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Sicherheit bei Mercedes-Benz: Und es hat boom gemacht

Vor genau 50 Jahren führte Mercedes-Benz den ersten Crashtest durch
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Wenn es einen Aspekt gibt, der fast schon automatisch mit der Marke Mercedes-Benz verknüpft wird, dann ist es die Sicherheit. Aber warum haben die Autos mit dem Stern einen so hervorragenden Ruf, was ihr Crash-Verhalten angeht? Die Antwort auf diese Frage reicht zurück bis in den September 1959, denn genau vor 50 Jahren fand der erste Crashtest in der Geschichte von Mercedes-Benz statt.

Härter bedeutet nicht sicherer

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In einem Punkt sind sich die Fahrzeugbauer der 50-iger Jahre einig: Je höher die Karosseriesteifigkeit eines Autos ist, desto sicherer ist es bei einem Frontalaufprall. Diese Erkenntnis wird von Mercedes durch die Crashversuche ab 1959 im wahrsten Sinne des Wortes zerstört. Sie zeigen nämlich, dass eine harte Karosserie zwar relativ gut aus einem Unfall hervorgeht, dass sie dabei jedoch enorme Kräfte an die Insassen abgibt. Drastisch ausgedrückt: Auto OK, Fahrer tot. Die optimale Lösung in Sachen Unfallsicherheit muss also eine andere sein.

„Mr. Crash“ – Béla Barényi

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1939 ist ein entscheidendes Datum für die Sicherheit von Mercedes-Benz-Automobilen. Denn in diesem Jahr kommt der Ingenieur Béla Barényi nach Stuttgart. Er wir im Laufe seiner Karriere über 2500 patentierte Erfindungen für Mercedes machen, darunter so bahnbrechende Innovationen, wie die Sicherheitskarosserie mit Knautschzonen an Front und Heck, die in der Baureihe W 111 debütiert, oder die Sicherheitslenkung, mit der die Baureihe W 123 ab 1976 vom Band läuft. Die Sicherheitskarosserie ist es dann auch, die den Unfallschutz revolutioniert: Die gezielte Verformung ihrer Knautschzonen bewahrt die Insassen vor einem Großteil der kinetischen Aufprallenergie und vermindert damit Verletzungen.

Mit dem Holzkopf aufs Armaturenbrett

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Die 1951 patentierte Sicherheitskarosserie ist sicherlich ein zentraler, aber nicht der einzige Sicherheitsfortschritt „made by Mercedes“. Barényi und sein Team übertragen ihr Sicherheitsdenken auch auf Details wie Türschlösser, Polsterungen im Innenraum, Windschutzscheiben aus Sicherheitsglas und Sicherheitsgurte. Für die Optimierung der Armaturenbrettpolsterung modifiziert man beispielsweise ein Prüfverfahren aus der Glasindustrie: Eine rund fünf Kilogramm schwere Holzkugel, die einen menschlichen Kopf simuliert, prallt durch die Kraft einer Feder auf das zu untersuchende Bauteil. Ein Messschreiber registriert die Verzögerung des Kunstkopfes. Als besonders gefährlich erweisen sich die in der automobilen Oberklasse obligatorischen Holzverkleidungen – sie neigen zum Splittern. Mercedes begegnet diesem Problem mit einem mehrschichtigen Verbundmaterial, bei dem Aluminiumeinlagen das Holz am Splittern hindern.

Oskar fährt Schlitten

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Es ist der 10. September 1959, als sich auf dem Mercedes-Werksgelände in Sindelfingen ein Versuchsschlitten in Bewegung setzt. Er rollt auf Schienen und wird von Stahlfedern in Richtung einer massiven Barriere beschleunigt. An Bord befindet sich Oskar – ein Dummy, den die Daimler-Benz Ingenieure in den USA eingekauft haben. Anfangs ist Oskar stets alleine an Bord. Doch dann bekommt er Beifahrer. Die sind allerdings nur im Nebenberuf Crashtest-Dummys, denn eigentlich haben sie als Sandsäcke oder Schaufensterpuppen ganz andere Aufgaben. Oskar selbst ist offenbar ein harter Hund: Er überlebt nicht nur den Premieren-Crash, sondern noch viele weitere Zusammenstöße, bis er nach rund 30 Jahren im Dienste der Sicherheit seinen wohlverdienten Ruhestand antritt.

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Aktualisiert: Mittwoch, 23. September 2009

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