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Das Jahr 1914 bedeutete den historischen Wendepunkt für LUEG: Am 30. September 1914 wurde der historische Vertrag mit dem Mannheimer Automobilhersteller Benz & Cie. unterzeichnet Grundlage für die Partnerschaft mit Mercedes-Benz, die nunmehr seit 100 Jahren besteht. LUEG wandte sich damit endgültig vom Kutschengeschäft ab. Aber auch sonst wurde in diesem Jahr alles ganz anders
Werbung Schwarz auf Weiß: Mit dieser Zeitungsanzeige warb LUEG bereits in den zwanziger Jahren für seine Automobile von Mercedes-Benz. Im Hintergrund: Das LUEG Hochhaus.
Blick in die Werkstatt: Die Vertragsunterzeichnung mit Benz läutete für LUEG den allmählichen Wandel vom Hersteller zum Händler ein.
Handarbeit made in Ruhrpott: Die LUEG Dreherei in Bochum.
Früher Schick: Im Ausstellungsraum an der Kortumstraße präsentierte LUEG in den zwanziger Jahren Fahrzeuge verschiedener Hersteller.
Die Anfänge der Sparte Nutzfahrzeuge: Für die Gewerkschaft Sachsen fertigte LUEG nach dem 1. Weltkrieg diesen Sonderaufbau für einen Benz.
Auch für die Märkische Seifen-Industrie Witten fertigte LUEG einen Sonderaufbau für einen Lastwagen von Benz an.
Und auch die Westfälische Straßenbahn war in den zwanziger Jahren ein Kunde von LUEG.
Für die Lebensmittel-Industrie produzierte LUEG in den zwanziger Jahren ebenfalls Sonderaufbauten mit Benz.
Zwei Pkw-Typen der zwanziger Jahre: ein Cabriolet...
...und ein geschlossenes Fahrzeug.
In der Lehre bei LUEG: Angehende Mechaniker lernen in der Werkstatt.
Die Schreibstube von LUEG war in den zwanziger Jahren reine Frauensache.
Blick in einen frühen Schauraum: Am 30. September 1914 erhielt die Fahrzeug-Werke LUEG AG die exklusiven Vertriebsrechte für Benz im mittleren Ruhrgebiet - die Geburtsstunde einer traditionsreichen und langen Zusammenarbeit.
Fundamental für LUEG ist der Vertragsschluss, weil er den Wandel vom Hersteller zum Händler einleitete: Durch den Vertrag verpflichtete sich LUEG zur Abnahme eines Kontingents von Luxuswagen aus dem Hause Benz und erhielt im Gegenzug die exklusiven Vertriebsrechte im mittleren Ruhrgebiet.
Besonders wichtig als Markt war der Mannheimer Automobilfabrik das Herz des Reviers: Auf Wunsch von Benz eröffnete das in Bochum angesiedelte Unternehmen LUEG noch im Jahr der Vertragsunterzeichnung einen Ausstellungsraum in Essen am Sitz solch mächtiger Ruhrkonzerne wie Krupp, die fortan direkt von LUEG beliefert wurden.
Von Beginn an ging es dabei nicht mehr nur um Pkw, sondern ebenso um Nutzfahrzeuge: Auch Lastkraftwagen und Omnibusse aus den Gaggenauer Benz-Werken vertrieb man ab 1914. In diesem Jahr veränderte sich für LUEG alles.
Benz bittet LUEG um Hilfe in schweren Zeiten
Bis Mitte der zwanziger Jahre aber lähmte die Inflation die Wirtschaft. Selbst die schwäbischen Automobil-Pioniere um Carl Benz steckten in einer schweren Absatzkrise und wandten sich in ihrer Not vertrauensvoll an einen ihrer wichtigsten Händler: Ohne Ihnen durch allzu viele Briefe lästig fallen zu wollen, können wir trotzdem nicht umhin, Sie erneut freundlich zu bitten, alles dafür einzusetzen, uns Aufträge zu verschaffen, schrieb die Benz-Direktion im August 1925 an Friedrich Oskar Lueg. Und noch diplomatischer: Wir wissen, dass Sie unserer Firma schon manchmal in schwieriger Lage erfolgreich zur Seite gestanden haben; wir sind überzeugt, dass Sie auch jetzt Ihr Bestmögliches tun werden.
Nach Kriegsjahren und Inflation gewann die junge Automobil-Branche in Deutschland erst Mitte der zwanziger Jahre wieder Fahrt. Neben Benz nahm LUEG den Vertrieb der Marken AGA (1923), Wanderer (1926), Dixi (1929) und BMW (1930) auf. Die Ausstellung im Bochumer LUEG Hochhaus war bei ihrer Eröffnung anno 1925 mit über 30 Fahrzeugen die größte Deutschlands. Im Parkhotel Essen an der Huyssenallee präsentierte das Unternehmen ab 1927 außerdem Automobile von Benz und Wanderer in edelstem Ambiente.
Ein weiteres historisches Ereignis: Im Jahr 1926 schlossen sich die einstigen Konkurrenten Daimler und Benz zusammen Mercedes-Benz war geboren. Im Zeichen des Sterns expandierte LUEG weiter im Ruhrgebiet: In Bochum und Essen wurden repräsentative Ausstellungsräume eröffnet; in Langendreer, Velbert und Recklinghausen sowie Essen weitere Werkstätten.
Selbstbewusste Händler, gestärkter Hersteller
Nach der Fusion von Daimler und Benz gestärkt, plante der Hersteller, den Verkauf von Mercedes-Benz stärker selbst in die Hand zu nehmen. Doch die selbstbewussten Händler ließen sich nicht einschüchtern: Ich habe trotz allen Säbelklirrens der M.B. Leute herausgefunden, dass man unsere Arbeit außerordentlich schätzt und sich sehr wohl darüber klar ist, dass man nicht ohne weiteres an unsere Stelle Filialen setzen kann, ohne erhebliche Einbußen zu erleiden, schrieb ein Thüringer Kollege 1927 an Friedrich Oskar Lueg. Er empfahl daher, bei all diesen Verhandlungen von vornherein Rückgrat zu haben, sonst kommt man später nicht wieder hoch.
Friedrich Oskar Lueg zeigte Rückgrat und stritt in Vertragsverhandlungen mit Mercedes-Benz beharrlich um Rabatte und andere Konditionen: Mindestens 15 Prozent sollten es sein, bei Pkw ab 25 PS sogar 25 Prozent, dazu ein Bonus von 5 Prozent ab 300 verkauften Wagen.
In der Weltwirtschaftskrise brachen die Verkäufe allerdings vorübergehend stark ein. So verkaufte LUEG im März 1932 laut Firmenchronik nur ein einziges Auto. Aber schon Ende der dreißiger Jahre war der Mercedes 170er so beliebt, dass Käufer bis zu ein Jahr lang auf die Lieferung warten mussten.
Lesen Sie hier den ersten Teil der historischen Serie über LUEG.
Partner seit 100 Jahren: LUEG und Mercedes-Benz
Der Vertrag zwischen Mercedes-Benz und LUEG wird am 30. September 2014 historische 100 Jahre alt. Eine Partnerschaft mit großer Tradition. Im LUEG Blog wird die Geschichte dieser Kooperation erzählt. Am Anfang aber soll die Entstehungsgeschichte der Fahrzeug-Werke LUEG AG stehen.
Beginn des 20. Jahrhunderts, mitten im Ruhrgebiet: Schon seit Jahrzehnten hatte sich die Firma LUEG mit dem Bau von Fahrzeugen beschäftigt. Genauer gesagt: mit Kutschen, die von Bochum bis nach Südamerika exportiert wurden und vom Firmengründer Friedrich Lueg ohnehin für viel zuverlässiger gehalten wurden als die neumodischen Personenwagen mit Verbrennungsmotor.
Hier nahm alles seinen Anfang: An der Friedrichstraße 29 in Bochum.
Schon damals ein Exportschlager: Friedrich Lueg baute so erfolgreich edle Kutschen, dass diese bis nach Südamerika ihre Abnehmer fanden.
Geschäftseröffnung in Bochum: Inserat aus dem Bochumer Anzeiger vom 1. Oktober 1868.
Die handelsgerichtliche Eintragung damals lautete: "Bau, Lieferung und Instandsetzung von Kutschenwagen, Sanitätskarren, Tragen und Krankenwagen".
Umzug: Anfang 1899 begann man mit dem Neubau in der Bahnhofstraße, später Kortumstraße 16.
Ein früher Kunde: die Morgenpost Recklinghausen, Zeitung für Recklinghausen, ließ einen Fuhrwagen für die Zeitungsauslieferung produzieren.
Tierisch mobil: Als Friedrich Lueg 1868 seine Wagenfabrik in Bochum gründete, hatte ein PS noch vier Hufe.
Starke Frauen haben schon früh eine Rolle gespielt bei LUEG: Helene Lueg übernimmt 1890 nach dem Tod ihres Mannes Friedrich die Geschäftsführung.
Der historische Rennwagen des großen Grand-Prix-Siegs von Mercedes im Juli 1914: Der Benz 200 PS, auch "Blitzen-Benz" genannt.
Beim Grand-Prix von Frankreich, dem bedeutendsten Rennen seiner Zeit, belegen drei Mercedes-Piloten am 4. Juli 1914 vor 300.000 Zuschauern in Lyon die ersten drei Plätze.
Geschwindigkeitsrekord:Der Benz 200 PS fährt 228,1 Kilometer pro Stunde und lässt damit Flugzeug und Eisenbahn hinter sich.
Bis 1919 bleibt der Geschwindigkeitsrekord des Benz 200 PS ungeschlagen.
Der historische Rennwagen Benz 200 PS, auch "Blitzen-Benz" genannt und ab 1909 gebaut, inszeniert vor der Zeche Oberschuir in Gelsenkirchen.
Schon bei der ersten Automobilausstellung 1908 in Berlin war LUEG als Aussteller vertreten. Als am 17. November 1909 der Deutsche Automobilhändler-Verband (heute Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe) im Westminster-Hotel in Köln gegründet wurde, war Friedrich Oskar Lueg als Aktiver der ersten Stunde maßgeblich beteiligt. Der Bochumer wurde in den ersten Vorstand des neuen Verbandes gewählt.
Starke Frauen
Automobile galten lange als Männerdomäne. Aber schon früh haben starke Frauen eine Rolle bei LUEG gespielt. Im Kaiserreich durften Frauen noch nicht wählen und am Geschäftsleben nahmen sie nur selten aktiv teil. Als eine der wenigen Ausnahmen darf Helene Lueg gelten, die durch den frühen Tod ihres Mannes Friedrich quasi über Nacht in Verantwortung für das aufstrebende Unternehmen kam: Sie übernahm 1890 die Geschäftsführung, entwickelte die Kutschenproduktion mutig fort und baute die zu klein gewordene Fabrik neu. 1896 übergab sie die Geschäfte an ihren 21-jährigen Sohn Friedrich Oscar, dem sie als Seniorchefin weiter zur Seite stand. Auch bei der wegweisenden Entscheidung für das Automobil: Wie selbstverständlich war Helene Lueg persönlich dabei, als LUEG bei der ersten Automobilausstellung 1908 in Berlin seine Eigenbauten präsentierte.
Vom Hersteller zum Händler
LUEG entwickelte sich fortan immer stärker vom Hersteller zum Händler. 1914 dann der historische Wendepunkt: In diesem Jahr kam es zum Vertragsabschluss mit der Firma Benz. LUEG kehrte dem Kutschengeschäft endgültig den Rücken und wandte sich dem Automobilhandel zu.
Lesen Sie hier, wie es weiterging.


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