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Erste Fahreindrücke vom smart fortwo electric drive (C453)

Schon gefahren:: Erste Fahreindrücke vom smart fortwo electric drive (C453)
Erstellt am 18. November 2016

Anfang nöchsten Jahres kommt die Daimler-Marke smart endlich mit den neuen electric drive Modellen auf den deutschen Markt. Noch rechtzeitig für die noch nicht ausgeschöpfte Kaufprämie für Elektrofahrzeuge - dafür mit einer kompletten Flotte - von dem von uns gefahrenen fortwo über fortwo cabriolet bis hin zum forfour. Damit ist smart dann der einizige Hersteller, der all seine Modelle auch rein elektrisch anbietet.

Wir hatten die Gelegenheit, den neuen smart fortwo electric drive in Miami, Florida (USA) zu fahren und erste Fahreindrücke zu sammeln. Optisch unterscheidet sich die electric drive Variante nicht von dem "normalen" Modell mit Verbrenner - sicher ein Vorteil, denn Elektroautos müssen nicht "anders" aussehen wie "konventionelle" Fahrzeuge. Und das Thema electric drive passt zu keinem anderen Fahrzeug besser als zum smart mit seinem iconic design.

smart ist das ideale Elektro-Auto

Auf meinen ersten Kontakt mit dem smart electric drive - nach der Messe Premiere in Paris Anfang Oktober - war ich wirklich "gespannt". Wie sich der "alte" E-smart fährt, konnte ich vor einigen Jahren erfahren, nun stand ich in Miami, Florida vor einer ganzen Flotte neuer smart mit Elektroantrieb.

Die Wahl fiel auf einen schwarzen smart mit "electric green"-farbener Tridion Sicherheitszelle - in US-Optik mit Seitenmarkierungsleuchten und ohne vorderes Kennzeichen, weil die Testfahrten in den USA stattfinden.

Äußerlich unterscheidet sich der smart electric drive nicht von seinen nicht emissons-freien Brüdern. Im Innern erkennt der Laie den e-smart auch nicht unbedingt auf den ersten Blick. Anstelle des Drehzahlmessers mit der integrierten Uhr links auf dem Armaturenbrett sitzt die Powermeter- und Batteriezustandsanzeige. Dort werden die rekuperierte Energie und die angeforderte elektrische Leistung angezeigt. Das Kombiinstrument wurde auf die electric drive Modelle angepasst und zeigt die spezifischen Funktionen Ladezustand und eco-score-Gesamtwert an.

Neu: Batterie ist Kaufpreis inkludiert und kommt mit Garantie

Kommen wir zum Herz des smart electric drive - dem 60 kW (entspricht 81 PS) starken Elektromotor, der sein Drehmoment von 160 Nm auf die Hinterräder stemmt. Nach dem Einlegen der Fahrstufe - vorwärts oder rückwärts - braucht es dann fester Getriebeübersetzung kein Schalten mehr. Die Energie kommt aus einem 17,6 kWh-Lithium-Ionen-Akku unterhalb der Sitze. Die Hochvolt-Batterie ist im Kaufpreis intergriert - es gibt also keine Batteriemiete mehr - und hat eine Garantie von acht Jahre bzw. 100.000 Kilometer. Die Reichweite der lokal emissionsfreien Mobilität soll für rund 160 km reichen, dazu wird die Höchstgeschwindigkeit bei 130 km/h zu Gunsten der Reichweite elektronisch abgeregelt.

Gut, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten 130 km/h zu fahren, ist absolute Utopie - die Highways erlauben maximal 75 mph (120 km/h) - ausserdem ist und bleibt der smart ein Stadtauto - gerade als e-smart.

Wir starten den Motor und es passiert nichts - lediglich das Powermeter springt lautlos auf betriebsbereit. Erst nachdem die Fahrstufe eingelegt ist und ich "Gas" gebe, tut sich was, aber nicht akustisch. Geräuschlos rollt der smart aus der Parkreihe und beschleunigt zügig mit diesem für Elektro-Auto tyischen Schub.

 

(Fast) Lautlos unterwegs

Wir fahren zunächst im Basis-Fahrprogramm, will man aber effizienter unterwegs sein wählt man den ECO-Modus. Nun wird die Rekuperation aktiv, also die Rückgewinnung der Bewegungsenergie im Schiebe- oder Bremsbetrieb - aber leider wird der smart auch lauter - ein stetiges Brummen aus dem Heck begleitet fortan unsere Fahrt.

Besser vielleicht doch wieder in Basis-Fahrprogramm zu wechseln erscheint eine Option, vor allem weil es dort - in den europäischen Modellen die radarbasierte Rekuperation aktiviert ist - dann kann man mit dem smart sogar "segeln". Das Brummen gehörte aber keinesfalls zum eingebauten Soundgenerator, der in den USA serienmäßig an Bord ist und bis zu 30 km/h geschwindigkeitsabhängig einen "smart-typischen" Sound generiert. 

Fahrkomfort typisch smart

Der Fahrkomfort ist ebenfalls typisch smart, dank des kurzen Radstands ist der nicht immer sooooo bequem - vor allem wenn man alltags sonst längere Fahrzeuge bewegt, dafür begeistert der Kleine mit seinem extrem kleinen Wendekreis von unter 7 Metern. Die Lenkung des von uns gefahrenenn smart fortwo electric drive überzeugte allerdings nicht wirklich - gerade um die Mittellage war diese mir zu indirekt. Großgewachsene wie ich finden im fortwo genügend Platz, leider ist der Blick in den Innenspiegel auf den nachfolgenden Verkehr ob meiner hohen Sitzposition etwas eingeschränkt.

Die Reichweite des smart fortwo electric drive ist mit 160 km angegeben, das reicht i.d.r. für jeden "normalen" Berufspendler, auch wenn man keine Lademöglichkeit auf der Arbeit hat. Über einen neuen On-Board-Lader kann der Akki innerhalb von 6 Stunden (230 V Haushaltssteckdose) bzw 3,5 Stunden (Wall-Box) auf 80 % augeladen werden. Interessant wird es aber mit dem 22 kW Schnelllader, der ab Sommer 2017 optional erhältlich sein soll - dann kann man den Akku in weniger als 45 Minuten aufladen.

Markteinführung im nächsten Jahr

Der neue smart fortwo electric drive kommt noch in diesem Jahr in den USA auf den Markt. Danach erfolgt die Markteinführung in Europa mit dem Zwei- und Viersitzer Anfang 2017. In Deutschland wird der smart fortwo electric drive ab 21.940 Euro erhältlich sein. Mit dem Reservierungsprogramm können sich smart fans nicht nur einen der ersten smart electric drive, sondern zusätzlich den Umweltbonus in der vollen Höhe von 4.000 € reservieren...

Fazit: Für viele ist der Elektroantrieb die Zukunft, für mich auch! Aber nur wenn die Energie nicht lokal emissonsfrei sondern komplett emissionsfrei durch regenerative Quellen wie Sonne, Wind oder Wasser generiert wird. Und wenn endlich in die Infrastruktur investiert wird! Die Umweltprämie darf nicht das einzige Mittel als Kaufanreiz für einen Stromer bleiben. Abschließend noch ein persönlicher Kommentar, gerne als Anregung: "smart ist die einige Marke, die alle Modelle auch als Elektro-Fahrzeug anbietet, aber wie cool (bzw. smart) wäre es, wenn es nur Elektro-smarts und keine Verbrenner mehr geben würde?"

Text: Thomas Frankenstein; Fotos: Thomas Frankenstein, Andreas Lindlar / Daimler AG

33 Bilder Fotostrecke | Schon gefahren:: Erste Fahreindrücke vom smart fortwo electric drive (C453) #01 #02

 

Technische Daten:

smart electric drive fortwo

Antrieb: Fremderregter Drehstrom-Synchronmotor, 17,6 Lithium-Ionen-Akku, 60 kW/ 81 PS, 160 Nm,

Beschleunigung 0-100 km/h: 11,5 s

Reichweite: 160 km

Höchstgeschwindigkeit:  130 km/h

Ladedauer 0-80 % Haushaltssteckdose:  6 h

Ladedauer 0-80 % Wallbox: 3,5 h

Preis: ab 21.940 Euro

 

 

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