Dreist, dreister, Daimler

3. Oktober 2017 12:34 (vor 2 Monaten)
Ich bin mit dem geschäftlichen Erwerb eines E 200 T-Modells über die Niederlassung Dortmund neuer Kunde des Hauses Daimler geworden. Bislang habe ich meine Fahrzeuge stets von Audi erworben und habe mich dort sehr gut aufgehoben gefühlt. Der Service von Audi war immer serviceorientiert und kundenfreundlich. Die neue E-Klasse hat mir so gut zugesagt, dass ich diesmal einen Wechsel gewagt habe.

Meine Erfahrungen, die ich mit den Daimler Niederlassungen Wuppertal und insbesondere Dortmund (jeweils MVP GmbH) gemacht habe, lassen mich mit Verlaub erheblich an die Seriosität von Daimler zweifeln.

Zunächst habe ich das Fahrzeug, das auf der Internetseite „mercedes-benz.de“ mit einem Finanzierungsangebot zu einem Effektivzinssatz in Höhe von 3,99 Prozent beworben wurde, am 10.04.2017 in der Niederlassung Wuppertal erwerben wollen. Nach einem mehr als dreistündigen Gespräch mit einem Verkäufer des Hauses stellte sich heraus, dass man das Fahrzeug nur zu einem Effektivzins von 5,49 Prozent finanzieren würde. Auf das Angebot angesprochen antwortete der Verkäufer lediglich, dass dies ein Fehler sei und ich sinngemäß den Kauf auch sein lassen könne, wenn ich mir das Fahrzeug nicht leisten könne. Auf meinen Druck hin versprach er mir immerhin, die Sachlage mit seinem Vorgesetzten klären zu wollen, - die versprochene Rückmeldung blieb aber aus.

Daraufhin habe ich das Fahrzeug in der Niederlassung Dortmund mit Bestellung vom 13.04.2017 erworben. Der zuständige Verkäufer sicherte mir hier zu, das Fahrzeug in 14 Tagen ausliefern zu wollen. Als ich nach 14 Tagen aber noch keine Annahmebestätigung erhalten habe, habe ich zwecks Planungssicherheit beim Mitarbeiter des Autohauses nachgefragt, ob er mir denn schon zumindest die Annahme meiner Bestellung bestätigen könne, von ihm aber keine Auskunft erhalten. Die Bestätigung erfolgte erst mit Schreiben vom 11.05.2017. Auch wurden mir entgegen der ursprünglichen Zusicherung ständig neue Termine zur Auslieferung genannt. Von der Fahrzeugübergabe habe ich erst verbindlich am Nachmittag des gleichen Tages der Auslieferung(!) erfahren, nämlich am 24.05.2017. Auch sollte ich zu meiner Überraschung noch am gleichen Tage spontan eine Anzahlung in Höhe von EUR 11.000,00 leisten, worüber ich nicht rechtzeitig aufgeklärt wurde. Natürlich war die Vereinbarung grundsätzlich vereinbart, aber ohne Kontonummer und Termin habe ich diese nicht leisten können. Details wurden mir tatsächlich ziemlich spontan mitgeteilt. Der Kauf war ingesamt von der Niederlassung Dortmund semi-professionell organisiert. Die Probleme haben hier aber erst richtig angefangen.

Der Wagen wurde mir wie geschildert sehr kurzfristig und hektisch im Showroom der Niederlassung übergeben. Mängel habe ich trotz sorgfältiger Sichtprüfung vor Ort nicht feststellen können. Aber bereits auf dem Nachhauseweg hat sich im Fensterbereich ein intensiv störendes Geräusch beim Überfahren von Bodenschwellen bemerkbar gemacht sowie ich auch bei meiner Ankunft zu Hause zusammen mit einem Nachbarn eine leichte Delle im hinteren Stoßfänger feststellen musste. Beim genaueren Hinsehen war auch zu sehen, dass der Abstand des Stoßfängers zur Karosserie links anders als rechts ist.

Entsprechend habe ich am Tag darauf den Verkäufer telefonisch darüber in Kenntnis gesetzt, dass einige Mängel zu reklamieren seien. Er verwies mich an den Service der Niederlassung, mit dem ich am 26.05.2017 telefonisch einen Termin für den 30.05.2017 vereinbart habe.

Hier habe ich mit einem Servicetechniker eine Probefahrt durchgeführt, bei der die Geräuschentwicklung aufgrund der benutzten Fahrbahn sowie der Hitze an diesem Tag und der damit verbundenen Ausdehnung der betroffenen Bauteile nicht deutlich zu hören war. Der Servicemitarbeiter stellte seine Bemühungen deshalb ein und verwies darauf, dass eine Probefahrt von mehr als 30 Minuten kostenpflichtig sei. Hier hat sich der Servicemitarbeiter auch die Delle im Stoßfänger angeschaut. Er teilte mir mit, dass die Delle geringfügig sei und er deshalb von einer Reparatur abraten würde. Dies habe ich erst einmal so stehen lassen.

Zwei Tage später habe ich dem Verkäufer telefonisch sowie noch einmal am 03.06.2017 per Email folgerichtig die Mängel erneut reklamiert. Zu dem Zeitpunkt war ich insbesondere wegen des Stoßfängers und der Geräuschentwicklung im Fahrzeug soweit irritiert, das sich mich gefragt habe, ob es sich bei dem Fahrzeug nicht um ein Unfallfahrzeug handeln könnte. Ich habe deshalb das Autohaus per Email gebeten, mir schriftlich die Unfallfreiheit des Fahrzeugs zu bestätigen. Das wurde aber abgelehnt.

Der Verkäufer sicherte mir aber zu, sich insbesondere die Delle noch einmal persönlich ansehen zu wollen und sich deshalb bei mir zu melden. Eine Rückmeldung ist aber ausgeblieben, so dass ich mit Schreiben vom 16.06.2017 die Niederlassung dazu aufgefordert habe, sämtliche Mängel, - inzwischen waren weitere hinzugekommen -, bis spätestens zum 30.06.2017 im Rahmen der Nachbesserung zu beheben.

Am 04. und 05.07.2017 wurde das Fahrzeug erneut geprüft. Hinsichtlich der Delle verwies man mich an die Lackierei der Niederlassung (in einem anderen Stadtteil). Obwohl man mit dem Fahrzeug fast 50 Kilometer zur Probe gefahren ist und sich das Radio passend eingestellt hat, hat man nicht den entsprechenden Kundenservice aufbringen können, die Beschädigung im Stoßfänger im eigenen Hause selber vorzuführen. Hinsichtlich der anderen Mängel hat man die Beseitigung bis zu diesem Zeitpunkt entweder nicht behoben oder sich diesen nicht annehmen wollen.

Am 06.07.2017 bin ich schließlich in der Lackierei vorstellig geworden. Erst dort hat man die Delle im Stoßfänger richtig eingeschätzt und mich darauf hingewiesen, dass diese aufgrund eines stärkeren Aufpralls entstanden sei und der Stoßfänger ausgetauscht werden müsse. Nun behauptete aber der Verkaufsleiter der Niederlassung lapidar, der Schaden sei bei Gefahrenübergang nicht vorhanden gewesen, ich sei schließlich mit dem Mangel in der Lackierei erst am 06.07.2017 vorstellig geworden. Das ist eine unfassbare Impertinenz. Ob das Autohaus bereits bei Übergabe des Fahrzeugs Kenntnis von dem Schaden hatte und damit eine Straftat vorliegt, kann nur vermutet werden. Hierüber kann und werde ich mir deshalb kein Urteil bilden.

Inzwischen ist zumindest der Mangel hinsichtlich der Fenstergeräusche behoben, aber die Mangelbeseitigung der anderen Mängel verfolge ich bis heute. Die Beschädigung im hinteren Stoßfänger habe ich zwischenzeitlich nun von einer anderen autorisierten Mercedes Benz Werkstatt beseitigen lassen.

Einen weiteren Vorfall möchte ich ebenfalls nicht unerwähnt lassen. Bei Bestellung des Fahrzeugs hat mir der Verkäufer Winterreifen zu einem Angebotspreis in Höhe von EUR 800,00 zugesichert. Auf spätere Nachfrage war das Angebot aber nicht möglich. Er bot mir die Reifen nun zu einem Preis in Höhe von EUR 1.250,00 am, das ich, obwohl ich darüber verstimmt war, angenommen habe. Allerdings wurden mir die Reifen trotz mehrfacher Nachfragen weder ausgeliefert noch eine Auslieferung in Aussicht gestellt. Im Gegenteil, ich erhielt lediglich eine Rechnung zu einem höheren Verkaufspreis als vereinbart und folgend darauf eine Mahnung von der Niederlassung, der ich folgerichtig widersprochen habe. Unbeeindruckt von meinem Widerspruch hat man mir nun eine letzte Mahnung ohne Substanz zugestellt. Unfassbar.

Ich habe wegen der Vorfälle Beschwerde bei der Daimler-Hauptverwaltung in Stuttgart eingereicht. Ich habe aber zur Kenntnis nehmen müssen, dass sich die zuständige Mitarbeiterin, die behauptet hat, unmittelbar dem Vorstand unterstellt zu sein, mit meinem Schreiben überhaupt nicht richtig auseinandergesetzt zu haben. Auch habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, dass Daimler das Verhalten seiner Niederlassungen in Wuppertal und insbesondere Dortmund, das ich wie auch Dritte nicht als seriös empfinden, tolerieren und rechtfertigen. Auch sie behauptete, dass mir der Wagen einwandfrei ohne Mängel übergeben worden wäre. Ehrlicher wäre gewesen, dass man den Mangel durchaus optisch hat übersehen können, mangels Verbraucherschutz aber nichts tun könne. Aber einfach etwas zu behaupten, was man garnicht nicht behaupten kann, zeigt wie verlogen Daimler vorgeht.

Darüber hinaus habe ich auch zur Kenntnis genommen, mit welcher Arroganz und mit welchen fragwürdigen Methoden Daimler-Kunden behandelt werden.

Ich habe mir als langjähriger Audi A6-Fahrer mit dem Wechsel zu Mercedes Benz erhofft, mich leicht zu verbessern. Aber die ganzen Mängel haben mich gefühlt einen Personenkraftwagen der ehemaligen DDR-Marke Trabant fahren lassen. Auch der Service drumherum ist, um es gelinde auszudrücken, unfassbar asozial.

Ich muss gestehen, inzwischen bitterlich zu bereuen, Daimler-Kunde geworden und Audi nicht treu geblieben zu sein. Mercedes Benz hat mir ein Neufahrzeug übergeben, was mir zwar grundsätzlich gut gefällt, aufgrund der Mängel qualitativ schlecht ist und vermutlich bereits einen Unfallschaden hat. Meine Verärgerung und meine Enttäuschung über Daimler sind grenzenlos. So etwas habe ich in den letzten 27 Jahren bei Audi noch nicht erlebt. Daimler hat mich definitiv wieder als Kunden verloren.
  • 10. Oktober 2017 17:55 (vor 2 Monaten)
    Alles sehr nebulös. Keine Namen, alles geht schief. Liest sich eher wie ein Alptraum als eine Fahrzeugübergabe. Ganz ehrlich, Michaelius, so ganz kaufen wir Dir die Geschichte nicht ab.
  • 13. Oktober 2017 18:04 (vor 2 Monaten)
    Vielleicht, lieber Michaelius, hast Du ein persönliches Problem in puncto Konversation mit Deinen
    Mitmenschen.
    Ich kaufe Dir die Geschichte so auch nicht ab. Selbst wenn es tatsächlich irgendwelche Irritationen
    gegeben hat, glaube ich nicht, daß sich Deine Schilderung so abgespielt hat.
  • 16. Oktober 2017 13:00 (vor 2 Monaten)
    Ich kenne die MB Niederlassungen, und da habe ich wegen zahlreicher Umzüge mit mehreren zu tun gehabt, auch nur als korrekt.
    Zunächst einmal werden Bestellungs Angebote immer nur schriftlich gemacht, etwas, was ich etwas bürokratisch fand, aber immerhin korrekt. (das nur zum Punkt "Winterreifen zugesagt").
    Richtig ist zwar, das den Autpohäusern bzw. Verkaufspersonal eine gewisse Arroganznicht abgesprochen werden kann,aber das habe ich (gebe ich gerne zu) meinem legeren Auftreten verdankt. Nämlich in "Bikerkluft" und mit der ollen Wanderdüne dort einzulaufen. Aber kurz nachdem meine enrsthaften Absichten und entsprechende Finanzkraft (schließlich verdiene ich quasi genausoviel wie ein Pilot) festgestellt wurden, war das Thema auch abgehakt.

    Also kann ich die Schilderung auch nicht so ganz nachvollziehen, sollte das eventuell einer bösen Nachrede gleich aus welchen Gründen zuzuordnen sein?