Auf den Spuren von Octopussy

Reportage: Die teuersten Oldtimer Indiens beim Oberoi Concours in Udaipur

Auf den Spuren von Octopussy: Reportage: Die teuersten Oldtimer Indiens beim Oberoi Concours in Udaipur
Erstellt am 20. Februar 2024

Als ob der Blick auf Octopussy Island gleich nebenan nicht schon spektakulär genug wäre. Der Oberoi Concours d’Elegance im indischen Udaipur will sich als exklusivster Oldtimerevent Asiens positionieren. Die Erstauflage lässt einen in eine unvergleichliche Welt eintauchen, die selbst Veranstaltungen wie in Pebble Beach oder am Comer See vergessen lässt.

Der erste Schuss muss sitzen, denn eine zweite Chance gibt es nur selten. Dessen waren sich die Veranstalter des Oberoi Concours d’Elegance bewusster denn je. Nach mehrjähriger Planung wurde in Udaipur, der indischen Stadt der Seen, ein Klassikevent veranstaltet, wie es noch keinen zuvor gegeben hatte. Knapp 100 der teuersten Oldtimer des Landes, dazu 30 historische Motorräder und viele der bekanntesten Autosammler aus aller Welt feierten im legendären Oberoi Hotel von Udaipur eine Oldtimerveranstaltung, die weltweit ihresgleichen sucht.

Bereits der Blick auf den dunkelblauen Pichola See mit seinen zahlreichen ihn umgebenden Palästen ist eine surreale Szenerie. Nicht erst seit im Jahre 1982 hier in den Palästen von Shiv Niwas, Taj Lake Palace und speziell die Octopussy-Insel Jag Mandir, besser bekannt als der Lake Garden Palace, große Teile des 007 James Bond Films Octopussy gedreht wurden, sind die drei künstlich angelegten Seen rund um die 670.000 Einwohner-Stadt Udaipur eines der begehrtesten Ausflugsziele der indischen Region Rajasthan. Den besten Blick auf die filmische Fraueninsel, die einst James Bond alias Roger Moore ebenso im Sturm wie deren Herrscherin Octopussy (Maud Adams) eroberte, hat man von den hügeligen Gärten des gegenüberliegenden Oberoi Hotels. Das Panorama rundherum hat es an diesem Wochenende gegen die fast 100 automobilen Klassiker vom BMW 328 von 1939 über den 1933 Fiat Balilla oder den Ansaldo Tipo F von 1952 bis zum Rolls-Royce All Weather Tourer von 1937 jedoch nicht leicht.

Spektakulärer denn je präsentieren sich im warmen Sonnenlicht Schönheiten wie der rote Delahaye 135 MS Roadster von Maharaj Duleep Singhji of Jodhpur aus 1935 oder das 1937er Mercedes 540 K Cabriolet B in einem einzigartigen blauroten Lack aus der Pranlal Bhogilal Sammlung in Mumbai. Sie war in den späten 1940er Jahren nach der Unabhängigkeit Indiens ist erste offizielle Fahrzeugsammlung des Landes uns wuchs bis heute auf mehr als 100 sehenswerte Klassiker, die weltweit ihresgleichen suchen. Die automobile Geschichte des Subkontinents selbst ist einzigartig. „Zwischen 1955 und 1984 gab es in Indien gerade einmal drei Autohersteller“, blickt Kurator Manvendra Singh Barwani zurück, „Hindustan Motors, Premier Automobile und die Standard Motor Company. Während viele aus dieser Generation sich an ihre ersten Fahrten in einer der Automarken erinnern werden, stammt die Nostalgie für Autos aus dieser Zeit in erster Linie aus Filmen.“

Einige dieser Traumwagen machten stilecht Station beim Concours d’Elegance, mit dem die Oberoi Hotelgruppe mehr als standesgemäß ihren 90. Geburtstag beging. Die einzelnen Klassen selbst hätten dabei kaum imposanter sein können und gerade die Fahrzeugklassen wie die Autos der Maharajas von Mysore oder die Mobilisierung der indischen Massen bekommt man in der westlichen Welt sonst nicht zu sehen. Gerade der späte Maharaja Jaya Chamaraja Wadiyar of Mysore ließ als begeisterter Sammler zahllose einzigartiger Modelle anfertigen – zumeist mit eigens angefertigten Karossen. Von besonderen Modellen ließ er gleich immer sechs identische Modelle bauen, was den Begriff „doing the Mysore six“ in Indien zu einem geflügelten Begriff werden ließ. Grandios ein Modell wie der 1949er Rolls Royce Silver Wraith Drophead Coupé in der Lackierung Carnation Red mit rot-grauer Innenausstattung. Der offene Tourer wurde unter anderem eingesetzt, um den Duke von Edinburgh und Prince of Wales bei ihren Indienbesuchen zu chauffieren.

Nur ein paar Meter weiter am Ufer des Pichola Sees könnte der Unterschied zu Modellen wie dem Austin Seven Tourer von 1932, dem charismatischen Hindustan 10 von 1946 oder einem Fiat 1100 103 von 1956 nicht sein, mit denen die indische Mobilität abseits von Fahr- und Motorrädern laufen lernte, bevor im Jahre 1983 mit dem Maruti 800 Hatchback, bei uns als Suzuki Alto bekannt, der erste Gesicht des modernen Indiens auf die Straße kam ehe 2015 der Tata Nano weltweit als ersten Billigauto für Aufsehen sorgte. Der erste Aufschlag von einer solchen Klassikveranstaltung in dem mittlerweile einwohnerstärksten Land der Welt war in der Kombination aus Fahrzeugen, indischer Lebensart und einzigartiger Lokalität in Udaipur eine wahre Schau. Es scheint so, dass es neben den imageträchtigsten Klassikveranstaltungen in Pebble Beach und am Comer See bald einen dritten Event im Klassikkalender gibt, der in er ersten Liga spielt. Namaste Oberoi!

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