Dämpfer für die E-Auto-Euphorie: Die globale Nachfrage geht zurück

Studie: Seit 5 Jahren erster Rückgang im globalen Markt für Batterie-Elektroautos

Dämpfer für die E-Auto-Euphorie: Die globale Nachfrage geht zurück: Studie: Seit 5 Jahren erster Rückgang im globalen Markt für Batterie-Elektroautos
Erstellt am 30. Oktober 2019

Während sich die Automobilindustrie mehr und mehr auf den Systemwechsel vom Verbrenner zum elektrischen Antrieb mit allen dazugehörenden Konsequenzen für Entwicklung, Produktion und Arbeitsplätze festgelegt hat, geht die globale Nachfrage nach E-Autos zurück. Die Zahl der neu zugelassenen Elektroautos (Batterieelektrisch und Plug-In Hybrid) ist weltweit zum ersten Mal seit fünf Jahren um 8,8 Prozent zurückgegangen. Dies ist eine der wichtigsten Botschaften des "E-Mobility Sales Review" von PwC-Autofacts, der seit 2016 jedes Quartal erstellt wird. Die regelmäßige Analyse erfasst die Neuzulassungen von batterieelektrischen Fahrzeugen, Plug-in-Hybriden und Hybrid-Autos in den weltweit wichtigsten Märkten. Batteriebetriebene Elektroautos verzeichneten dabei im dritten Quartal 2019 einen Rückgang von 2,8 Prozent (321.573 verkaufte Einheiten im dritten Quartal 2019) im Vergleich zum Vorjahr, Plug-in-Hybride gingen sogar um 23,8 Prozent (102.097 verkaufte Einheiten) zurück. Die Entwicklung in einzelnen Regionen und Ländern verläuft allerdings sehr unterschiedlich.

Massiver Rückgang in China

China, der weltweit führende Markt für E-Autos und leichte Nutzfahrzeuge mit Batterieantrieb, verzeichnete zwischen Juli und September 2019 einen massiven Rückgang, und zwar in allen analysierten Segmenten (batterieelektrische Fahrzeuge: -15,7 Prozent, Plug-in-Hybride: -27,3 Prozent, Hybride: -20 Prozent). "Zu Beginn des dritten Quartals hat die Regierung in Peking Subventionen für Käufer zurückgenommen", erklärt dazu PwC-Experte Felix Kuhnert. Entgegen bestehender Auffassungen, dass die Reduktion der Subventionen den Markt dauerhaft schwächen würde, geht PwC von einem aufschiebenden Effekt aus, bis Preise und Angebote neu strukturiert sind. Auch die bisherigen Subventionen für Hersteller sollen bis 2021 abgebaut werden, was zu einer weiteren Konsolidierung des Produktangebots führen wird. Zudem prüfe die chinesische Regierung derzeit, ob die Subventionen bisher immer bestimmungsgemäß eingesetzt worden sind - dabei geraten manche Hersteller weiter unter Druck.
In Europa zeigt sich ein anderes Bild: Auf den europäischen Top-5-Märkten Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien sowie den Leitmärkten Norwegen und den Niederlanden legten die reinen "Stromer" im dritten Quartal 2019 um durchschnittlich etwa 100 Prozent zu (Juli 2019: +97,1 Prozent; August 2019: +75,5 Prozent; September 2019: 114,3 Prozent).

USA: E-Auto-Markt bricht ein

In den USA wiederum war die Zahl der Neuzulassungen im dritten Quartal 2019 stark rückläufig: bei den batterieelektrischen Fahrzeugen -15,5 Prozent, bei Plug-in-Hybriden -29,8 Prozent im Vergleich zum selben Quartal des Vorjahres. In Südkorea, einem der Vorreiter bei der Entwicklung elektrisch angetriebener Fahrzeuge, stagniert der Markt für batteriebetriebene Autos nahezu. Dieser verzeichnete im dritten Quartal 2019 lediglich 5,6 Prozent mehr Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahresquartal. Zwar sei der Gesamtmarktanteil mit etwa fünf Prozent leicht höher als in Europa, dennoch seien die reinen "Stromer" auch in Südkorea nach wie vor ein Nischenprodukt. (Quelle: PWC)


Autor:‭ ‬Mathias Ebeling

1 Kommentar

  • egide aus belgien

    Egide aus belgien

    Hoffentlich werden die Käufer wach, bevor es zu spät ist!!!

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