Uwe Pfaar auf Mercedes-Benz 280CE beim 50. Wolfsfelder Bergrennen

27./28.Mai: Bereits zum 50. Mal fand mehr das Bergrennen in Wolfsfeld statt.

Uwe Pfaar auf Mercedes-Benz 280CE beim 50. Wolfsfelder Bergrennen: 27./28.Mai: Bereits zum 50. Mal fand mehr das Bergrennen in Wolfsfeld statt.
Erstellt am 1. Juni 2012

Bergrennen? Vielen „Älteren“ ist dieser hochkarätige Rennsport noch gut bekannt, der jüngeren Generation dann schon eher nicht mehr. In diesem Jahr jährt sich das 50. Bergrennen in Wolfsfeld. Im Jahr 1953 haben US Soldaten das erste Bergrennen in Wolfsfeld organisiert. Dies sollte zum einem dazu beitragen die Nachkriegsstimmung in der Region zu „lockern“ aber auch helfen zusammen zu finden. Dass daraus einmal so ein „Dauerbrenner“ werden würde, haben sich sicherlich nicht viele vorstellen können.

In den Anfängen des Automobilrennsports gerade ab den 30er Jahren, war der Bergrennsport ein wahrer Spitzensport im Bereich Motorsport und wurde auch so vermarktet und angesehen. Große Namen der Piloten wie Hans Stuck, Wolfgang Berghe von Trips, Rudolf Caracciola, Rolf Stommelen, Paul Pietsch, Fritz Huschke von Hanstein, Mario Andretti, Roland Asch zogen das Publikum an den Berg und füllten die Naturtribünen bis auf den letzten Platz aus. Die Fahrer selber waren angesehen und hoch bezahlte Stars, vergleichbar mit heutigen ]Formel 1 Fahrern, die damaligen Werksteam mindestens genauso professionell aufgestellt und organisiert, zum Teil mit Werksunterstützung, wie die damaligen Formel Teams. Am Berg zu gewinnen war für viele Automarken ein Imagegewinn der sich bar auszahlte.

Aber es gab auch noch die privat Fahrer die mit ihren Fahrzeugen auf eigener Achse anreisten, ab und an auch im oder neben dem Rennfahrzeug schliefen und sich dann auf das Rennen freuten. Auch diese Fahrer wurden gefeiert und bejubelt, hatten sie den Berg bezwungen und auch sie wurden zu Helden die anschließend Autogramme schreiben mussten.

mmer an der Bergwand auf der einen Seite entlang, auf der anderen Seite immer der Blick ins Tal.

Das Wolfsfelder Bergrennen ist auch eines dieser Rennen mit einer großen Geschichte und Tradition. Die Strecke schlängelt sich in einer Richtung, meist von engen Kehren und langen Geraden gekennzeichnet den Berg entlang zum Gipfel. Kaum Auslaufzonen. Immer an der Bergwand auf der einen Seite entlang, auf der anderen Seite immer der Blick ins Tal.

Die Fahrer sind ein besonderes Völkchen der Spezies Motorsportler, immer gut drauf und bereit sich jederzeit dem Berg hin zu geben und diesen mit maximaler Geschwindigkeit zu bezwingen. Dabei immer freundlich, sportlich fair aber zielstrebig den Blick immer gen Gipfel gerichtet. Die Ausrüstung ist professionell und besteht aus feuerfester Unterwäsche und Overalls, Helme, Handschuhe und Schuhe mit hoher Sicherheitsnorm und dem aus der Formel 1 bekannten HANS–System (Nackenstützsystem) sind Pflicht !

Im Fahrerlager bietet sich ein buntes Treiben. Keine „Boxengasse“ nein, die Fahrer quartieren sich mit ihrem Hab und Gut in die Höfe, Vorgärten, Hinterhöfe und auf Feldern und Wiesen ein. Die „Box“ ist da wo der Rennwagen steht. Je nach Wetter vielleicht noch von einem Pavillon geschützt bei Regen. Die Fahrer und Mechaniker haben immer ein offenes „Ohr“ für die Gäste und Besucher der Veranstaltungen.

Die Rennwagen sind eigentlich genauso eine bunte Ansammlung von Marken und Modellen wie die Fahrer selber! Hier findet man vom Seriennahen Fahrzeug über maximal getunte „Serienwagen“ bis hin zum „Gruppe C Prototypen“ und Formelfahrzeug einfach alles was schnell den Berg erklimmen kann. Echte Rennwagen, für die Zuschauer zum anfassen nahe.

Uwe Pfaar startete in der Klasse historische Fahrzeuge bis zum Baujahr 1991 über 2000 ccm.

Am 27. und 28. Mai 2012 starteten dann wieder die Motoren in Wolfsfeld, mittendrin dieses Jahr Uwe Pfaar aus Kaarst mit seinem Mercedes W123 280CE aufgebaut nach dem Reglement der Gruppe 2. Das Starterfeld las sich wie das „Who is Who“ der deutschen Bergrennszene. Es waren viele bekannte Bergrennfahrer dabei und auch Namen von erfolgreichen Rundstrecken- und Slalomfahrern fielen ins Auge. Uwe Pfaar startete in der Klasse historische Fahrzeuge bis zum Baujahr 1991 über 2000 ccm. In dieser Gruppe musste er sich gegen den Ex-DTM-BMW M3 eines Lokalmatadoren, einen Ford Capri 2600RS, einen VW Scirocco und Golf GTI, sowie einen BMW 325i durchsetzen.

Das dies kein einfaches Unterfangen bei diesem starken Feld werden würde, schien schon vorprogrammiert. Aber für Uwe Pfaar, der schon seit vielen Jahren Rennen verschiedener Arten fährt, zählt auch hier der Spaß am Hobby und Rennen fahren und nicht nur der erste Platz. Nach dem ersten Trainingslauf und dem Blick auf die gefahrenen Zeiten der Mitstreiter wurde schnell klar, dass der 280CE hier eine Sonderstellung hat und es sehr schwierig wird Boden gut zu machen. Immerhin hat der Mercedes W123 schon ein schönes Eigengewicht von fast 1600 Kilo, welches auch nach dem Ausräumen des Innenraumes nicht wirklich viel abgenommen hatte.

Im ersten Wertungslauf lieferte der BMW M3 dann direkt eine Zeit ab, die man mit einem Mercedes W123 nur schwerlich toppen kann. Aber Uwe machte sich auf , die von dem BMW M3 gefahrene Zeit von 01:12:368 zu schlagen, kam aber leider nur auf eine 1:26:052. Der in Leichtbauweise gefertigte Ford Capri 2600RS schaffte es auch nicht, dem BMW M3 Paroli zu bieten und schaffte eine 01:13:780. Die beiden Volkswagen und der zweite BMW folgten auf den Plätzen vor Uwe Pfaar.

Kein guter Lauf für den Mercedes-Oldtimer

Leider hielt sich diese Reihenfolge auch im zweiten Lauf. Uwe Pfaar versuchte dann in Lauf 3 eine neue „Linie“ zu fahren, die aber auch keinen Erfolg brachte. In Lauf 4 , dann wieder auf der „alten Linie“ immerhin wieder mit einer Zeitverbesserung. Leider half das Alles nichts gegen die starken Gegner, so dass in der Gruppe nur der undankbare letzte Platz verblieb.

Mit einer Gesamtfahrzeit von 05:46:162 fuhr Uwe Pfaar dann aber in der Gesamtwertung der Veranstaltung nicht auf den letzten Platz ! Hier reichte es für Platz 132 von gewerteten 137 Startern und 149 gesamt gestarteten Fahrzeugen. „Immerhin“, so Uwe Pfaar, „ist das Fahrzeug ganz geblieben, von keinem technischen Defekt heimgesucht worden und wir haben eine Menge Spaß dabei gehabt wieder einmal richtig Motorsport machen zu können.“

Ein Erfolg für alle Teilnehmer und Zuschauer

Alles in allem fand Uwe Pfaar jedoch nach eigenem Bekunden, dass das Event für Alle ein Erfolg war. Sowohl für die Fahrer, die Zuschauer und den Veranstalter. Mehr Informationen zur Veranstaltung findet man auf der Homepage des Veranstalters, dem Eifel Motor Sport Club Bitburg e.V. (http://www.emsc-bitburg.de/) oder auf der Seite für das organisierte Bergrennen in Deutschland http://berg-cup.de/.



Text: Jörg Ruchatz

Fotos: Martina Pfaar, Klaus Ewertsen

36 Bilder Fotostrecke | Uwe Pfaar auf Mercedes-Benz 280CE (C123) am Start beim 50. Wolfsfelder Bergrennen: 27./28.Mai: Bereits zum 50. mal findet nun mehr das Bergrennen in Wolfsfeld statt. #01 #02

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