Geely präsentiert Open Source E-Auto-Architektur „SEA"

Daimler soll an der SEA-E-Auto-Plattform von Geely interessiert sein

Geely präsentiert Open Source E-Auto-Architektur  „SEA": Daimler soll an der SEA-E-Auto-Plattform von Geely interessiert sein
Erstellt am 28. September 2020

Bei Daimler nimmt der Transformationsprozess weg vom Verbrenner hin zu mehr Elektromobilität zunehmend Fahrt auf. Die neue Technik kostet einerseits viel Geld. Aber der Konzern muss andererseits auch sparen. Womöglich spielt ein verlockendes Angebot von die Geely, deren Eigentümer Li Shufu mit 10-Prozent-Aktienanteil übrigens auch größter Daimler-Aktionär ist, dem Erfinder des Automobils in die Hände. Geely hat nämlich mit seiner Sustainable Experience Architecture (SEA) eine hochskalierbare, rein elektrische Elektrofahrzeugarchitektur entwickelt, die man auch anderen Herstellern zur Nutzung anbietet. Für die Abnehmer der Open-Source-China-Ware sollen sich Kosteneinsparungen von bis zu 40 Prozent ergeben. Das dürfte vor allem für diejenigen Fahrzeughersteller, die sich einen harten Effizienz- und Kosteneinsparungskurs verschieben haben, sehr verlockend klingen. Wie das Magazin ecomento berichtet, seien erste Lizenzverhandlungen mit anderen Fahrzeugbauern bereits im Gange. Auch der Daimler soll sein Interesse an SEA signalisert haben.

Dass Geely seine neue Elektrofahrzeugtechnologie anderen Herstellern zugänglich machen will, mag sich für die Abnehmer rechnen, dürfte aber den Einfluss von Geely auf sie in nicht unbeträchtlichem Maße erhöhen. Womöglich ergeben sich Abhängigkeiten und ganz bestimmt auch Folgen für den Bestand von Produktionstätten der Kunden von SEA. Geelys Eigentümer Li Shufu rückt bei der Präsentation von SEA im Vorfeld der Auto China freilich nur die positiven Aspekte für die Umwelt in den Vordergrund: "Unsere Entwicklung dieser transformativen Elektrofahrzeug-Architektur markiert den größten Sprung vorwärts bei Geely seit mehr als einem Jahrzehnt. Diese weitreichende Innovation wird das Volumen und die Skalierbarkeit unserer Null-Emissions-Modelle erheblich erweitern, und wir beabsichtigen, die Vorteile dieser Innovation auch anderen Herstellern anzubieten - dies spiegelt das gemeinsame Interesse unserer Branche an der Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels wieder. Open-Source-Architekturen werden ein Markenzeichen der neuen Mobilitätsdienste sein, bei denen die Geely Holding stolz darauf ist, Vorreiter zu sein".

Zunächst wird die Architektur von den Portfoliomarken der Geely Holding genutzt werden. Was SEA für andere Hersteller so interessant macht, ist nicht nur das Kosteneinsparungspotential, sondern vor allem auch die große Skalierbarkeit: Die Architektur kann kleinere Fahrzeuge des A-Segments bis hin zu größeren Fahrzeugen des D- und E-Segments aufnehmen. Front-, Heck- und Allradantrieb sind ebenso möglich wie die Verwendung im leichten Nutzfahrzeugsbereich. (Bilder: Geely)

Bildergalerie: Sustainable Experience Architecture (SEA) von Geely 4 Bilder Fotostrecke | Sustainable Experience Architecture (SEA) von Geely: #01 #02

2 Kommentare

  • Benzfan1996

    Benzfan1996

    Sieht oberflächlich nicht schlecht aus, aber ob so eine zentrale Kernkompetenz (Powertrain) aufzugeben wirklich eine gute Idee ist?
  • Pano

    Pano

    Könnte uU die Plattform sein, auf der die künftigen smart-Modelle aufgebaut sind. Klar hat man bei Daimler aus Kostengründen ein Interesse daran. Ich könnte mir vorstellen, daß für die E-Versionen der Kompaktmodelle diese Lösung infrage käme. Aber eigentlich hiess es doch, daß nach EVA 1-2 eine Architektur entwickelt wird, die alle Antriebsarten abdeckt. Oder ist das Thema durch? Grüße Pano

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    Benz4matic sagt: „Ja richtig. Ist ein S213 T 4matic 220d. Das Auto ist 2 Jahre alt und war ein Leasingläufer bei Europcar. Habe schon mal rausgefunden , das die SD Navikarte mit der Metallspange gesichert ist, damit kein Kunde die Karte mitnehmen kann. Jetzt müsste ich nur wissen, wie man die Spange entfernt. Habe schon eine neue Karte mit aktuellen Navidaten.“ zu...
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