Rallye Dakar 2020

Renault schickt den ersten Hybrid-Truck zur Rallye Dakar und was macht Mercedes?

Rallye Dakar 2020: Renault schickt den ersten Hybrid-Truck zur Rallye Dakar und was macht Mercedes?
Erstellt am 6. Januar 2020

Mercedes spielt in diesem Jahr nicht mal mehr eine Statistenrolle bei der Dakar Rally (offizielle Schreibweise ohne "e"). Die Schwaben beschränken sich auf eine Rolle hinter den Kulissen und unterstützen mit Arocs und Zetros die aufwändige Logistik der Rallye. Renault dagegen hat sich für einen Eintrag in die Geschichtsbücher entschieden und bringt den allerersten Hybrid-Truck an den Start. Mit ZF-Power.

Wenn Anfang Januar der Startschuss zur 42. Rallye Dakar fällt, schreibt MKR Technology zusammen mit ZF und dem Riwald-Dakar-Team Geschichte. Denn im saudi-arabischen Jeddah beginnt dann die Reise des ersten als Hybrid angetriebenen Offroad-Trucks der Rennserie. Für diese Weltpremiere stattete ZF gemeinsam mit MKR Technology den Renault C640 des Teams Riwald Dakar mit einem eigens für diesen Zweck entworfenen Antriebsstrang aus. Kernstück ist ein spezieller Prototyp des zentralen elektrischen Achsantriebs von ZF. Für den Rallyeeinsatz wurde dieser jedoch hard- und softwaretechnisch neu ausgerichtet. Das Endprodukt hört auf den Namen CeTrax Lite RS.

Der Riwald-Truck basiert auf einem Renault C640 mit integriertem ZF-Antriebsstrang

CeTrax Lite RS von ZF liefert zusätzliche 1.400 Nm Drehmoment, 80 kW Dauer- sowie 150 kW rein elektrische Spitzenleistung in den Antriebsstrang.

CeTrax Lite RS unterstützt das Diesel-Hauptaggregat mit zusätzlich abrufbaren 1.400 Nm Drehmoment und einer Dauerleistung von 80 kW sowie 150 kW Leistung in der Spitze. Eine besondere Herausforderung war die Entwicklung einer neuen Übersetzungsstufe. Mit dieser werden die 13.000 U/min der Asynchron-E-Maschine an die 2.700 U/min angepasst, welche der 1.000 PS starke Dieselmotor am Getriebeabtrieb abruft. ZF liefert neben dem E-Motor eine integrierte Leistungselektronik und das Hybrid-Steuergerät samt Software, die speziell für die Rallye Dakar programmiert wurde. Im gesamten Antriebsstrang ist zudem ein Automatgetriebe von ZF verbaut, das die Pferdestärken des Dieselmotors passgenau in die richtigen Gänge leitet. Ein ZF-Verteilergetriebe, auf das Verbrenner und E-Aggregat einwirken, macht den Renault-Truck zum Allrad-Offroader.

Der Renntruck verdeutlicht den Anspruch von ZF, für jedes Fahrzeugsegment eine passende E-Mobility-Technologie zu entwickeln. Das Unternehmen zögerte daher nicht, der Anfrage des Rennteams nach einer neuen Antriebslösung nachzukommen. „Die Extremsituation der Rallye Dakar – viel Sand, viele Erschütterungen – bietet uns eine einmalig tolle Chance, unseren Hybrid-Antriebsstrang dem Härtetest zu unterziehen“, so Ralf Boss, Direktor Sonderfahrzeugsysteme bei ZF. Das verheißt Serienpotenzial für andere anspruchsvolle Anwendungen mit Sonderfahrzeugen.

Tempo im Rennen, Tempo in der Entwicklung

Das Riwald-Dakar-Team mit Pilot Gert Huzink tritt als einziger Teilnehmer der Dakar 2020 mit einem Hybridfahrzeug an. Neben der Symbolleistung für Nachhaltigkeit deuten erste Tests an, dass diese Vorreiterrolle an der Ziellinie belohnt werden könnte. Auf Teststrecken in Polen, Frankreich und den Niederlanden holte das Team einige Sekunden gegenüber anderen Fahrzeugen des Rennstalls heraus. Ein Grund für den Zeitvorteil: Durch den Rekuperationseffekt der E-Maschine kann der Pilot die Bremsen später und härter betätigen und den Truck so länger am Limit fahren. „Hier stimmt einfach das Zusammenspiel aller Komponenten“, so Mario Kress, Chefkonstrukteur und Inhaber von MKR Technology. „Wir sind begeistert, wie schnell und effektiv CeTrax Lite RS zuschaltet.“ Zudem lädt der 400V-Akku im Fahrbetrieb rasch wieder auf und setzt schon eine Düne weiter wieder massives Drehmoment frei.

Ähnlich rasant wie beim Testlauf ging es bei der Entwicklung des neuen Antriebsstranges zu. Zwischen dem Start des Projekts und den ersten Erprobungen lagen nur wenige Monate. Auch die Versuchsfahrten gingen schnell über die Bühne: Der neue Hybridantrieb überzeugte sowohl Riwald, MKR als auch ZF mit so sehr mit seiner Leistung und Robustheit, dass sie ihn bereits nach vier Wochen für den Rallyeeinsatz freigaben.

 

 

Keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Login via Facebook

Community