Der neue Mercedes-Benz Actros: Silberpfeil im XXXL-Format

Begeisternde Weltpremiere des Mercedes-Benz Actros in Brüssel – ein „Augenzeugenbericht“!

Der neue Mercedes-Benz Actros: Silberpfeil im XXXL-Format: Begeisternde Weltpremiere des Mercedes-Benz Actros in Brüssel – ein „Augenzeugenbericht“!
Erstellt am 24. Juni 2011

Rock’n Roll! Weder Queen, noch Bruce Springsteen, auch nicht die Foo Fighters oder die Kings of Leon hätten einen beeindruckenderen Auftritt hinlegen können, als das Mega-Trio, das soeben unter dem dröhnenden Bass des Sounds und der bombenstarken Inszenierung der Scheinwerfer-Hundertschaften auf die Bühne rollte! Nach 15 Jahren on the Road stellte Mercedes-Benz dem Fachpublikum einen neuen Actros vor und ich hätte ehrlich gesagt nie gedacht, dass ich mal für einen LKW klatschen würde!

Mit der Bahn zum Truck

Morgens in Essen los, abends in Brüssel ankommen! Die Bahn macht's möglich!



Zumal meine Stimmung war vor der Premiere nicht die allerbeste! Daran war allerdings nicht der neue Schwertransporter von Mercedes Schuld, sondern der Personennahverkehr der Deutschen Bahn. Essen-Brüssel, das ist eine Verbindung, die man am besten im eigenen Auto, oder mit der Bahn absolviert! Soweit die Theorie! In der Praxis sah es so aus, dass der Fuhrpark der Redaktion komplett vergeben war und der Autor dieser Zeilen, sich dann für die Bahn entschieden hatte. „Da kannst du auf der Strecke arbeiten!“, trösteten die Kollegen. Und ihr Wort war frei von Hohn!



Ich mach’s kurz: nach fünfeinhalb Stunden waren gerademal 150 km geschafft. Der Bahn gelang schon nicht mal mehr der Anschluss in Köln. Diverse technische Probleme machten Umleitungen und einen weiteren unvorhergesehenen Zugwechsel auf dem platten Land notwendig! Nach rund acht Stunden Bahnfahrt erreichte ich abgekämpft Brüssel am frühen Abend.

Gerade noch rechtzeitig, um die Ansprachen von EU-Kommissar Oettinger und von Andreas Renschler, als Vorstandsmitglied der Daimler AG verantwortlich für Daimler Nutzfahrzeuge und Busse. Wie soll ich es sagen? Letzterer schien das Ende seiner Rede kaum selbst erwarten zu können und es hätte mich stutzig machen müssen, als Renschler mit den Worten schloss: „Wir haben alle über ein Jahrzehnt auf diesen Moment hingearbeitet, aber jetzt ist Zeit für die Bescherung!“ genauso gut hätte er sagen können: „Schlips ab – jetzt ist Rock’n Roll!“

Die unglaubliche Actros-Präsentation!

Haben Sie noch „Stairway to Heaven“ im Ohr? Von Led Zeppelin. Erst ein sanftes Präludium, um sich beim Hörer einzuschmeicheln, dann ein nimmer endendes Crescendo aller bekifften Beteiligten und zum guten Schluss nach endlosem Taumel ein viel zu frühes Ende. Die Actros-Premiere verlief kaum anders – allerdings ohne Zuhilfenahme irgendwelcher verbotenen Wirkstoffe. (ganz im Gegenteil, der Actros reduziert in EU6-Version nahezu alle unerwünschten Substanzen!).

Video: die Actros-Weltpremiere, die "Bühnenshow!"

Choreographie der Schweren Sterne

Zuerst tuckerte ein Mercedes Nutzfahrzeug über die Bühne, das noch aus der Zeit stammt, als LKWs wie Planwagen ohne Pferde aussahen. „Aha, nette Idee!“, denkt der aufmerksame Journalist, „sie haben das Museum geplündert!“ Aber das hat man in ähnlicher Form, so-oder-so, schon mal gesehen. Aber dann nahmen die 115 Jahre Rückschau – solange ist es her, dass Gottfried Daimler den ersten LKW konstruierte, zügig Fahrt auf!

Passend zur jeweiligen Epoche ließen die Daimler-Choreographen Hochkaräter der Schwerkraftverkehrs anrollen, sodass der Betrachter aus dem Staunen nicht mehr rauskam. So kreuzte der LP/LPS 333oder aus Tausendfüßler genannt, als Kofferlastzug über die Bühne, um kurz darauf von dem Gedanken verdrängt zu werden, dass es doch schön ist, dass es Zeitgenossen gibt, die eine Mercedes Pritsche aus der LP-Reihe aufgehoben haben.

Und dann kam der neue Actros...

..lesen Sie bitte weiter auf Seite 2!


Der neue Actros: Komfort, Fahrdynamik und Wirtschaftlichkeit

Dann kurvten Actros-Modelle der letzten Generation über die Bühne und anschließend schrieben die Lichtkanonen das Wort „Comfort“ auf die dort abgestellten Container. Und ein Sattelzug mit aufgeladener S-Klasse fuhr von rechts nach links über die Bühne. War das nicht schon der neue Actros? Dann war auf den Containern „Driving Dynamics“ zu lesen. Und wieder rollte von rechts nach links ein Sattelzug über die Bühne. Diesmal konnte ich erkennen, dass es der neue Actros war und hinten drauf einen SLS AMG Flügeltürer in einem seidenmatten Goldton!

Als nächstes folgte ein Sattelzug mit ausrangierten Zapfsäulen. Und Hubertus Troska, Leiter Mercedes-Benz Trucks, lieferte später am Abend auch die augenzwinkernde Erklärung: „Je mehr Actros auf die Straße kommen, umso weniger Tankstellen brauchen wir!“ In der Tat haben die Techniker beim neuen Actros durch zahlreiche Maßnahmen eine Spritersparnis zwischen 4 und 6 % erzielt. Abhängig davon, ob es nun ein Actros mit EU 5 oder EU 6 ist.

Ein Actros-Trio erobert die Bühne!

Dann schwoll der Sound auf ein ohrenbetäubenden Getöse an, die Mauern von Jericho wären pulverisiert worden, die Scheinwerfer flackerten und dann kamen aus der Tiefe des Raumes drei Sattelzüge frontal auf das Publikum zu! Es waren die drei, die zuvor mit der S-Klasse, dem SLS AMG und den ausrangierten Zapfsäulen ein quer über die Bühne gecruist waren! Und was soll ich sagen: die Kollegen applaudierten, standen zum großen Teil von ihren Sitzen auf und es hagelte stehende Ovationen.

Für einen LKW!

Janina - die schönste Truckerin der Welt lebt in der Schweiz!

Als die Moderatorin dann anschließend die „Schönste Fernfahrerin der Welt!“ ankündigte, bin auch ich aufgestanden. Natürlich nur, um mal zu sehen, was das Publikum irgendeiner amerikanischen Trucker-Zeitschrift da wieder verzapft hatte! Donnerwetter, die Frau, die da aus der neuen Giga-Cap kletterte, balancierte auf Stilettos, dass einem schwindelig werden konnte. Und sie hatte Humor: „Manchmal ist es einfacher mit solchen Schuhen zu fahren als zu laufen!“ In der Tat, die Schweizerin hatte das Auto selbst gesteuert.

Der neue Actros - von Grund auf neu konstruiert

Für Hubertus Troska war das keine Frage. Er saß am Steuer des in der Mitte geparkten Trucks und entledigte sich dann in der Tat innerhalb weniger Minuten seiner Krawatte, um dann unterstützt von einer Live-Cam direkt aus dem Actros zu berichten. Und der Mann hat von diesem Truck gesprochen als wäre es eine Herzensangelegenheit. Das war nicht nur Business, das war echte Begeisterung! Begeisterung für einen von Grund auf neu konstruierten Truck, dessen Vorgänger mit mehr als 700.000 verkauften Exemplaren das wichtigste Standbein der LKW-Sparte war und dessen Erfolg es nun zu wiederholen oder besser noch zu übertreffen gilt.

Für Sven Ennerst, Projektleiter Actros und dritter Trucker an diesem Abend, vermittelte uneingeschränkt den gleichen Eindruck! Wer nicht tagtäglich mit den Kollegen aus dem Nutzfahrzeuggeschäft zu tun hat, bekam zumindest einen sehr bemerkenswerten Eindruck vermittelt. Für einen Auto-Enthusiasten wie mich, der sich zwar sehr gut die Begeisterung für bemerkenswerte PKWs und in Randbereichen auch für historische Nutzfahrzeuge oder Unimogs vorstellen und erklären kann, war es absolut Beeindruckend zu erleben, mit welcher Hingabe das Actros-Team - vom Design bis zum Fahrversuch - an ihrem neuen Projekt gearbeitet hat.

Ob es nun die neue Qualität der hochwertigen Innenraum-Materialien waren, oder die neuen Assistenzsysteme, die den Actros für Fahrer und Verkehrspartner noch sicherer machen, oder ob es die Linienführung des Kolosses ist, die mit einer Akribie gestaltet wurde, die manch einer von uns eher im feinmechanischen Bereich ansiedeln würde. So auch wir. Aber erst diese Hingabe, Begeisterung und Akribie bringen Spitzenleistungen hervor. Da funktioniert das Nutzfahrzeug-Geschäft nicht anders als die PKW-Sparte, die Bundesliga oder aber eben Rock’n Roll. Ohne Seele ist alles nichts! Und dann verstehe ich auch, was ein Kollege ehrfurchtsvoll vor dem Actros stehen mir zu raunte: „Das ist der Silberpfeil der Trucks!“

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