Wenn Elektromobilität den Verbrenner ersetzen soll, dann muss in Europa noch viel passieren. Stichworte: Angebot an Klein- und Kompaktwagen, Strompreise. Ladeinfrastruktur und einiges mehr.“ In Sachen Komfort haben die besser ausgestatteten E-Autos zweifelsohne nicht weniger als vergleichbare Verbrenner zu bieten. Heizung, Klima, etc. alles ist drin. Doch seit dem Frische-Test der norwegischen Kollegen von Motor.no. ist das Thema „Reichweitenangst“ zurück. Dass unter Schönwetterbedingungen mit angenehmen Temperaturen ein E-Auto prima zu fahren ist, ist klar. Da wird auch die vom Hersteller angegebene Reichweite mit vollen Akkus leicht erreicht. Die norwegischen Autojournalisten wollten aber testen, wie sich E-Autos unter knackig kalten Bedingungen verhalten. Auch EQE und EQB nahmen an den ausgiebigen Erprobungsfahrten teil. Das Ergebnis ist gar nicht cool. Der EQE büßte bei Temperaturen unter 5 Grad sage und schreibe 33,4 Prozent an Reichweite ein.
Wenn es draußen ordentlich eisig und frostig knackig kalt ist, ist das nicht gut für den Energiespeicher eines Elektro-Autos. Mit dem Fallen der Temperaturen deutlich unter null Grad sinkt auch der Realitätswert der schön anzusehenden WLTP-Reichweitenangabe (welche de facto ein Messergebnis unter Idealbedingungen darstellt) deutlich. Dass alle E-Autos die Kälte nicht mögen, hat was mit Physik zu tun. Einerseits. Andererseits. Nicht jedes E-Auto performt bei Kälte im gleichen Maße schlechter, wenn es um die Reichweite geht. Mit vielen anderen Elektro-Autos mussten sich der Mercedes EQE 300 und der EQB 250 sich kürzlich einem Kälte-Reichweitentest der Motor unterziehen.
Die beiden Mercedes Elektro-Autos schnitten bei eisigen Fahrtests nicht am schlechtesten, aber auch nicht am besten ab. Wirklich erschreckend ist die Einbuße an Reichweite bei der überwiegenden Zahl der getesteten Pkw. Der Mercedes EQE 300 soll nach WLTP eine Reichweite von 614 Kilometer haben. In der Fahrveranstaltung bei Temperaturen von -5 °C haben die norwegischen Tester für den EQE eine Reichweite von nur 409 Kilometer ermittelt - was einer Abweichung zu WLTP von 33,4 Prozent entspricht. Der Mercedes EQB 250 soll es laut WLTP auf eine Reichweite von 452 Kilometern bringen. Bei -5 Grad Celsius waren aber nicht mehr als 334 Kilometer mit einer vollen Akkuladung drin. Hier beträgt die Abweichung zur WLTP-Angabe 26,1 Prozent.
1 Kommentar
Egide aus belgien
16. Februar 2023 18:52 (vor einem Jahr)
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