Formel 1 GP von China in Shanghai, Vorschau

Können die Silberpfeile in China zurück schlagen?

Formel 1 GP von China in Shanghai, Vorschau: Können die Silberpfeile in China zurück schlagen?
Erstellt am 3. April 2017

Die Saison begann aus Sicht des Mercedes-AMG Petronas F1 Teams mit einem Paukenschlag, und zwar einem negativen. Sebastian Vettel im Ferrari konnte in Australien den Silberpfeilen nicht nur Paroli bieten, sondern am Ende auch aus eigener Kraft und souverän siegen. Wie das Ganze für das nächste Rennen in China aussieht, erklärt uns Motorsport-Chef Toto Wolff.

"Australien war das erste Wochenende unter dem neuen Technischen Reglement, mit einem neuen Auto, neuen Reifen und einem neuen Fahrer. Wir haben jede Menge Informationen gesammelt, die in unsere zukünftigen Überlegungen einfließen und uns dabei helfen werden, bessere Entscheidungen zu treffen."    "Als Mannschaft, aber auch als einzelne Personen, befinden wir alle im Team uns auf einer persönlichen Entwicklungskurve. Wir versuchen, uns jeden Tag zu verbessern. An diesem Tag in Melbourne war Ferrari besser. Jetzt müssen wir daran arbeiten, wie wir sie wieder schlagen können." "Die vergangenen drei Jahre waren ein Sonderfall in der Formel 1 und man muss dabei vorsichtig mit den eigenen Erwartungen umgehen. Wenn man glaubt, dass man aufgrund einer Erfolgsserie auch weiterhin locker zum Sieg fährt, wird man sehr schnell eines Besseren belehrt. Man muss den Finger auf die Wunde legen, seine Schwächen erkennen und darauf reagieren."    "Wir haben im ersten Rennen eines brandneuen Reglements ein Doppel-Podium erzielt - das ist aus unserer Sicht ein starkes Ergebnis. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir damit zufrieden sein können. Es gibt noch viele Bereiche, in denen wir uns steigern müssen. Darauf haben wir uns in der zurückliegenden Woche konzentriert. Es geht nicht darum, sich die Konkurrenz als Inspiration anzusehen, sondern vielmehr darum, die eigenen Hausaufgaben zu erledigen, um unsere Performance zu optimieren."    "In dieser Hinsicht ermutigt mich die Art und Weise, wie unsere beiden Fahrer die Saison angehen. Wir erleben den besten Lewis der vergangenen vier Jahre - sowohl auf als auch abseits der Strecke. Er ist eine der Säulen des Teams geworden und das hat er in Melbourne bewiesen. Valtteri hat sich gut eingelebt und eine Leistung auf hohem Niveau gezeigt. Dabei hat er sich den Druck nicht anmerken lassen und die Rolle von Nico nahtlos übernommen." "Unsere jungen Fahrer haben mich ebenfalls auf unterschiedliche Weise beeindruckt. Es erfüllte mich mit Stolz, wie Esteban nicht nur gegen Topfahrer wie Alonso und Hülkenberg gekämpft hat, sondern auch, wie er sich gegen sie durchsetzte und in Melbourne seinen ersten F1-Punkt einfuhr."    "Ich fühle mit Pascal, da er so viel Pech hatte. Ich bin von seiner Reife beeindruckt, mit der er Sauber darüber informierte, dass er in Melbourne nicht auf dem erforderlichen Leistungsniveau sein könne. Das erforderte Mut und Uneigennützigkeit. Ich weiß, dass ihm dies viel Ansehen innerhalb des Teams eingebracht hat."    "Jetzt arbeitet er an seiner Fitness, um stärker zurückzukommen. Ich habe keinen Zweifel daran, dass er bei seinem Comeback im Auto beweisen wird, dass er noch immer der gleiche Pascal ist."    "Australien war ein lehrreiches Wochenende. Nun geht es weiter nach China, wo wir bereit und gespannt für den nächsten Kampf sind..." 

Feature der Woche: Warum das Überholen 2017 nicht nur mit Blick auf Melbourne beurteilt werden sollte

Die neue F1-Ära ist gerade erst ein Rennen jung, da wird bereits ausgiebig über den Erfolg des 2017er Reglements diskutiert. Melbourne sah einen spannenden Zweikampf zwischen Sebastian und Lewis um den Sieg. Mangelnde Überholmanöver im gesamten Feld ließen jedoch Fragen über die neuen Regeln der Formel 1 aufkommen. War dies ein Einzelfall oder ein Fingerzeig darauf, wie es weitergehen wird? Die Antwort liegt in der Mitte. Der Melbourne Grand Prix Circuit war noch nie für großartige Überholmöglichkeiten bekannt. Sehen wir uns doch einmal den letzten Australien Grand Prix unter einem stabilen Reglement an, bei dem es keine größeren Zwischenfälle oder Autos gab, die unplanmäßige Startpositionen hatten. Dann merken wir, dass es relativ wenig Überholmanöver zu nennen gibt. 2015 gab es 13 Manöver, 10 davon mit Hilfe von DRS. 2014 war es ähnlich - 24 Überholmanöver, acht davon mit DRS. Ja, in diesem Jahr gab es beim Australien Grand Prix nur 12 Positionswechsel - darunter zwei "normale" Überholmanöver und drei Manöver mit der Hilfe von DRS. Aber die Schwankungen können bei diesem Rennen von Jahr zu Jahr groß sein. 2016 brachten Autos, die von ungewohnten Startpositionen losfuhren, 40 Positionswechsel auf der Strecke mit sich. Zum Vergleich: In diesem Jahr gab es keinen solchen Einflussfaktor. Die Fahrer qualifizierten sich weitestgehend wie erwartet und die Performance-Unterschiede innerhalb des Feldes waren nicht ausreichend, um Positionswechsel unvermeidlich zu machen.

Mehr Möglichkeiten in China!

Wenn wir traditionelle Überholmöglichkeiten außen vor lassen, kam in Melbourne noch ein zweiter Faktor ins Spiel. Die neuen 2017er Pirelli-Reifen bauten einfach nicht stark genug ab, um mehr Überholmanöver zu fördern. Die Performance-Unterschiede werden größer, wenn die Reifen anfangen, unterschiedlich stark abzubauen - aber das geschah im Albert Park nicht. Die Anzahl an Überholmanövern war in Melbourne 2017 auf alle Fälle niedrig. Allerdings wäre es nicht richtig, das Auftaktrennen als repräsentativ für den Rest der Saison anzusehen. In China war die Anzahl an Überholmanövern in den vergangenen Jahren deutlich anders. 2016 gab es erstaunliche 181 Überholmanöver. Es gab sogar Stimmen, die besagten, dass Shanghai aufgrund der vielen Positionswechsel im vergangenen Jahr ein "Fake Rennen" gewesen sei. Die Autos mussten nur ins DRS-Fenster kommen und konnten dann auf der langen Gegengeraden überholen. Während eine solche Zahl unter normalen Umständen (im letzten Jahr gab es eine chaotische erste Runde, eine frühe Safety Car-Phase und die Aufholjagd von Lewis vom Ende des Feldes) schwierig zu erreichen sein wird, sind die 28 Manöver von 2015 ein vernünftiges Ziel. Hier werden wir zum ersten Mal erleben, was die F1 2017 wirklich zu bieten hat.

Mehr Windschatten!

Soweit wir es bislang gesehen haben, gibt es sogar Faktoren, die das Überholen in diesem Jahr vereinfachen werden. Der Einfluss des Windschattens ist 2017 durch die veränderten Regeln stärker. Größere Autos bedeuten mehr Windschatten. Wenn die Autos die Gerade entlang fahren, wird es einen verstärkten Geschwindigkeitsunterschied zu Beginn der Bremszone geben. Auch der DRS-Effekt ist stärker. Durch die größeren Heckflügel fällt der Rundenzeitvorteil durch DRS zum Teil um mehr als 30% größer aus. Das fördert Überholmanöver, besonders auf Strecken mit langen Geraden wie in China und Bahrain. Zudem gibt es eine Schlüsselerkenntnis aus Melbourne, die weitestgehend übersehen wurde. Sebastian Vettel konnte während des ersten Stints an Lewis dranbleiben. Hätte er in den vergangenen Jahren 16 Runden lang einem Konkurrenten im Getriebe gehangen, hätte er dabei seine Reifen ruiniert. Wenn er angegriffen hätte, hätten die Reifen sehr schnell abgebaut. In diesem Rennen konnte er jedoch relativ einfach im Windschatten von Lewis bleiben und dann angreifen, als er freie Fahrt hatte. So übernahm er schlussendlich die Führung und gewann letztlich das Rennen. Das ist ein gutes Anzeichen für enge Rennen in diesem Jahr. Nachdem es Beschwerden darüber gegeben hat, dass DRS das Überholen in der Formel 1 zu einfach gemacht habe, werden wir nun ein Risiko-Spiel erleben. Die Fahrer müssen mutig beim Bremsen sein, auf ihre Autos achten und dranbleiben. Wer in dieser neuen Ära überholen möchte, muss dafür richtig kämpfen. Genau so sollte es sein. Vielleicht sollte man die F1 2017 nicht zu früh abschreiben.

China Grand Prix 2017 - Zeitplan   

Session

 

Ortszeit (CST)

 

Brackley (BST)

 

Stuttgart (CEST)

Training 1 (Freitag)

 

10:00 - 11:30

 

03:00 - 04:30

 

04:00 - 05:30

Training 2 (Freitag)

 

14:00 - 15:30

 

07:00 - 08:30

 

08:00 - 09:30

Training 3 (Samstag)

    

12:00 - 13:00

    

05:00 - 06:00

     

06:00 - 07:00

Qualifying (Samstag)

 

15:00 - 16:00

 

08:00 - 09:00

 

09:00 - 10:00

Rennen (Sonntag)

 

14:00 - 16:00

 

07:00 - 09:00

 

08:00 - 10:00

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