Mercedes-Benz R/C 107 SL-Club

Fünfundfünfzig Mal am Ring …

Mercedes-Benz R/C 107 SL-Club: Fünfundfünfzig Mal am Ring …
Erstellt am 17. August 2015

...welcher Art mag dieses Schnapszahl-Jubiläum wohl sein, und was hat das mit dem Stern aller Sterne zu tun? Wie der Titel vermuten lässt, geht es hier um eine Geschichte, die auf dem Ring spielt, und zwar um die Veranstaltung, bei der jährlich wohl das älteste Blech aller Renntage in der Grünen Hölle versammelt ist.

Zum dreiundvierzigsten Mal veranstaltete der AvD am vorletzten Wochenende seinen Oldtimer-Grand-Prix auf dem Nürburgring. Der Mercedes-Benz R/C 107 SL-Club nahm das zum Anlass für sein zwölftes "rustikales Alternativtreffen" vor Ort. In der Summe kam es dann eben zur obigen Schnapszahl.

Unter den achtzig Mercedes-Benz Markenclubs ist der R/C 107 Club mit ca. 4300 Mitgliedern der weitaus größte. In diesem Jahr feierte er am Bodensee sein 25jähriges Bestehen. Deutschlandweit sorgen etwa fünfzig Regionaltreffs  für ein Clubleben, das, nicht nur auf vier Rädern, immer in Bewegung ist. Dabei ist die alles umspannende Klammer  der "107er", der von 1971 bis 1989 (!!!) gebaut wurde. Insgesamt wurden zwischen 1971 und 1989  237 000 SL Roadster und zwischen 1971 und 1981 63 000 Coupes (SLC) hergestellt. Acht verschiedene Modelle wurden in dieser Zeit aufgelegt. Die Fachwelt schwankte zwischen den Bezeichnungen  “Sindelfinger Barock“ und  “Roadster mit Zuckerguss“

Zu seiner Zeit  konnte der SLC auf eine Reihe sportlicher Erfolge zurückblicken. 1977 belegten die Coupes die ersten beiden Plätze bei der Langstreckenrallye London – Sydney. 1978 errangen die SLC bei der 30 000 km langen Mammut-Rallye Vuelta a la Americana Sud die Plätze eins, zwei und vier, 1979 landeten die Fahrzeuge bei der Vorgängerin der Rallye Elfenbeinküste einen Vierfachsieg. Damit wären wir, handelte es sich nicht um Rallye-Einsätze, wieder beim Oldtimer-Grand-Prix. Da waren Vorkriegs-Rennwagen und Formel-1-Boliden der 70er Jahre auf der Strecke. Ein   Abendrennen der zweisitzigen Rennwagen und GT bis 1960/61 war neben dem AvD- Historic-Marathon auf der Nordschleife einer der Höhepunkte der Veranstaltung. Besonderer Blickfang war das alte Fahrerlager mit seinen charakteristischen Wellblechgaragen, eine Umgebung wie zu Zeiten der Silberpfeile.

Spannende Rennen wie damals, Motorsporthistorie auf vier Rädern pur, benzingetränkte Luft, dem konnte so mancher 107er Fahrer nicht widerstehen. Fast schon traditionsgemäß hatte der R/C 107 SL-Club auch diesmal wieder zu einem lockeren Treff unter Gleichgesinnten eingeladen. Das örtliche Management übernahmen Technikreferent Alois Hoppen und seine in ständigem Einsatz stehende Frau Beatrix. Wie Vizepräsident Manfred Erhardt berichtete, waren 60 Teilnehmerfahrzeuge angereist. Dabei dürften Erst- und Mehrfachtäter wohl zuletzt durch kleine Schmankerl wie vergünstigte Stellgebühren und ein Bonusheft mit attraktivem Inhalt gelockt worden sein.

Zentraler Anlaufpunkt war ein nagelneues Clubzelt. Speisen und Getränke steuerte jeder aus heimischer Küche (selbst gebackener Kuchen) oder Vor-Ort-Produktion (Gegrilltes) bei.  Verhungern und verdursten konnte also niemand, und von Freitag bis Sonntag war ein Wochenende zwischen Benzingesprächen und Spannung an der Rennstrecke gesichert. Übernachtungen im Zelt oder Wohnwagen waren keine Seltenheit. Die rennenlose Zeit am Abend wurde überbrückt mit Stimmung im und um das Zelt. Dabei bediente sich zu Beginn des Trubels jeder aus einem Sack mit den ausgefallensten Kopfbedeckungen, die ab jetzt persönliches Markenzeichen –diesmal ohne Stern- waren.  

Trotz Dauereinsatzes zwischen Clubzelt, Rennen, Fahrerlagerbesuchen und Gesprächen mit alten Freunden fand Manfred Ehrhardt noch Zeit, uns ein wenig über seinen 107er, einen 300 SL von1987, zu erzählen. Er hatte, als Manfred ihn 1998 kaufte, gerade einmal 20 000 km auf der Uhr. Wie die Zeit vergeht… Heute zeigt der Tacho 82 000 km an, doch Manfred träumt mehr von damals, als er sich durch ein Bild eines 107ers auf der Titelseite der Motor Klassik in seinen künftigen Schatz verliebte. Seine Frau Katja hat dafür offenbar volles Verständnis. Schließlich wäre sie ohne diese Liebe nicht unter so vielen Freunden hier auf dem Ring gelandet. Und im nächsten Jahr muss das Ganze mit Sicherheit wiederholt werden, auch wenn es dann keine Schnapszahl gibt. Oder man sieht sich schon bei den SCHÖNEN STERNEN in Hattingen (10./11. Oktober) wieder?

Text:Friedrich W. Thüner

Fotos:Friedrich W. Thüner, Alois Hoppe, Friedrich Schneider Jun.

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