Formel 1 in Spa Francorchamps fällt ins Wasser

Das kürzeste Rennen der Geschichte

Formel 1 in Spa Francorchamps fällt ins Wasser: Das kürzeste Rennen der Geschichte
Erstellt am 30. August 2021

Das war nix! In über vier Stunden brachte die Formel 1 in Spa Francorchamps wegen Starkregens gerade einmal drei Rennrunden hinter den Safetycar zustande, von denen sogar nur eine gewertet wurde. Ein Ergebnis und Punkte gab es trotzdem. So richtig freuen konnte sich darüber eigentlich nur der Überraschungs-Zweite George Russell im Williams, der seinen zweiten Startplatz kampflos in einen Podestrang ummünzte. 

Zu viel Regen in Spa

Regen in Spa - das ist in etwa so selten wie schlechtes Wetter am Nürburgring. Regenrennen bieten in der Formel 1 sonst jede Menge Action, weshalb sich die Zuschauer normalerweise darauf und darüber freuen. Aber in diesem Jahr in Spa Francorchamps war nicht mehr normal. Es regnete in Strömen, weshalb bereits das Qualifying zu einem Ritt auf der Rasierklinge wurde. Lando Norris, mit tollen Regenleistungen ein Kandidat für die Pole Position, funkte bereits in der Out Lap zu seiner entscheidenden Quali-Runde, dass er Bedenken wegen des vielen Wassers auf der Strecke hat. Sekunden später verlor er in der berühmt/berüchtigten High-Speed-Kurve Eau Rouge die Kontrolle und plankte seinen McLaren heftig ein. Norris blieb zwar unverletzt, aber musste das spätere Rennen von Rang 15 aufnehmen.

Mercedes-Junior Russell mit Glanzvorstellung im Regen - Bottas enttäuschend

Dafür glänzte ein anderer aufgehender Stern. Mercedes-Nachwuchsmann George Russell stellte seinen hoffnungslos unterlegenen Williams unter schwierigsten Bedingungen sensationell auf die zweite Startposition und war damit bester Mercedes-Pilot, noch vor dem Weltmeister Lewis Hamilton auf Rang drei und dem wiederum enttäuschenden Finnen Bottas auf Rang acht. Damit gab der junge Brite einmal mehr eine eindrucksvolle Bewerbung für den Platz im nächstjährigen Silberpfeil ab, während Bottas wiederum bewies, dass seine Zeit abgelaufen ist. Die Würfel im Team sind auch bereits gefallen wie Toto Wolff bestätigte, ohne ein Ergebnis zu nennen. Alles andere als eine Beförderung von Russell in den Silberpfeil wäre aber absolut unverständlich, vor allem nach dieser Leistung in Spa.

Regen, Regen, Regen - stundenlanges Warten

Am Sonntag dann kam es zum Worst Case. Starker Dauerregen verzögerte erst den Start. Nach zwei Formationsrunden hinter dem Safetycar beschloss die Rennleitung, das Prozedere abzubrechen und auf besseres Wetter zu warten. Dieses kam aber nicht, sodass Stunde um Stunde ohne Action verstrich. Die armen Zuschauer konnten einem schon sehr leidtun, aber die Sicherheit geht nunmal vor. Dabei war nicht einmal der rutschige Belag das größte Problem, sondern die fehlende Sicht aufgrund der starken Gischt. Diese bleibt auf dieser Strecke mit den vielen Senken und im Wald sehr lange stehen, sodass an ein Fahren im Renntempo nicht zu denken war. Nach vielen schweren Unfällen - sowohl im Umfeld der Formel 1 als auch in anderen Rennserien - war das Risiko einfach zu groß.

Drei Runden hinter dem Safetycar, das wars!

Aber statt das Rennen nun einfach abzusagen, was angesichts der Bedingungen jeder verstanden hätte, ließ die Rennleitung - angeblich wegen der Hoffnung auf ein "Wetterfenster" - das ganze Feld am Abend nach über drei Stunden nochmal drei Runden hinter dem Safetycar absolvieren. Da dies offiziell als Rennstart gewertet wurde, genügten diese Runden, um ein Rennergebnis zu manifestieren. Es siegte wenig überraschend der Polesitter Max Verstappen vor George Russell und Lewis Hamilton. Da hinter dem Safetycar Überholverbot herrschte, entsprach dies der Reihenfolge im Qualifying. Weil weniger als 75% der Renndistanz zurückgelegt wurde, bekamen die Fahrer nur die halbe Punktzahl. Trotzdem wurde Max Verstappen für seine Pole Position, für die er bereits drei Punkte erhielt, nun quasi doppelt belohnt und verkürzte seinen Rückstand auf Hamilton in der WM deutlich, ohne einen Meter im Renntempo oder gar im Zweikampf gefahren zu sein. Das macht das ganze Wochenende in Spa irgendwie zu einer Farce.

Lewis Hamilton
Es tut mir wahnsinnig leid für die Fans. Niemand kann etwas dafür, man kann das Wetter nicht beeinflussen, aber die Fans waren heute fantastisch. Sie haben die gesamte Zeit gewartet und auf ein mögliches Rennen gehofft. Dabei blieben sie guter Dinge und sorgten für eine klasse Stimmung. Aber leider wurden sie um ein Rennen gebracht. Ich liebe es, im Regen zu fahren, aber heute ging das nicht. Ich konnte das Fahrzeug vor mir nicht sehen, überall herrschte Aquaplaning und die Bedingungen waren unheimlich schwierig. Es ist schade, denn ich wäre gerne ein Rennen gefahren. Ich liebe diese Strecke. Es hätte ein großartiges Rennen werden können, wenn es nicht so stark geregnet hätte, aber leider hat es nicht aufgehört zu regnen.
 
Valtteri Bottas
Es ist super schade, dass wir heute kein Rennen fahren konnten, vor allem für die vielen Fans auf den Tribünen, die darauf gewartet haben, dass wir endlich losfahren, aber es war nicht möglich. Sie haben trotzdem die ganze Zeit gelächelt und eine gute Stimmung versprüht. Davor ziehe ich meinen Hut. Nach meiner Strafe und dem schlechten Qualifying von gestern musste ich von außerhalb der Top-10 starten und konnte nicht um Punkte kämpfen. Es stand viel Wasser auf der Strecke, aber das Hauptproblem war die Sicht, besonders auf den Geraden. Sie war sehr schlecht und es wäre einfach zu gefährlich gewesen. Zum Glück müssen wir nicht lange auf das nächste Rennen warten. Zandvoort ist eine neue Strecke im Rennkalender, auf der ich schon in meiner Formel-3-Zeit gefahren bin. Jetzt freue ich mich darauf, dorthin zurückzukehren.
 
Toto Wolff
Heute muss ich vor allen Fans den Hut ziehen, die an diesem Wochenende hier waren und eisern der Kälte sowie der Nässe getrotzt haben. Das gilt ganz besonders für den heutigen Nachmittag, an dem sie stundenlang auf den Start gewartet haben. Diese Begeisterung und Leidenschaft ist großartig anzusehen, genau das braucht unser Sport. Wir sind alle Racer und wir möchten Rennen fahren, aber heute war es leider nicht möglich. Es wäre zu gefährlich gewesen, da die Sicht für die Fahrer viel zu schlecht war. Mit Blick auf das Rennergebnis sind wir natürlich nicht glücklich, dass für ein paar Runden hinter dem Safety Car Punkte vergeben wurden, aber wenn das Reglement dies erlaubt, muss man das hinnehmen und weitermachen. Jetzt freuen wir uns auf Zandvoort, wo wir den WM-Kampf fortsetzen werden und hoffentlich eine gute Punkteausbeute einfahren können.
 
Andrew Shovlin
Wir sind alle frustriert, dass wir hier kein Rennen fahren konnten und ich bin mir sicher, dass dies am allermeisten für die Fans gilt. Gleichzeitig ist es auch kein schönes Gefühl, dass wir in beiden WM-Wertungen Boden verloren haben. Aber am Ende war es bei diesen Bedingungen einfach nicht sicher genug, um ein Rennen zu fahren. Es stand zu viel Wasser auf der Strecke und die Sicht war sehr schlecht. An solchen Tagen muss die Rennleitung schwierige Entscheidungen treffen, aber der Regen wurde nie schwächer. Deshalb war es richtig, das Rennen nicht fortzusetzen. Jetzt konzentrieren wir uns auf Zandvoort, wo uns hoffentlich besseres Wetter erwartet!

 

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