Podiumserfolg für AMG trotz Strafen beim Total 24h-Rennen von Spa

Eine Ardennen-Achterbahn der Gefühle

Podiumserfolg für AMG trotz Strafen beim Total 24h-Rennen von Spa: Eine Ardennen-Achterbahn der Gefühle
Erstellt am 31. Juli 2016

Jetzt erst recht - die Aufholjagd! Unter diesem Motto könnten die 24h von Spa aus der Sicht der AMG Customer Sports Teams gestanden haben. Nach tollem Qualifying-Ergebnis erfolgte die Ernüchterung in Form einer harten Bestrafung durch die Rennleitung, der man mit einer bravurösen Fahrt auf das Podium begegnete! Was für eine Gefühls-Berg- und Talfahrt in den Ardennen!

Bis Freitag Abend dominierte Mercedes-AMG das Geschehen!

Nach dem grandiosen Erfolg bei den 24h vom Nürburgring waren die Teams von AMG Customer Sports auch bei den 24h von Spa mit hohen Ambitionen angetreten. Bereits in den verschiedenen Qualifying-Sessions zeigte sich, dass die Zuversicht nicht unangebracht war. Sechs von acht Fahrzeugen qualifizierten sich souverän für das abschließende Top20-Einzelzeitfahren am Freitag Abend. Und auch hier ließ man keine Zweifel an der tollen Performance des Mercedes-AMG GT3. Alle sechs Fahrzeuge belegten die ersten sechs Plätze! Die Tatsache, dass die schnellste Runde des Pole-Setters Maximilian Götz wegen eines Gelb-Vergehens gestrichen wurde und er so auf den sechsten Platz zurück fiel, konnte die Freude nur kurz etwas trüben.

Paukenschlag am Samtstag: Harte Strafen für sechs AMG-Autos!

Ganz anders sah es am Samstag morgen aus. Hier schlug die Bombe in Form einer Meldung der Rennleitung ein, dass allen sechs AMG-Autos aus dem Top20 die Zeiten getrichen werden. Und schlimmer noch: Die Rennleitung brummte diesen Fahrzeugen eine fünfminütige Stopp&Go-Strafe im Rennen auf! Der Grund: Eine angeblich nicht homologierte Motor-Software. Hier der O-Ton der AMG-Stellungnahme: "... Hintergrund der Entscheidung ist aus Sicht der Sportkommissare eine nicht konforme Auslegung der FIA Homologation bei den genannten Fahrzeugen. Die komplexen Vorwürfe wurden von Mercedes-AMG eingehend analysiert. Es gibt unterschiedliche Ansichten zur Interpretation der Homologation. Nach eingehender Untersuchung der Beanstandungen haben wir uns entschlossen, Einspruch einzulegen. Diesem wurde jedoch aufgrund der abgelaufenen Frist leider nicht mehr stattgegeben."

Jetzt erst recht!

Die Enttäuscheng bei den Fahrern und bei den Teams war entsprechend groß. Dass den Teams hier unsportliches Verhalten unterstellt wurde, wollte natürlich keiner auf sich sitzen lassen. Ebenso wenig stand ein Startverzicht zur Debatte. AMG-Pilot Thomas Jäger sagte in der Startaufstellung: "Wir sind hier um Rennen zu fahren und wollen den Fans etwas bieten. Außerdem sind wir nach wie vor top motiviert und wollen einen guten Job machen. Wir müssen mit dieser schwierigen Situation umgehen und das beste daraus machen." Maro Engel: "Es ist natürlich eine schwierige Situation. Wir müssen erstmal ins Rennen rein finden und uns auch die Rundenzeiten der anderen anschauen. Ich habe nicht das Gefühl, dass Audi und Bentley bereits alles gezeigt haben."

Unter normalen Umständen sind 5 Minuten Strafe kaum aufzuholen, weil man mit An-und Abfahrt in der Boxengasse fast 3 volle Runden verliert, wie uns Black-Falcon-Pilot Adam Christodoulou vorrechnete. Aber die AMG-Teams hatten Glück im Unglück. Gleich nach dem Start des Rennens nutzte man eine frühe Safety-Car-Phase, um den fälligen Stopp abzusitzen und verlor so "nur" 1,5 Runden. Danach bliesen die Teams zur großen Aufholjagd. Leider erwiesen sich Maro Engels Befürchtungen als zutreffend, denn im Rennen zeigte sich, dass vor allem die Audis tatsächlich in den Trainings gepokert hatten, um wohl die BoP zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Im Rennen fuhr man plötzlich trotz Verkehr und voller Tanks die selben Rundenzeiten wie im Top20-Zeitfahren mit freier Fahrt und leeren Tanks.

Tolle Aufholjagd von den AMG-Teams!

Die Nachtstunden des 24-Stunden-Rennens waren von schnellen Rundenzeiten, planmäßigen Boxenstopps und weitgehend problemlosen Fahrten gekennzeichnet, bei denen die meisten Mercedes-AMG Teams auf eine Strategie der Dreifach-Stints setzten. Bis zur Rennmitte hatten sich bereits die beiden Mercedes-AMG GT3 von AMG-Team HTP Motorsport zurück in die Top-Ten gekämpft – die #84 mit Dominik Baumann (AUT), Maximilian Buhk (GER) und Jazeman Jaafar (MAS), sowie die #86 mit Maximilian Götz (GER), Thomas Jäger (GER) und Gary Paffett (GBR). In den Morgenstunden gesellte sich das Kundensportfahrzeug #57 von BLACK FALCON mit Adam Christodoulou (GBR), Hubert Haupt (GER) und Andreas Simonsen (SWE) zu den besten Zehn des Rennens. Einen großen Sprung nach vorne machte auch das AMG-Team AKKA ASP, das in Spa seinen ersten 24-Stunden-Einsatz mit dem Mercedes-AMG GT3 bestreitet. Felix Rosenqvist (SWE), Tristan Vautier (FRA) und Renger van der Zande (NED) führten das Fahrzeug #88 des französischen Teams wieder in die Top-Ten. Eine Schrecksekunde erlebte Jazeman Jaafar, der in der 375. Runde Ausgangs der Eau-Rouge-Kurve in einen Dreher gezwungen wurde, aber die Fahrt fortsetzen konnte, jedoch Positionen verlor.

Regen sorgt für viel Chaos kurz vor Schluss!

In den letzten Rennstunden konnten sich vor allem die #86 vom AMG Team HTP Motorsport sowie die #88 vom AMG Team AKKA ASP in der Spitzengruppe festsetzen. Maximilian Götz in der #86 lieferte sich eine rundenlange Schlacht um den dritten Platz mit Nico Müller im Audi, den er schließlich niederrang. Eine halbe Stunde vor Rennende sorgte ein heftiger Regenschauer nochmal für Chaos auf der Strecke und in den Boxen. Bei den hektischen Boxenstopps unterlief der HTP Motorsport Crew ein folgenschwerer Fehler, als Pilot Maximilian Götz direkt vor dem heran nahenden Lamborghini los geschickt wurde. Die Folge: Durchfahrtsstrafe wegen "Unsafe release"! Dadurch fiel Götz auf den 5. Platz zurück. Auch der lange auf dem zweiten Platz liegende Bentley fiel durch wiederholte Durchfahrtsstrafen wegen verschiedener Vergehen zurück, so dass sensationell das Team AMG-Team AKKA ASP mit der #88 den zweiten Platz erbte! Somit konnte das französische Team bei seinem ersten 24h-Rennen mit einem Mercedes bereits auf das Podium fahren, und das trotz der fünfminütigen Strafe. Eine tolle Leistung der Fahrer Felix Rosenquist, Renger van der Zande und Tristan Vautier. Gratulation!

Kein Glück für Black Falcon!

Hinter der enttäuschten Fahrerpaarung Maximilian Götz, Gary Paffett und Thomas Jäger im gelben HTP-AMG mit der #86 auf dem 5. Rang konnte das Schwesterauto mit der #84 und Dominik Baumann, Maximilian Buhk und Jazeman Jaafar auf den 6. Platz fahren. Für Black Falcon lief das Rennen leider nur durchwachsen. Das Linkin Park Auto mit Maro Engel, Betnd Schneider und Yelmer Burmann kam wegen verschiedener Probleme über einen 20.Platz nicht hinaus. Noch schlimmer traf es die #57, die beim Regenschauer kurz vor Schluss in einen heftigen Unfall verwickelt wurde. Fahrer Andreas Simonsen blieb aber glücklicherweise unverletzt.

Hier die Platzierungen der AMG-Fahrzeuge:

Platz 2: #88 AKKA ASP Team (Vautier, Rosenqvist, Van der Zande)
Platz 5: #86 HTP Motorsport (Jäger, Paffet, Götz)
Platz 6: #84 HTP Motorsport (Baumann, Jaafar, Buhk)
Platz 19: #89 AKKA ASP Team (Perfetti, Cazenave, Lyons)
Platz 20: #00 Black-Falcon (Engel, Buurman, Schneider)
Platz 21: #85 HTP Motorsport (Dontje, Schmid, Bacheta)
Platz 26: #56 Black Falcon (Morley, Toril, Al Faisal)
Platz 33: #57 Black-Falcon (Haupt, Simonsen, Christodoulou)

Hier geht es zu unserer ausführlichen Fotostrecke vom Wochenende: 297 Bilder Fotostrecke | Total 24h von Spa: Impressionen vom Rennen #01 #02

Stimmen zum Rennen:

Jochen Bitzer, Leiter AMG Kundensport: „Nach einem derart turbulenten Rennen freue ich mich umso mehr über die Podiumsplatzierung und über drei Mercedes-AMG GT3 in den Top-Ten. Trotz der schlechten Ausgangslage nach der Superpole haben alle Teams und Fahrer im Rennen großen Kampfgeist gezeigt. Sie haben sich mit toller Leistung und guter Taktik wieder nach vorne gearbeitet. Schade, dass Maximilian Götz kurz vor Schluss noch eine Durchfahrtsstrafe bekommen hat, und zum Glück ist Andreas Simonsen bei seinem unverschuldeten Unfall nichts passiert. An diesem Wochenende war wirklich alles geboten. Vielen Dank an alle unsere Fahrer und Teams für ihren Einsatz.“

Felix Rosenqvist, AMG-Team AKKA ASP #88: „Es war mein erstes Endurance-Rennen und ich habe zum Glück schnell reingefunden. Wir sind als Außenseiter angereist und haben den zweiten Platz belegt, weil unser gesamtes Team einen super Job gemacht und immer die richtigen Entscheidungen getroffen hat. Wir hätten uns das nie gedacht, weil wir von ganz hinten nach vorne gefahren sind. Am Ende hatten wir auch ein wenig Glück mit dem Regen. Für uns ist das Ergebnis ein Riesenerfolg.“

Maximilian Götz, AMG-Team HTP Motorsport #86: „Ich bin natürlich enttäuscht, denn es war mehr drin. Wir hatten das ganze Rennen gekämpft und hatten das Podium in Reichweite. Der Fehler in der letzten halben Stunde hat den Erfolg verhindert. Aber so ist das eben im Motorsport. Wir müssen nun eben nächstes Jahr wieder kommen und es erneut versuchen."

Jazeman Jaafar, AMG-Team HTP Motorsport #84: „Wir sind angekommen, das war unser Hauptziel. Über unseren sechsten Platz sind wir alle sehr glücklich, auch wenn wahrscheinlich mehr drin gewesen wäre. Der Speed war da, nur haben wir ab und zu Pech mit Full-Course-Yellow-Phasen gehabt. Wir hätten dabei gerne einige Boxenstopps gemacht, haben aber den Zeitpunkt ein paar Mal knapp verpasst. Insgesamt hat es riesigen Spaß gemacht."

Fotos: Christopher Otto, Guido ten Brink / SB Medien

 

 

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