Schon gefahren: Mercedes-Benz E250 CDI BlueEFFICIENCY 4MATIC

Zum ersten Mal 4MATIC – der Allradantrieb von Mercedes-Benz – mit Vierzylinder

Schon gefahren: Mercedes-Benz E250 CDI BlueEFFICIENCY 4MATIC: Zum ersten Mal 4MATIC – der Allradantrieb von Mercedes-Benz – mit Vierzylinder
Erstellt am 8. Dezember 2011

Das Allrad-Angebot von Mercedes-Benz umfasst derzeit 49 Pkw-Modelle in Deutschland verteilt auf zehn Baureihen von C-Klasse über E-Klasse bis zur S-Klasse. Dazu bieten die Stuttgarter die 4Matic in den Coupés CL und CLS sowie in der R-Klasse und den Geländewagen GL und GLK sowie der G-Klasse an. Erstmals wird nun in der Mercedes-Benz E-Klasse ein Vierzylinder an das Allradsystem gekoppelt.

Der E 250 CDI BlueEFFICIENCY 4MATIC leistet 204 PS und soll sich laut Hersteller mit nur 5,6 Litern Diesel pro 100 km begnügen. Der Allrad-Antrieb, der nicht nur bei winterlichen Verhältnisse sondern auch bei nasser Straße für Fahrstabilität sorgt, wird sowohl bei der Limousine als auch beim T-Modell angeboten.

Allrad in kompakter Bauweise

Dank der kompakten Bauweise des Antriebsstrangs mit angeblocktem Zentraldiffenzial benötigt die 4MATIC nicht viel mehr Raum wie ein Modell mit Heckantrieb. Eine Allrad-Beule im Fußraum des Beifahrers ist damit passé! Im normalen Fahrbetrieb wird die Antriebskraft in einem Verhältnis von 45 zu 55 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt. Eine Lamellensperre im Zentraldifferenzial kann das Antriebsmoment aber auch variabel von 30 zu 70 beziehungsweise 70 zu 30 Prozent verteilen und so die Traktion erhöhen.

Der Eingriff von elektronischen Regelsystemen wie ESP, 4ETS oder ASR setzt so erst später – unmerklich - ein. Wenn sich der Fahrer jedoch dem Grenzbereich nähert, wird er dieses durch ein Warnsymbol bemerken, das den Fahrer auffordert, seine Fahrweise den Straßenverhältnissen anzupassen. Die permanente Auslegung des Allradantriebs gibt zeitliche Vorteile gegenüber automatisch zuschaltbaren Allradantrieben, der Mehrverbrauch der 4MATIC wird mit 0,3 bis 0,5 Litern angegeben.

Vier mal Vier mit Vier...

Bei unseren Testfahrten im schon winterlichen Hochgurgl und der bereits gesperrten Passstraße Timmelsjoch erfuhren wir das System auf geschlossener Schneedecke mit zum Teil vereistem Untergrund. Bei der Beschleunigung aus dem Stand an einer Anhöhe geben wir Vollgas und wie an einer Schnurr gezogen bewegt sich die E-Klasse nach vorn, das Allrad-Regelsystems 4ETS sorgt für die schleuderfreie und somit fahrstabile Beschleunigung. Gut so, denn aufgrund des herrschenden Nebels war die Strecke nur anhand der langen Schneepflugstangen auf der Talseite gut zu erkennen.

Testfahrt auf 2500 m Höhe

Die für uns eigens geöffnete Timmelsjoch-Straße schlängelt sich in mehreren Kehren auf über 2500 m Höhe – wir fahren im Konvoi und ohne Gegenverkehr, so sind auch ein paar Gimmicks möglich: Der erzwungene d.h. gewollte Drift um eine 180° Kehre wird allerdings mit sanftem Abbremsen quittiert – kein schleuderndes Heck oder leichtes Übersteuern – trotz tief durch gedrücktem Gaspedal! Was für den einen „Spaßbremse“ denken lässt, ist von den Mercedes-Leuten gewünschte Sicherheit!

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Der 204 PS starke Diesel braucht nur 5,6 Liter/100 km

Auf trockener Straße erreicht der E 250 CDI BlueEFFICIENCY 4MATIC die 100er Markierung in 7,9 Sekunden. Der erste allradgetriebene E-Klasse mit Vierzylinder-Dieselmotor ist dabei sogar recht sparsam: Laut Hersteller begnügt sich der 204 PS starke Diesel mit 5,6 Litern auf 100 km – auch dank der ECO Start-Stopp-Funktion und der 7G-TRONIC PLUS. Langsam ist der Vierzylinder auch keinesfalls: 238 km/h ist die vom Hersteller gemessene Höchstgeschwindigkeit, die wir verständlicherweise auf der Passstraße nicht erreichen konnten.

Ein weiteres Highlight der von uns gefahrenen Mercedes-Benz E-Klasse ist die Komfort-Klimatisierungsautomatik THERMOTRONIC, die nicht nur individuell für Fahrer, Beifahrer und Fondpassagiere arbeitet, sondern darüber hinaus mit der Restwärmefunktion Vorteile für die kalte Jahreszeit bietet. Ein Knopfdruck auf „Rest“ aktiviert das System, das bei abgestelltem Motor den Innenraum etwa 30 Minuten lang beheizt.

In wohlfühlender Wärme rollen wir nach unserer Bergfahrt in gegengesetzter Richtung – talwärts! Nun wird sich zeigen, wie die E-Klasse den Almabstieg bei den widrigen Straßenverhältnissen meistert. Doch auch hier keine Überraschung auf unserer Seite. Unser Testwagen dreht – als wenn es Watte und nicht Schnee wäre - in die Kurve ein und bremst uns mit seinen Systemen sicher den Berg und die Kehren hinab.

Downhill sicher dank ABS und Co.

Fazit: Die fünf Tausender, die das 4MATIC-System extra kostet, sind sicherlich eine gute Investition in die Sicherheit, nicht nur bei Schnee und Eis!



Text: Thomas Frankenstein

Fotos: Daimler AG, Bernd Hanselmann, Dirk Weyenmeyer

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1 Kommentar

  • magejo

    Magejo

    Gut geschrieben. - und so aufregend erzählt, das ich das Gefühl hab.....ich war dabei... ach was sag ich: ich hab fast das Gefühl, das ich selbst hochgefahren bin! :)

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