Neue Strategie bei Mercedes: Mehr Luxus, mehr Oberklasse und mehr Rendite

Quarterback Källenius: Erster Offensiv-Angriff des Daimler-Boss

Neue Strategie bei Mercedes: Mehr Luxus, mehr Oberklasse und mehr Rendite: Quarterback Källenius: Erster Offensiv-Angriff des Daimler-Boss
Erstellt am 20. Juli 2020

Geht Ola Källenius jetzt zum ersten Mal richtig in die Offensive? Ausblicke auf Stellenabbau, Sparen und iPhones auf vier Rädern stoßen nicht auf ungeteilte Gegenliebe. Mit einem starken Aktionärsvotum im Rücken, veranlasst der starke Mann beim Daimler nun eine neue Strategie. Jetzt geht es nicht mehr um Geländegewinne. Quarterback Källenius will jetzt den ersten Touchdown und geht in die Offensive!

Anders als sein Vorgänger Dieter Zetsche möchte Ola Källenius wieder mehr auf Oberklasse, Luxus und Rendite setzen. Während sich die Marke unter Dr. Z erfolgreich dynamisiert hat und Modelle wie A-Klasse, CLA oder Shooting Brake neue und junge Kundschaften zum Daimler lockte, will Källenius weg vom Kompaktwagen und rein in den Luxus. Mehr AMG, mehr Maybach und mehr Geländewagen. Davon verspricht sich der Daimler-CEO vor allem mehr Rendite und höhere Marge. Logisch,  an S-, oder G-Klasse verdient Daimler mehr als mit einer A-Klasse. So lange die Stückzahlen stimmen.

Um den Wandel vollziehen und stemmen zu können, sollen beim Daimler 20.000 Mitarbeiter entlassen werden und Kosten gespart werden. So will Källenius die Personalkosten pro Jahr um 2 Milliarden Euro senken. Auch bei den Werken hat Källenius bereits den Hebel umgelegt. Das ehemalige smart-Werk in Hambach soll verkauft werden. Die C-Klasse wird in den USA nicht mehr produziert und in Mexiko soll nur noch der GLB vom Band laufen. Also, ein Schritt zurück nach vorn?

Den Investoren scheint die neue Strategie des Schweden zu gefallen. Dort scheint der Fokus auf Luxusautos sehr gut anzukommen und der radikale Sparkurs scheint ebenfalls auf „Begeisterung“ zu stoßen. „Källenius beendet die Träumereien seines Vorgängers“, zitiert das Handelsblatt Michael Muders, Fondsmanager bei Union Investment. Noch vor der Hauptversammlung Anfang Juli kreidete Union Investment der Führungsetage in Stuttgart das Fehlen einer klaren Ausrichtung und eines Plans für die Zukunft an.

Nun hat Källenius seine Karten auf den Tisch gelegt. Jetzt sind alle gespannt, welche Baureihen-Derivate betroffen sein werden. Im Umkehrschluss heißt das, die verbliebenen Modelle müssen dann den Erfolg bringen. Ein Flop dürfte schwerer zu verkraften sein. Die Strategie von Quarterback Källenius steht fest.

Interview mit Daimler CEO Ola Källenius Ola Källenius: "Wir bei Mercedes geben unser Bestes, um weiterhin mit schönen Sternen zu begeistern!" Mittlerweile ist der neue Daimler CEO, Ola Källenius, ein Jahr im Amt. Und das Jahr hatte es wirklich in sich

2 Kommentare

  • R129Fan

    R129Fan

    Das wird nicht gut gehen. Der Typ leidet wohl an Realitätsverlust. Na ja, soll mir egal sein.Eine weitere Null in der langen Reihe der Vollversager auf diesem Posten. Ob der Konzern dies überlebt ist mehr als zweifelhaft. Wie hoch sind die Verkaufszahen z.B. bei Maybach? Wer braucht seine tollen "Geländewagen", hat der IS einen Großauftrag gegeben? Das soll ein "Konzept" sein? Außer dem üblichen stumpfsinnigen Abbau von Stellen sehe ich da kein Konzept, der Typ weiß, wie es scheint, überhaupt nicht was er macht. Mit immer weniger Leuten die gleiche Schlagzahl erreichen klappt nicht.Außerdem wäre es mal an der Zeit, die Qualität den Preisen anzupassen. Was die Technik betrifft, sollen rollende Dooffons und der veraltete Batterieantrieb es bringen. Auch da wird Daimler abgehängt. Ich sehe schwarz für die Zukunft..
  • Pano

    Pano

    Den Jubel von Investoren sollte man nicht überbewerten. Die sind nämlich genauso schnell wieder dabei rumzumaulen wenn zB die Umsatzrendite im nächsten Quartal um 0,1% verfehlt wird. Immerhin sind die Aussagen OKs aus dem genannten Handelsblatt-Interview viel Konkreter als die vielen nichtssagenden Sätze, die er zB auch hier von sich gelassen hat. Trotz Fokus auf Haushalte mit einem Jahreseinkommen ab 250k aufwärts soll es weiter Kompaktmodelle geben. Aber eben nur solche die genug abwerfen (CLA und GLB?). Kann man machen und ob das klappt weiß man wie immer erst hinterher. Dann sollten aber auch Verarbeitungsqualität, Materialgüte und Service diesem Anspruch ausnahmslos gerecht werden. Der gut und besser situierten Kundschaft sind gelb verfärbte Karosserieteile, abbrechende Halterungen oder nur analog erreichbarer Service eher schwer zu vermitteln. Und wie der Smart in dieses Bild passt ist mir noch nicht ganz klar. Grüße Pano

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