Dakar 2013: Der 7. Tag "Es geht hoch hinaus"

Ellen Lohr berichtet für Mercedes-Fans.de direkt von der Dakar 2013: 7. Etappe "Calama-Salta" (11. Januar)

Dakar 2013: Der 7. Tag  "Es geht hoch hinaus": Ellen Lohr berichtet für Mercedes-Fans.de direkt von der Dakar 2013: 7. Etappe  "Calama-Salta" (11. Januar)
Erstellt am 12. Januar 2013

Für uns geht es heute nicht an die Rennstrecke, denn die Verbindungsetappe zum nächsten Biwak ist mit über 10 Stunden angesetzt.  Dabei geht es über den Paso Jama bis hinauf auf über 4.800 Meter. Wir präparieren uns mit Aspirin um das Blut zu verdünnen und trinken Unmengen. Das hilft. Trotzdem wird mir ab 4.700 m immer schummerig….Auf der Liaison sehen wir dann auch jede Menge Zwischenfälle. Entweder weil Reifen platzen, Motoren versagen oder Leute auf der großen Höhe einfach Fehler machen. Ein Yamaha Assistenzauto steht zerdeppert am Rand. Ein VW sitzt auf der Leitplanke und leider, leider gibt es einen schlimmen Unfall, bei dem ein Motorradfahrer tödlich verunglückt. Wohlgemerkt auf der Verbindungsetappe. Er kollidiert mit einem chilenischen Polizeifahrzeug.

Von den Rennautos und Trucks sehen wir also die ganze Zeit nichts, auch wenn diese Liason in Teilen gleich ist. Insofern kann ich hier nur Ergebnisse wiedergeben, die wir im Mediazelt (heute sogar ein Gebäude) erfahren.  Vorne bleibt alles beim alten, Peterhansel bei den Autos und de Rooy bei den Trucks. Der regt sich wohl auf , dass er Zeit hinter einem Buggy verliert, an dem er nicht vorbei kommt, aber das scheint doch eher ein normaler Vorgang gewesen zu sein.



Dakar 2013: 751 km - 7. Etappe "Calma - Salta" (Bild: Dakar.com)

Dakar Frust

Mathias Kahle hält die deutschen Flaggen mit Platz 13 hoch. Stefanie Manns ist raus. Stefanie und ihren Beifahrer treffen wir heute morgen im Biwak, sie ist schwer angesäuert. Sie hat ja bereits seit Tagen mit Problemen zu kämpfen und gestern ging dann einfach nichts mehr. Schon vor dem Start versuchte ihr Beifahrer ein fingergroßes Loch in der Ölwanne zu flicken, was schon recht provisorisch anmutet, aber während der Stage gab es dann Motorprobleme, die die Crew des Servicetrucks nicht finden konnte (üblerweise am nächsten Tag im Biwak war der Schaden innerhalb von fünf Minuten behoben…). Und das bedeutete das endgültige Aus. Schade nach so gutem Start.

Stephan Schott wird im Mini, wie gestern schon 25. Er schnuckelt sich in den 20gern ein, liegt im Gesamtklassement aber nur auf 59, da er an seinem Problemtag im Sand durch Reparatur viel Zeit verloren hatte. Er fühlt sich noch immer nicht richtig eins mit seinem Arbeitsgerät, aber ein Platz unter den ersten Zehn am Ziel in Santiago de Chile bleibt trotzdem das Ziel. Einer meiner persönlichen Dakarlieblinge ist Tim Coronel, in einem Eigenbau Singlebuggy mit Motorradmotor unterwegs. Der geht unheimlich gut, nur kriegt es keiner mit, da er zwar Highlights setzen kann mit Wahnisinnszeiten, aber im Ziel immer nur unter ferner liefen ankommt. Trotzdem Respekt! Heute 99. aber wenn er mal problemfrei durchkäme wäre er tatsächlich mal ein Kandidat für einen Top 10 Platz.

Hohe Ausscheiderquote

Insgesamt sind schon unheimlich viele Teilnehmer mit durchgestrichenen Nummern (also ausgefallen) unterwegs bzw. schon auf dem Weg nach Hause. Normal ist eine Ankommerquote von 40% im Ziel, ob das so noch hinhaut? Morgen geht es schwierig weiter. ....dachten wir, aber dann kommt am späten Abend die Nachricht, dass ein Großteil der morgigen Etappe gestrichen wurde. Zuviel Regen in den letzten Tagen hat manche Flüsse unpassierbar gemacht. Jetzt wird nur noch der ursprünglich als zweiter Teil geplante Track gefahren. Für die Trucks heißt das tatsächlich : ein freier Tag, da genau dieser Loop für die Brummer nicht geplant war.



Alle weiteren Berichte von Ellen Lohr zur Dakar 2013 finden Sie unter diesem Link: Dakar 2013

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