Car Sharing für Youngtimer und Klassiker

Der Legenden Classic Car Club by Mercedes-Benz

Car Sharing für Youngtimer und Klassiker: Der Legenden Classic Car Club by Mercedes-Benz
Erstellt am 5. Februar 2016

Bei strahlendem Sonnenschein mit dem 500 SL Cabrio (R 107) über die Romantikstraße cruisen, vielleicht am folgenden Tag abends mit dem 220 S Cabrio beim Sportball vorfahren und in der Woche, mit den Kindern und Renault R4 zum Spaß-Picknick an den Baggersee. Geht. Und dafür muss man diese Legenden nicht einmal alle selbst in der Garage haben….

Nein, es reicht, wenn die richtige App auf dem smart Phone ist. Wobei wir einschränkend sagen müssen, dass aktuell zwar besagte Legenden-App bereits herunter geladen werden kann, aber die Anmeldung funktioniert leider noch nicht, weil sich der „Legenden Classic Car Club“ noch in der Testphase befindet.

Mit „Legenden – dem Classic Car Club“ präsentiert Mercedes-Benz eine Car Sharing-Idee, die darauf beruht, dass Klassiker- und Youngtimer-Freunde ein großes Herz, aber meistens zu kleine Garagen oder zu wenig Zeit haben. Und das ist bekanntlich mehr als schade, denn wer einen 123er hegt und pflegt, der würde vielleicht gern auch einmal wissen, wie sich ein 124er oder 126er anfühlt. Oder auch anders rum. Und weil die Liebhaber von Klassikern und Youngtimern mit ihren Spielsachen meist pfleglich umgehen, ist die Idee, sich mit anderen Liebhabern zu einer Tausch-Community zusammenzuschließen, durchaus naheliegend und darüber hinaus vielleicht auch sehr spannend

Andere Mütter haben auch schöne Töchter: Nicht nur Mercedes-Benz im Angebot

Entwickelt hat diesen Gedanken des Legenden Classic Car Club das „Daimler Business Innovation„-Team. Eine clevere und vor allem sympathische Idee. Auch weil der Gedanke des Legenden Clubs nicht auf die eigene Marke beschränkt ist, sondern nach dem Prinzip „Andere Mütter haben auch schöne Töchter“ sehr gern über den Gartenzaun blickt, um mal zu schauen, was denn da so geparkt ist. Das könnte dann beispielsweise der oben bereits angesprochene Renault R 4 sein.

Im Oktober 2015 gaben Hausherr Klaus Hagenlocher und sein Team, die den „Club“ im Daimler-Auftrag betreiben, bei einem Pre-Opening einen ersten Einblick in das, worauf sich der Interessent freuen darf. Und der Mann hat doch einen Traumjob. Er stellt für den Standort in Sindelfingen die Auswahl der Fahrzeuge zusammen, die den Mitgliedern zur Verfügung stehen. Neben zahlreichen Mercedes-Benz Modellen wie Pagode, 107er und anderen, finden sich dort auch ein Austin Healey 3000, ein Ford Mustang, eine Corvette, ein alter T1 VW Bus und auch das ein oder andere Modell aus der Nachbarschaft in Zuffenhausen. Also nicht nur schöne Sterne.

Herausforderung "Technik": Jeder Klassiker tickt anders!

Zeitgenossen, die selbst ein wenig mit Klassikern und Youngtimern zu tun haben, ahnen bereits angesichts der erwähnten Auflistung, dass es mit dem reinen Leihen oder Tauschen nicht getan sein wird. Wer von vergleichsweise anwenderfreundlichen Mercedes-Benz Youngtimern oder Porsche-Klassikern auf einen Austin Healey oder eine Corvette umsteigt, der wechselt nicht nur mal eben den Fahrersitz, sondern taucht auch in andere Welten und Gepflogenheiten ein.

Da sind dann auch behutsame wie geduldige Einweisungen erforderlich. Während es beim Daimler meistens ordentlich fluppt, rühren viele T1-Anfänger oft hilflos in einem Bulli-Getriebe, um den Rückwärtsgang zu finden, eine R4-Schaltung steckt im Armaturenbrett und will gezogen und gestoßen werden, eine schnell gefahrene Corvette fährt sich im Grenzbereich tendenziell giftig und der Temperaturhaushalt mancher Klassiker ist längst nicht so unproblematisch wie bei einem Mercedes-Benz. Kurz gesagt, all das, was wir an der Oldtimerei so lieben, muss bei einem solchen Tausch auch erst einmal vorsichtig „erfahren“ werden. In der Tat sollen bei Interesse auch Technik-Seminare angeboten werden.

Keine Zeit zum Selberschrauben – kein Problem!

Am Sindelfinger Standort warten in einer äußerlich unscheinbaren Halle aktuell 34 Oldtimer und Youngtimer vom VW T1 Bus bis zum Volvo P 1800 Coupé auf Leihwillige. Wer mit Garagen- oder Knaudel-Atmosphäre gerechnet hat, wird angenehm enttäuscht. Eine Bar, Lounge-Möbel und viel Schwarz – ohne Corporate Design geht es nicht. Warum auch?

Hagenlocher und seine Mannschaft halten die Fahrzeuge in Schuss. Wer in diesen Club eintreten will, muss nicht sein eigenes Auto einbringen, sondern zum Einstand einmal 5.000 Euro. Von da an bezahlt das Mitglied nur noch die Nutzung eines Autos. Los geht’s mit 140 € pro Tag für den besagten Renault 4, wer im Sommer dagegen mit dem Mercedes 220 S Ponton ein Wochenende verbringen möchte, muss mit 800 € kalkulieren. Alles wird in ein Punktesystem umgerechnet. Zur Zeit gehören alle Fahrzeuge dem Club bzw. der Daimler AG und so muss sich keiner der Interessenten um Wartung und/oder Reparaturen kümmern. Das ist alles im Preis enthalten. Also nicht nur ein interessantes Modell für all jene, die mal etwas Abwechslung in ihr Hobby bringen wollen, sondern auch für jene, denen die Zeit oder das Geschick zum Schrauben fehlt, aber dem in Würde gereiften Blech dennoch zugetan sind.

Apropos in Würde gereift: Auch wenn man nicht selber schraubt, ein Treffpunkt soll die Halle des Legenden Classic Car Clubs dennoch werden. Neben Verkostungen feinster Spirituosen wie Whisky sind auch Events wie eine eigene Rallye durchaus ein Thema. Ja, es wird sogar überlegt, ob nicht am Ende auch die Clubmitglieder ihre eigenen Autos in das Modell mit einbringen können.

Legenden Club derzeit noch in der Testphase, aber...

Die Idee des Legenden Classic Car Clubs ist also keine starre und sucht noch nach seinen Möglichkeiten. Das Ziel ist, eine – vielleicht sogar weltumspannende - Car-Sharing Community aufzubauen. Jetzt zu Beginn ist alles aber noch etwas bodenständiger: bis 2017 sollen es 300 Mitglieder sein. Wir finden die Idee sehr spannend und schauen ganz gewiss einmal vorbei im Legenden Classic Car Club.

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