Mercedes entscheidet über DTM-Engagement

Was macht Mercedes in der neuen DTM?

Mercedes entscheidet über DTM-Engagement: Was macht Mercedes in der neuen DTM?
Erstellt am 26. Januar 2021

Mit dem Ausstieg aus dem Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) nach der Saison 2018 hat Mercedes-Benz gewissermaßen das Ende der Rennserie auf Class-1-Basis eingeläutet. Nachdem kurze Zeit später auch Aston Martin und Audi den Stecker zogen, ging diese Ära im letzten Jahr zu Ende. Nun plant Gerhard Berger einen Neustart auf GT3-Basis und Mercedes könnte da eine größere Rolle spielen.

GT3-Sport ist Kundensport, daher werden in der "neuen" DTM keine reinen Werkseinsätze zu erwarten sein. Aber eine erweiterte Werksunterstützung von Privatteams, wie beispielsweise seit vielen Jahren bei den 24h-Klassikern praktiziert, ist durchaus vorstellbar. Bei Mercedes-AMG Motorsport Customer Racing fallen derzeit die Würfel, wie stark man sich in der neuen DTM engagiert.

Mercedes im Entscheidungsprozess

Im Gespräch mit dem Portal Motorsport-Total.com hat Kundensport-Koordinator Thomas Jäger interessante Details zur Entscheidungsfindung preisgegeben. Bereits bei der Präsentation der neuen DTM beim Saisonfinale in Hockenheim war Mercedes mit einem Showfahrzeug und eben Thomas Jäger präsent. Jäger, der selbst in der DTM als Rennfahrer aktiv war, beschreibt: "Es gibt noch keine finale Entscheidung, aber wir sind in Gesprächen mit der DTM und jetzt endlich in der Evaluierung." Dabei wird wohl vor allem in den Marketing-Reihen des Konzerns mittlerweile eher pro DTM argumentiert, nachdem man anfangs skeptisch war. "Die DTM ist eine große Chance", schildert Jäger gegenüber Motorsport-Total.com. "Wenn man es schafft, viele Teams mit unterschiedlichen Fabrikaten in die Serie zu bekommen und eine sehr gute Vermarktung mit einem guten TV-Paket hat, dann ist das eine superinteressante Plattform. Die DTM macht aber für einen Hersteller nur Sinn, wenn es finanzierbar ist und ich eine entsprechende Media-Gegenleistung habe." "Wenn das gelingt, dann wird das eine interessante Geschichte", zeigt sich Jäger optimistisch.

Starker TV-Partner als Pro-Argument

Die Kosten spielen dabei natürlich eine große Rolle. "Dann ist nur wichtig, dass man drauf schaut, dass die Kosten in Zukunft nicht explodieren. Dann haben alle was davon. Das wäre die klassische Win-Win-Situation für den Plattformbetreiber und den Hersteller." Mediale Präsenz wäre durch den TV-Partner Sat1 natürlich gegeben, mehr als in den anderen GT3-Serien. Wenn auch das ADAC GT Masters sich in diesem Bereich mit dem RTL-Ableger NITRO verstärkt hat, glaubt Jäger an die Strahlkraft der Marke DTM. "Aber der größte Benefit der DTM ist natürlich dieses Image, die Marke DTM, dieser Bekanntheitsgrad, den sie sich in den letzten Jahrzehnten aufgebaut hat."

Mercedes fühlt sich der DTM verpflichtet

Mercedes war seit Anbeginn ein prägender Faktor der DTM und hat diese Meisterschaft wie keine zweite Marke geprägt. Auch dies spielt in den Überlegungen wohl eine Rolle, denn man ist der DTM unter Umständen noch was schuldig. "Mercedes hat in den vergangenen Jahrzehnten in der DTM wirklich eine tragende Rolle gespielt. Deshalb haben wir auch gesagt: Wir wollen uns das nicht einfach machen und sagen, wir machen da nicht mit", so Jäger. Ein Stolperstein war der anfängliche Versuch Bergers, ein GT3-Pro-Reglement ohne ABS und Traktionskontrolle zu installieren. Das hätte teure Umbauten und Entwicklungen nach sich gezogen. Nachdem dieser Plan scheiterte, ist der Weg nun frei. Jäger: "Deshalb haben wir darauf plädiert, die GT3-Technik zu nutzen. Dann haben zumindest die Teams einen Zugang zur Plattform. Nachdem sich das alles geklärt hat, stehen wir der Sache nun positiver gegenüber. Weil wir jetzt ein Fahrzeug haben, das die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt."
Mit dem Mercedes-AMG GT3 hat man eine scharfe Waffe im Köcher

Teams haben Interesse, brauchen aber viel Geld

Interesse bei den Teams ist wohl durchaus vorhanden. Die Mannschaft von GruppeM hat bereits eine selbst finanzierte Teilnahme bestätigt, aber auch andere Teams sind in Gesprächen, wie Jäger dem Fachmagazin bestätigt: "Wir schauen jetzt, wie wir das zusammenkriegen, ob und welche Unterstützung die Teams brauchen und was wir im Rahmen unseres Kundensportprogramm dazugeben können, damit die Teams erfolgreich unterwegs sein können." Die Fragen diesbezüglich sind laut Jäger folgende: "Wer ist wie aufgestellt, wann ist es realistisch, die Sponsorenverträge zu unterschreiben - und was bleibt dann letztendlich als Lücke? Und wer hat am Ende ein wettbewerbsfähiges Konzept?"
 
Ob Mercedes diese Lücken füllen wird, entscheidet sich demnächst. Die Chancen beziffert Jäger mit 50:50. Millionenbeträge stehen aber nicht zur Diskussion, den wesentlichen Anteil werden die Teams selbst stemmen müssen. Es bleibt spannend.
 
Quelle: Motorsport-Total.com
 

 

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