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CLASSICS

4Matic: Seit über 100 Jahren auf allen Vieren

Da ging nicht immer alles automatisch: Die Historie der Allradmodelle von Mercedes-Benz
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Schon 1903 schuf Paul Daimler, Sohn des Firmengründers, erste Konstruktionen mit Allradantrieb. 1907 entstand der Dernburg-Wagen für Fahrten in Afrika – auf Basis eines Lkw, aber als Personenwagen konzipiert. Er wurde so zum Stammvater der heutigen Pkw mit 4MATIC-Antrieb. Erster allrad-getriebener Pkw von Mercedes war die E-Klasse-Baureihe W 124, deren 4MATIC-Versionen 1985 auf der IAA in Frankfurt debütierten. Auch die heutigen Geländewagen und SUV haben einen langen Stammbaum. Den Mercedes-Benz G5 präsentierte Mercedes-Benz im Oktober 1938 auf der Motor Show in London als „Kolonial- und Jagdwagen“. Neben der G Klasse, die seit 1979 unbeirrt ihre Bahn durchs Gelände zieht, ist der G5 so auch der Stammvater der modernen SUV der M-, R- und GL-Klasse sowie des GLK. Darüber hinaus hatte das Unternehmen immer geländetaugliche Nutzfahrzeuge im Angebot - vom legendären Unimog über Lastwagen bis hin zu Lieferfahrzeugen wie Vito und Sprinter.

Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts werden die Grundlagen gelegt

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Das erste Personenfahrzeug mit Allradantrieb für den Alltagsbetrieb konstruiert die Daimler-Motoren-Gesellschaft (DMG) im Jahr 1907. Der so genannte „Dernburg-Wagen“ hat sogar eine Allradlenkung und ist für den Staatssekretär Bernhard Dernburg bestimmt, der damit im Kolonialdienst 1908 in Afrika viele Kilometer zurücklegt. Als Basis dient Ingenieur Paul Daimler, Sohn des Firmengründers, ein Lastwagen-Chassis der Daimler-Motoren-Gesellschaft. Das Fahrzeug kostet 34.750 Mark. Es erhält eine Tourenwagen-Karosserie mit zwei Plätzen auf der Chauffeursbank und insgesamt vier Sitzplätzen im Fond. Der stattliche Wagen wiegt bei einer Länge von ungefähr 4,90 Metern und einer Höhe inklusive Dach von gut 2,70 Metern rund 3,6 Tonnen, einschließlich aller vom Kolonialamt ausdrücklich gewünschten Besonderheiten, beispielsweise einer besonders schweren Kupplung sowie ein auf tropische Verhältnisse abgestimmter Benzin- und Kühlwasservorrat, Ersatzteile und Werkzeuge.

Permanenter Allradantrieb

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Der Vierzylindermotor liefert aus rund 6,8 Liter Hubraum bei 800/min die durchaus ansehnliche Leistung von 35 PS, was auf ebener Asphaltstrecke immerhin für eine Höchstgeschwindigkeit von rund 40 km/h gut ist. Wichtiger jedoch für das Fahrzeug mit seinem besonderen Einsatzgebiet ist die Steigfähigkeit mit Hilfe des Allradantriebs: Sie beträgt 25 Prozent. Das Fahrzeug hat einen permanenten Allradantrieb, der Motor schickt seine Kraft über eine ausgeklügelte Mechanik an die vier Räder. Eine Welle verbindet ihn mit dem genau mittig montierten Getriebe, das vier Vorwärtsgänge und einen Rückwärtsgang bietet. Von dort übertragen Kardanwellen die Drehbewegung an die Differenziale der Vorder- und Hinterachse.
Besondere Vorkehrungen trifft Konstrukteur Daimler, um feinen Flugsand aus den kraftübertragenden Teilen zu halten. Da dies jedoch den Lenkeinschlag stark einschränkt, auf höchstens 23 Grad, erhält das Fahrzeug auch hinten gelenkte Räder, um einen adäquaten Wendekreis zu erzielen.

Ein Repräsentationsfahrzeug fürs Gelände

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1934 entsteht der mächtige sechsrädrige Personenwagen G 4 (Baureihe W 31), der im Werk Untertürkheim gebaut wird. Vor allem Staatschefs und ranghohe Militärs schätzen den 3,7 Tonnen schweren Wagen bald als geländegängiges Repräsentationsfahrzeug. Die Kraftübertragung geschieht mit einer Kardanwelle auf die beiden hinteren Starrachsen, für gute Geländegängigkeit sorgen zwei Sperrdifferenziale (Steigfähigkeit bei voller Belastung: 43 Prozent). Insgesamt entstehen mit allen Motorvarianten bis 1939 57 Stück.

In der ersten Serie (1934 bis 1936) arbeitet ein 5,0-Liter-Achtzylindermotor vom Typ M 24, der bei 3400/min eine Leistung von 100 PS entwickelt. In der zweiten Serie (1937 bis 1938) leistet der Motor mit einem auf rund 5,3 Liter vergrößerten Hubraum115 PS. In der dritten Serie sind es dann aus 5,4 Liter Hubraum 110 PS. Obwohl mehr möglich wäre, ist der G 4 aufgrund seines hohen Gewichts und der damaligen Reifenstabilität nur für eine Höchstgeschwindigkeit von 67 km/h zugelassen. Immens ist der Treibstoffverbrauch, der auf der Straße mit 28 Litern und im Gelände mit 38 Litern angegeben ist. Kein Wunder, dass einige Fahrzeuge mit einem 140-Liter-Tank ausgerüstet sind.

Hightech für Personenwagen: Mercedes-Benz 4MATIC

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Mitte der 1980er Jahre ist die Zeit reif, um den Allradantrieb auch in Personenwagen von Mercedes-Benz zu bringen. Auf der IAA 1985 in Frankfurt stellen die Ingenieure ihre Kreation einer breiten Öffentlichkeit vor: 4MATIC heißt der neue Allradantrieb. Er bedient sich auch der Elektronik, um in allen Fahrsituationen stets einen optimalen Antrieb zu bieten. Es ist das Anti-Blockier-System, das 1978 die Grundlage für diese Technik legt. Denn darauf aufbauend entsteht die Antriebsschlupfregelung (ASR, Serienstart 1987), die das Spiel der Längskräfte zwischen Reifen und Fahrbahn nicht nur beim Bremsen, sondern erstmals auch beim Beschleunigen regelt und dabei sowohl auf die Bremse als auch auf das Motormoment einwirkt. Es folgen das automatische Sperrdifferenzial (ASD, 1985) und das Elektronische Stabilitäts-Programm (ESP).

Gemeinsames Merkmal dieser Systeme ist es, den Radschlupf mit Hilfe moderner Mikroelektronik und Hydraulik zu erfassen und zu begrenzen, um die Längs-dynamik eines Automobils zu verbessern. Die 4MATIC arbeitet permanent und verteilt im normalen Fahrbetrieb auf griffigem Untergrund die Antriebskraft zwischen Vorder- und Hinterachse. Dank einer Sperre des Zentraldifferenzials können bis zu 100 Prozent der Antriebskraft zu einer Achse geleitet werden.

1987: 4Matic Debut in der Baureihe W 124

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Ihr Debüt feiert die 4MATIC im Jahr 1987 in der Baureihe W 124. Von der E Klasse der Baureihe 210 an kommt ab 1997 zusätzlich das Elektronische Traktions-System 4ETS zum Einsatz, das die Funktion von Differenzialsperren übernimmt und für ein noch besseres Vorankommen auf schlechtem Untergrund sorgt. 4ETS ist in das Elektronische Stabilitäts-Programm ESP integriert, dessen Regelung speziell an den Allradantrieb angepasst ist. Verlieren eines oder mehrere Räder auf rutschigem Untergrund die Traktion, bremst 4ETS die durchdrehenden Räder automatisch und individuell mit kurzen Impulsen und erhöht im gleichen Maße das Antriebsmoment an den Rädern mit guter Traktion. Dieser automatische Bremseingriff kann die Wirkung von bis zu drei Differenzialsperren simulieren.

Fortentwicklung in der E-Klasse ( W 210)

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In der neuen E-Klasse der Baureihe 210, die 1995 auf den Markt kommt, wird die Technik deutlich weiterentwickelt. Die neue 4MATIC besteht aus einem permanenten Allradantrieb mit einem einstufigen Verteilergetriebe, das für eine Kraftverteilung von 35:65 sorgt. Er wird unterstützt vom Elektronischen Traktions-System 4ETS.. Das Debüt der neuen 4MATIC findet zunächst im Februar 1997 im E 280 statt, im Juni folgt dann der E 320, jeweils auch als T-Modell.

4Matic und CDI-V6-Motoren: Die Baureihe W 211 glänzt mit Spitzenleistungen

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Im Januar 2003 stellt Mercedes-Benz auf der North American International Auto Show in Detroit die neue E-Klasse der Baureihe 211 vor. Vom Herbst 2003 an gibt es sie auch mit 4MATIC, und zwar für die Typen E 240, E 320 und E 500, wiederum als Limousine und als T-Modell. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zu den hinterradangetriebenen Versionen ist die ausschließliche Verfügbarkeit des Fünfgang-Automatikgetriebes. Die Dieselmodelle E 280 CDI und E 320 CDI mit 4MATIC folgen im Juli 2005. Aufgrund der Kombination des permanenten Allradantriebs 4MATIC mit den modernen CDI-V6-Motoren werden in punkto Sicherheit, Traktion, Durchzugskraft und Wirtschaftlichkeit neue Spitzenleistungen erreicht.

Traktion auf noblem Niveau: Die S-Klasse 4MATIC

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Zum Modelljahr 2003 startet Mercedes-Benz eine Allradoffensive bei den Personenwagen. Insgesamt sind damit in fünf Modellreihen 32 Fahrzeuge mit der 4MATIC erhältlich. Im Rahmen der Allradoffensive erhält die S-Klasse (Baureihe W 220) in der zweiten Hälfte ihrer Laufzeit die 4MATIC, und zwar in den Typen S 350, S 430 und S 500 – auf Wunsch auch in den Versionen mit langem Radstand.

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Kommentare: 1
Aktualisiert: Freitag, 10. Dezember 2010

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Mercedes-Fans.de » Redaktion aus Essen (41)

Sa, 18.12.2010 // 15:25 Uhr

Wir sind ja mal sehr gespannt, ob dieser Winter die Orderquote bei 4MATIC-Modellen nach oben treibt.

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