Massiver Widerstand gegen Euro 7 Norm

8 EU-Länder bilden Sperrminorität gegen Euro-7-Abgasnorm

Massiver Widerstand gegen Euro 7 Norm: 8 EU-Länder bilden Sperrminorität gegen Euro-7-Abgasnorm
Erstellt am 25. Mai 2023

Falls die von EU-Kommission geplante Abgasnorm Euro 7 mit einer radikalen Reduzierung der Emissionswerte für Pkw ab Juli 2025 eingeführt werden sollte, hätte das, so warnen Fahrzeughersteller und fatale Auswirkungen auf die Automobilindustrie und die Kunden. Massive Preisanstiege und Arbeitsplatzabbau im großen Stil wären die Folgen. Einige EU-Länder wollen bei der Euro-7-Norm nicht mehr mitmachen, berichtet das Handelsblatt. Die Gruppe der Abtrünnigen ist groß genug, um im Europäischen Rat (Gremium der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union) eine Sperrminorität zu bilden. Wie das Handelsblatt schreibt, vertreten Italien, Frankreich und weitere sechs EU-Länder lehnen in einem gemeinsamen Positionspapier „jedwede neue Abgasvorgaben (inklusive neuer Testverfahren oder Grenzwerte) für Autos und Kleinlaster“ ab. Bleiben diese Länder bei ihrer Position, kann die Neuregelung der Euro-7-Norm in ihrer jetzigen Form nicht in Kraft treten.

Während die EU-Kommission bei Einführung der Euro-7-Norm nur einen sehr geringen Anstieg der Neuwagen-Kaufpreise von nur wenigen Hundert Euro erwartet, gehen die abtrünnigen EU-Staaaten von weitaus höheren Entwicklungskosten, einem enormen Anstieg der Verkaufspreise und einem möglichen Verlust von bis zu 300.000 Arbeitsplätzen in der europäischen Automobilindustrie aus. Der Verband der europäischen Automobilhersteller (ACEA) hat erst kürzlich vor einer Vervielfachung der direkten Kosten bei Einführung von Euro 7 gewarnt.

Studie: Euro 7 vervielfacht die Kosten

Der Euro-7-Vorschlag zu den Schadstoffemissionen würde laut einer neuen Studie, auf die sich der ACEA bezieht, zu direkten Kostensteigerungen führen, die vier- bis zehnmal höher sind als die von der Europäischen Kommission genannten. Die Studie von Frontier Economics beziffert die Kosten pro Fahrzeug auf rund 2.000 Euro für Pkw und Transporter mit Verbrennungsmotor und fast 12.000 Euro für Lkw und Busse mit Dieselmotor. Diese Zahlen sind vier- bis zehnmal höher als die Schätzungen der Kommission in ihrer Euro-7-Folgenabschätzung (180-450 € für Pkw und Transporter und 2 800 € für Lkw und Busse). Die Steigerung der direkten Herstellungskosten würde in der Folge die Preise für die Konsumenten in die Höhe treiben - und zwar deutlich. Es ist davon auszugehen, dass die Erhöhungen der Verkaufspreise viel höher ausfallen, als die in der Studie genannten Zahlen der Kostensteigerung.

Neben den direkten Kosten wird der Euro-7-Vorschlag auch indirekte Kosten verursachen, wie etwa einen höheren Kraftstoffverbrauch. Über die gesamte Lebensdauer eines Fahrzeugs könnten sich die Kraftstoffkosten um 3,5 % erhöhen, was bei Langstrecken-Lkw einem Mehrbetrag von 20 000 Euro und bei Pkw und Lieferwagen 650 Euro entspricht, warnt ACEA und mahnt: „Diese indirekten Kosten - die in der Folgenabschätzung der Kommission nicht berücksichtigt werden - kommen zu den direkten Kosten hinzu. Sie würden die Gesamtkosten für den Besitz eines Fahrzeugs erhöhen und Verbraucher und Unternehmen in einer Zeit hoher Inflation und steigender Energiepreise unter zusätzlichen finanziellen Druck setzen.“

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