So war´s: Abschlussbericht der 31. Techno Classica in der Messe Essen

31. Techno-Classica - die Oldtimer-Messe

So war´s: Abschlussbericht der 31. Techno Classica in der Messe Essen: 31. Techno-Classica - die Oldtimer-Messe
Erstellt am 15. April 2019

Mit circa 1.250 Ausstellern, über 200 Club-Präsentationen und rund 20 offiziellen Ständen internationaler Automobilhersteller machte die Techno-Classica Essen an ihrem 30. Geburtstag die Ruhrmetropole wieder zur Hauptstadt des Klassik-Universums. Hier trafen sich die Protagonisten der internationalen Klassiker- und Automobilszene: Enthusiasten, die mit Herz und Verstand für den Erhalt automobilen Kulturgutes sorgen. Sie präsentierten den über 190.000 Besuchern aus 46 Nationen in den neu gestalteten Essener Messehallen das gesamte Spektrum der Klassiker-Welt. Über 2.700 dort zum Kauf angebotene Liebhaber- und Sammlerfahrzeuge konnten die Gäste bewundern – und direkt vor Ort erwerben.

Im riesigen Angebot der 12 Messehallen mit der Grugahalle und den vier Freigeländen war für jeden Geschmack und Geldbeutel der passende Klassiker dabei – vom erschwinglichen Youngtimer vom Schlage eines Opel Kadett aus dem Jahr 1992 für wenige tausend Euro bis hin zu Ferraris im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Garant für gute Geschäfte

Ihrem Anspruch, als „Weltmesse für Oldtimer, Classic- & Prestige-Automobile, Motorsport, Motorräder, Ersatzteile, Restaurierung und Welt-Clubtreff“ zu gelten, wurde die Techno-Classica Essen damit erneut gerecht: Für die Aussteller aus mehr als 30 Nationen war sie auch im Jubiläumsjahr Garant für gute Geschäfte – das gilt nicht nur für den Fahrzeughandel, sondern auch für die anderen Ausstellungsbereiche wie Kunst, Automobilia, Modellautos und Literatur. Die Vielzahl der „Verkauft“-Schilder an den Fahrzeugen aller Preisklassen zeigte, dass mit der Techno-Classica die Zeit des Abwartens vorbei war: Galt der Klassiker-Markt in den letzten beiden Jahren eher als schwierig, so stimulierte die Weltmesse die weltweite Kauflust offenbar.

Preziosen gefragt

Nick Aaldering, Geschäftsführer des niederländischen Handelsprofis „Gallery Aaldering“, hatte bereits am Messe-Samstag neun Preziosen im sechsstelligen Euro-Bereich aus seinem Angebot von 30 Oldtimern verkauft – vom Aston Martin DB 4 bis zum Maserati 3500 GT Spider. „Die Käufer sind kritischer geworden. Doch wer seine Automobile zu realistischen Preisen anbietet, findet rasch Abnehmer“, analysierte Aaldering die Situation.
Martin Stromberg, Geschäftsführer von Classic Data aus Bochum, des ältesten und marktführenden Unternehmens zur Bewertung klassischer Fahrzeuge in Deutschland, bestätigte die Einschätzung: „Der Klassiker-Markt hat nach einem Hype der vergangenen Jahre seit Ende 2017 begonnen, sich zu beruhigen und ist wieder berechenbarer geworden – er hat sich auf hohem Niveau konsolidiert.“ Von guten Verkaufsergebnissen berichteten international renommierte Händler wie Eberhard Thiesen aus Hamburg, Gerhard Wolf, Geschäftsführer von „Auto Toy Store“ in Starnberg oder Anton van Dyke, Chef von „Classic Park“ in den Niederlanden.

Best of Show

Für Jonathan Kaiser, Chef von Sports Classics London, Geneva, Kuwait, Abu Dhabi war der Auftritt seines Unternehmens eine gelungene Techno-Classica-Premiere: Sechs wertvolle Aston-Martin-Klassiker präsentierte der erfahrene Oldtimer-Händler. Ein perfekt restaurierter Aston Martin DB 5 Convertible aus seinem Angebot wurde prompt von der internationalen Experten- und Journalisten-Jury des Veranstalters S.I.H.A. als „Best of Show“ gekürt.

Auktion: sensationeller Umsatz

Für eine Sensation sorgte RM Sotheby’s: Neben der traditionellen Coys-Auktion veranstaltete das weltweit führende Klassiker-Auktionshaus erstmals eine Old- und Youngtimer-Versteigerung in Deutschland. Von den angebotenen 229 Sammlerautomobilen fanden 86 Prozent während der zweitägigen Auktion neue Besitzer. Der Gesamtumsatz von 18,7 Millionen Euro beeindruckte genauso wie der Preis von 2,25 Millionen Euro für das teuerste Fahrzeug, ein Mercedes-Benz 540 K Cabriolet A aus dem Jahr 1937.

Scheuenfund und C111-Show

Welchen Stellenwert die Automobilhersteller der Techno-Classica beimessen, verdeutlichen gleich drei große Marken mit Neuheiten-Premieren auf der Klassik-Messe: Volvo zeigte erstmals die neue S60-Premium-Limousine der deutschen Öffentlichkeit – neben einer Auswahl von historischen Limousinen aus 90 Jahren Volvo-Geschichte. Alfa Romeo enthüllte als Deutschland-Premiere einen von auf zehn Exemplare limitierten Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio Racing in Formel-1-Teamfarben. Jaguar Land Rover Classics feierte gar eine Europa-Premiere: Erstmals zeigten die Briten den Jaguar E-Type Zero mit Elektroantrieb auf dem Kontinent, basierend auf einem klassischen Jaguar E-Type aus den 1960er-Jahren.

Mercedes-Benz Classic beispielsweise überraschte mit einer Ausstellung von sechs Exemplaren des Forschungs- und Rekordfahrzeugs C 111 – ein bislang einmaliger Aufmarsch. Auch hier gab es eine kleine Sensation: Ein unrestaurierter Mercedes-Benz-300-SL-Scheunenfund aus dem Angebot von Mercedes-Benz All Time Stars wurde vom Stand weg sofort verkauft.
Sascha Oliver Neumann, Sprecher von Volkswagen Classic, kommentiert den Auftritt der Wolfsburger mit knappen Worten: „Volkswagen als größter Automobilhersteller der Welt präsentiert seine Historie unter dem Motto ‚Die Welt der Volkswagen Klassiker‘ – der dafür prädestinierte Ort ist die Weltmesse Techno-Classica.“

Oldtimer-Clubs mit historischem Ambiente

Neben Handel- und Industrie-Präsentationen zählten auch die Auftritte internationaler Klassiker-Clubs traditionell zu den Hauptattraktionen der Klassik-Weltmesse: Rund 200 Oldtimer- und Markenclubs präsentierten sich und ihre Dienstleistungen 2019 auf meist faszinierend gestalteten Ständen – oft mit bühnenreif nachgestellten Szenen aus der Auto-Historie. Mit besonders viel Herzblut gestalteten die Oldtimerfreunde Dortmund ihren Stand als Hafenkneipe „Zur letzten Rettung“ – dafür heimsten sie den Pokal für den besten Clubstand der Messe ein. Erstmals präsentierte sich auch der 160.000 Mitglieder zählende Porsche Club of America auf der Techno-Classica – weiteres Indiz für die Internationalität der Klassik-Leitmesse, zumal viele US-Clubmitglieder den Wunsch hegen, die Techno-Classica Essen zu besuchen.

Doch ist die Klassik-Weltmesse für die Clubs mehr als nur Infotainment-Schau. Peter Schneider, Vorsitzender des Bundesverbands Oldtimer-Youngtimer e. V. (DEUVET) sagt dazu: „Für uns als Interessenvertreter der gesamten deutschen Klassiker-Szene in der Politik ist die Techno-Classica der wichtigste Jahrestreffpunkt: Hier können wir unsere geplanten politischen Aktivitäten mit Entscheidungsträgern aus der Klassik-Szene koordinieren.“ Neben dem DEUVET nutzen auch andere Klassik-Interessenvertretungen die Techno-Classica als Podium ihrer Präsentationen – zu ihnen zählen beispielsweise der Oldtimer-Weltverband FIVA und seine offizielle deutsche Vertretung, der ADAC.

Sammler- und Liebhaber-Fahrzeuge, Modellautos, Kunst, Auto-Literatur mit neuen Buchpräsentationen und Autogrammstunden, Klassik-Dienstleistungen, Ersatzteile oder auch Informationen über kommende Oldtimer-Events – auf der Klassik-Weltmesse gibt es nichts, was es nicht gibt. Deshalb freuen sich Enthusiasten schon auf 2020:

Die 32. Auflage der Techno-Classica Essen findet vom 25. bis 29. März 2020 statt

113 Bilder Fotostrecke | 31. Techno-Classica Essen: Die Jagd nach den Sternen auf der Techno Classica #01 #02

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