Auto-Ersatzteile: Falsches Sparen ist lebensgefährlich!

So unterscheiden Sie originale von gefälschten Ersatzteilen!

Auto-Ersatzteile: Falsches Sparen ist lebensgefährlich!: So unterscheiden Sie originale von gefälschten Ersatzteilen!
Erstellt am 13. Februar 2018

Es bedarf schon einer ganz besonderen Art von Skrupellosigkeit, um sicherheitsrelevante Ersatzteile für Autos zu fälschen. Doch so hart es auch klingt - es ist ein erwiesener Fakt, dass dies geschieht. Dabei handelt es sich nicht einmal um ein besonders seltenes Phänomen - ganz im Gegenteil: Der Markt für gefälschte Ersatzteile wächst und wächst. Doch die Hersteller der Original-Teile haben reagiert und rüsten auf. Lesen Sie in diesem Text, wie Sie originale von gefälschten Ersatzteilen unterscheiden können.

Folgen gefälschter Ersatzteile

Wenn ein Bremsbelag zu brennen (!) beginnt, eine Bremsscheibe reißt oder ein Bremssattel bricht, dann ist die Warscheinlichkeit hoch, dass ein "gefälschtes" Ersatzteil die Ursache dafür ist. Doch auch ohne spektakuläre Effekte kann ein Fake-Ersatzteil an der falschen Stelle schon für böse Überraschungen sorgen: Erheblich verlängerte Bremswege, Schleudern und Ausbrechen vom Auto oder unzuverlässige ESP/ABS Steuerungen machen auch eine normale Fahrt zu einem unerwünschten Abenteuer. Um so wichtiger ist es für den Kunden, ein gefälschtes Ersatzteil zu erkennen.

1. Gesunder Menschenverstand

Ein Originales oder OEM-Ersatzteil bzw. ein zertifizierter Nachbau stimmt von A-Z. Schlechte Schweißnähte, Ausläufe von Druckguss-Werkzeugen, Lack- und Schreibfehler sucht man auf Bauteilen in Markenqualität vergebens. Ebenso sind Logos und Schriftzüge in einem einwandfreien Zustand. Die Verpackung ist zwar besonders leicht nachzumachen. Doch auch hier erlauben sich die Produktpiraten immer wieder Fehler, die sofort hellhörig machen sollten. Sollten Sie Rechtschreibfehler auf Produkt oder Verpackung erkennen, gehen Sie mal vorsichtig von Produktpiraterie aus.

2. Herstellerangaben beachten

Ein Beispiel: Der italienische Hersteller von Hochleistungs-Bremsen liefert für Consumer nur Komplett-Sets aus. Das bedeutet: Ein Set von Brembo besteht aus Bremssattel, Bremsscheibe und Bremsbelägen. Einzelne Bremssättel gibt es bei dem Hersteller nicht zu kaufen. Andere Hersteller verfahren nach ähnlichen Prinzipien. Kupplungen und Zahnriemen werden in der Regel ebenfalls ausschließlich im Komplett-Set angeboten. Unvollständige Sets weisen hier stets auf mangelhafte Qualität hin, die auf eine Fälschung schließen lassen. Darum lassen sich die Hersteller noch viel mehr einfallen, um ihre Bauteile gegen Fälschungen zu schützen.

3. Fälschungssicherungen beachten

Die Hersteller von Originalteilen investieren inzwischen sehr viel in die Fälschungssicherheit. Komplizierte Logos und Sicherheits-Gravuren bilden hier nur den Anfang. Im Zeitalter von hochpräzisen Laser-Gravierautomaten ist deren Fälschung jeodch nicht mehr allzu schwer. Anspruchsvoller sind hingegen die Hologramm-Logos. Deren Herstellung ist sehr anspruchsvoll und kann nicht ohne weiteres von jeder Fälschungswerkstatt geleistet werden. Aber vielen Marken geht selbst dies nicht weit genug. Brembo bietet deshalb bei seinen hochwertigen Bremskits eine doppelte Sicherung an: Zu jedem Set gehört eine versiegelte Karte. Fehlt diese, handelt es sich definitv nicht um ein Original-Teil. Auf der Karte kann eine Nummer frei gekratzt werden. Sie muss mit der eingravierten Nummer auf dem Ersatzteil überein stimmen. Zusätzlich kann man auf der Webseite des Unternehmens die Nummer ebenfalls auf Echtheit kontrollieren. Existiert diese Nummer nicht oder ist sie bereits anderweitig vergeben, handelt es sich definitiv um eine Fälschung.

4. Der Preis

Fälschungen sind nur dann lohnend, wenn sie sich verkaufen lassen. Darum sind sie meist deutlich billiger als die originalen oder zertifizierten Nachbau-Teile. Wird ein Ersatzteil für 30-50% vom regulären Preis angeboten, kann etwas nicht stimmen. Wenn es sich nicht nachweislich um Konkurs- oder offiziell aufgearbeitete AT-Ware handelt oder es andere, triftige Gründe für das günstige Angebot gibt, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass es sich um eine Fälschung handelt.

5. Die Quelle

Ersatzteile kauft man grundsätzlich im Fachhandel bzw. beim Händler. Gleichgültig, ob es sich um ein Ladengeschäft oder um einen Online-Shop wie AutoteileProfi.de handelt: Nur ein zertifiziertes Geschäft gilt als zuverlässiger Partner für den Kauf von Ersatzteilen. Bei Online-Shops sollte man auf qualitätsgeprüfte Siegel achten. Außerdem sollte das Unternehmen sowohl von der postalischen als auch von der Internet-Adresse aus Deutschland oder zumindest Europa stammen. Freie Marktplätze oder Anbieter aus dem fernen Ausland sind nicht zwingend Umschlagplätze für Fälscher. Jedoch ist die Nachvollziehbarkeit bei diesen Händlern schwieriger.

Was man sonst tun kann

Wer sein Auto in die Werkstatt bringt, der wird selten auch seine eigenen Ersatzteile mitbringen dürfen. Die Argumentation der Mechaniker ist, dass sie für selbst mitgebrachte Bauteile keine Garantie geben können. Umgekehrt haben die Werkstätten natürlich überhaupt kein Interesse daran, dass sie durch den Einbau von gefälschten Ersatzteilen bekannt werden. Man läuft deshalb eher Gefahr "zu hochwertige" Ersatzteile eingebaut zu bekommen, als minderwertige Bauteile. Dennoch schadet es nicht, sich im Internet über das Unternehmen im Vorfeld zu informieren. In den heutigen Zeiten bleiben Verfehlungen wie diese nicht ohne Folgen. Bei Zahnriemen, Kupplungen und Bremsen sollten man deshalb grundsätzlich zwei Mal hinsehen - auch wer die Teile einbaut.

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