich gelaufen. Ich habe mich auf P15 qualifiziert, obwohl die Streckenbedingungen nicht besonders vorteilhaft waren. Aber damit muss man leben, wenn man in der ersten Gruppe startet. Alles in allem war es ein gutes Rennen mit einer schönen Aufholjagd. Die Pace des Autos war gut und ich konnte mich bis auf P8 verbessern, obwohl das Überholen auf dieser Strecke sehr schwierig ist. Zusammen mit der schnellsten Rennrunde brachte mir das die ersten Punkte in diesem Jahr. Morgen erhalten wir im zweiten Rennen die nächste Chance."

Großes Debakel am Samstag

Der Samstag begann mit einem großen Schreckmoment. Am Ende des dritten Trainings krachte Venturi-Pilot Edo Mortara, dessen Auto von einem Mercedes-Antrieb befeuert wird, ungebremst in die Streckenbegrenzungen. Der Italo-Schweizer kam ins Krankenhaus, konnte dies wenig später allerdings unverletzt verlassen. Nach dem Unfall erteilte die FIA sowohl dem Kundenteam Venturi Racing als auch den beiden Werks-Fahrzeugen aus Sicherheitsgründen keine Startfreigabe für das Qualifying. Nach einer gründlichen Analyse konnte das Team den Vorfall verstehen und Änderungen an der Software vornehmen, mit denen das Problem behoben und ein sicherer Einsatz der Autos sichergestellt wurde. Entsprechend durften alle vier Mercedes-EQ Fahrzeuge am E-Prix teilnehmen.

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Nyck und Stoffel gingen von den Startplätzen 20 und 22 in das zweite Saisonrennen in Diriyah. In der 20. Runde fuhr Nyck in 1:08.811 Minuten die schnellste Rennrunde. Stoffel erhielt im Rennen eine 10-Sekunden Stop-and-Go-Strafe für einen Power Unit-Wechsel, weil die Umsetzung der eigentlich dafür vorgesehenen Strafe (Zurückversetzung um 20 Plätze) nicht möglich war. Das Mercedes-EQ Formel E Team (36 Punkte) belegt nach dem zweiten Saisonrennen den zweiten Platz in der Teammeisterschaft. Am Ende belegten die beiden Piloten die Ränge 9 (De Vries) und 11 (Vandoorne), wobei zahlreiche Strafen für die Gegner das Ergebnis etwas beschönigten.

Ian James, Teamchef:
"Es ist schwierig, einen Rückblick in Diriyah nicht mit einem Klischee zu beginnen, denn es war im wahrsten Sinne des Wortes ein Wochenende voller Höhen und Tiefen.
 
Nach dem erfolgreichen ersten Saisonrennen gestern, erlebten wir heute einen schwierigen Tag. Nach dem Unfall von Edo in einem unserer Kundenautos konnten wir nicht am Qualifying teilnehmen. Wir konnten das Problem beheben und es ist ihm zum Glück nichts passiert. Das ist das Wichtigste dabei.
 
Die Nicht-Teilnahme an der Qualifikation hat unseren gesamten Tag beeinträchtigt, da wir dadurch vom Ende des Feldes in ein unheimlich ereignisreiches Rennen gehen mussten. Von den Startplätzen 20 und 22 sollte es von Anfang an ein schwieriger E-Prix für uns werden. Nyck konnte von den Penalties profitieren und ist im Ergebnis in den Punkten gelandet.
 
Er zeigte auch heute eine gute Pace und konnte sich im Verlauf des Rennens um einige Positionen verbessern. Bei Stoffel haben wir angesichts der Startposition strategisch gehandelt und bewusst eine Strafe in Kauf genommen, um mit Blick auf die Power Units für die nächsten Rennen gut aufgestellt zu sein. Im Gegenzug hatte er es dafür heute durch die Stop-and-Go-Strafe umso schwerer, Plätze gutzumachen.
 
Nach Nycks Sieg gestern hatten wir uns den heutigen Tag natürlich anders vorgestellt. Aber wir sind uns immer bewusst gewesen, dass es auch schwierige Tage geben würde, aus denen wir lernen müssen. Hoffentlich bleibt dies der einzige Tag dieser Art für uns und wir können ab dem nächsten Rennen wieder an die gestern gezeigte Performance anknüpfen."
 
Nyck de Vries:
"Auf meinen ersten Sieg von gestern folgte heute ein frustrierendes Rennen. Alle waren auf einer ähnlichen Strategie unterwegs und so kamen wir nicht weit nach vorne. Aber solche Tage gehören zum Rennsport dazu. Persönlich fühlte ich mich stark, wir hatten ein gutes Paket und es ist schade, dass wir am Ende so viele Safety-Car-Phasen hatten, denn wir hätten mit drei Prozent mehr Energie im Vergleich zu unseren direkten Konkurrenten in der Schlussphase gut ausgesehen. Am Ende konnten wir von den Strafen doch noch profitieren und drei Punkte aus diesem Tag mitnehmen. Es war dennoch ein positives Wochenende für uns. Natürlich war es schade, dass wir im Qualifying nicht starten durften, aber wir waren hier von Anfang an schnell und hatten auch heute eine starke Pace. Darauf können wir aufbauen."
 
Stoffel Vandoorne:
"Ich verlasse die Strecke mit gemischten Gefühlen. Gestern hatten wir mit Nycks Sieg und meiner Aufholjagd bis in die Punkteränge einen guten Start in die Saison. Heute war es ein schwieriger Tag, an dem wir nicht am Qualifying teilnehmen konnten. Im Rennen war es sehr schwierig, weiter nach vorne zu kommen und so gingen wir leider leer aus. Alles in allem blicke ich aber zuversichtlich in die Zukunft. Wir haben ein gutes Paket und ein starkes Auto - darauf kommt es an. Jetzt gilt es, beim nächsten Rennen in Rom zurückzuschlagen."

Der dritte Saisonlauf der ABB FIA Formel E Weltmeisterschaft findet am 10. April in Rom statt.

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