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Mercedes-Benz Baureihen: W124 - die erste E-Klasse

Eine Baureihe mit zwei Modellpflegen // Seit 1993 trägt die Baureihe den Namen E-Klasse
Bild: '001 mercedes-fans.de mercedes benz baureihe w124.jpg'

Im November 1984 präsentiert Mercedes-Benz die mit viel Spannung erwartete neue Limousine der oberen Mittelklasse. An den Start geht die neue Baureihe 124 mit den Typen 200 D, 250 D, 300 D, 200, 230 E, 260 E und 300 E. Außerdem wird der 200 E für den Export nach Italien gebaut. Diese Fahrzeugfamilie wird als erste in der Geschichte der Stuttgarter Marke den Namen E-Klasse tragen. Noch kündigt sich der Nachfolger der Baureihe 123 aber als „Mittlere Mercedes-Klasse“ an. Darin spiegelt sich die Ära der Modelloffensive im Programm von Mercedes-Benz. Denn seit 1982 gibt es wieder einen Typ 190 (W 201), der allerdings als Vorläufer der C-Klasse unterhalb der E-Klasse in einem Marktsegment positioniert ist, das bei Mercedes-Benz Kompaktklasse heißt.

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Der W 124 übernimmt Elemente dieses jungen, sportlichen und kompakten Automobils, setzt dabei aber eigenständige Maßstäbe in Technik und Design. Parallelen zur Kompaktklasse bestehen zum Beispiel in der Verwendung hochfester Stahlbleche sowie anderer gewichtsreduzierender Materialien. Trotz dieses Leichtbaus verbessern die Mercedes-Ingenieure die Fahrzeugsicherheit weiter, als Messlatte dienen W 201 und die S-Klasse W 126. Der Fahrgastraum der Baureihe 124 zeichnet sich durch hohe Seitenaufprall- und Überschlagfestigkeit aus und ist mit ausgeklügelten Deformationszonen im Vorbau und im Heck versehen. Das Kriterium des asymmetrischen Frontalaufpralls mit 40 Prozent Überdeckung und 55 km/h wird jetzt auch von der mittleren Baureihe erfüllt. Außerdem sind mögliche Kontaktzonen zum Schutz von Fußgängern und Zweiradfahrern stoßnachgiebig konzipiert.

Individualist mit stilistischen Familienmerkmalen

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Die Gestaltung des W 124 zeigt eine Familienähnlichkeit zur Kompaktklasse. Insgesamt präsentiert sich die neue Typenreihe aber mit eigenständigen Design-Elementen, die erstmals verwendet werden und sachlich-funktionale Hintergründe haben. Für diese Formgebung zeichnen Bruno Sacco, Joseph Gallitzendörfer und Peter Pfeiffer verantwortlich. Das charakteristische Heck zum Beispiel, das sich nach hinten verjüngt und an den seitlichen Oberkanten stark abgerundet ist, wirkt sich besonders günstig auf den Luftwiderstand aus und geht auf Versuche im Windkanal zurück. Aus solchen aerodynamischen Optimierungen resultiert eine deutliche Senkung des Kraftstoffverbrauchs gegenüber dem Vorgängermodell. Zwei weitere typische Designmerkmale sind der trapezförmig weit heruntergezogene Kofferraumdeckel und die schrägen Innenkanten der fast quadratisch geformten Rückleuchten. Das ermöglicht eine besonders tief liegende Ladekante für den großen Kofferraum.

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Der erheblich geringere cW-Wert im Vergleich zum Vorgänger aufgrund der Karosseriegestaltung bringt eine deutliche Verbesserung vor allem des Treibstoffverbrauchs. Von cW=0,44 in der Baureihe W 123 sinkt der Wert auf cW=0,29 bis 0,32, je nach Bereifung, Motorisierung und Kühlergröße mit entsprechender Durchströmung des Motorraums. Bei den T-Modellen sinkt er von cW=0,42 in der Baureihe 123 auf cW=0,34 bis 0,35.
Ein zunächst wenig auffälliges, aber bemerkenswert innovatives Konstruktionsdetail ist der hubgesteuerte Panorama-Scheibenwischer. Er wischt 86 Prozent der Windschutzscheibe sauber – das ist zur Vorstellung des W 124 das weltweit größte Wischerfeld eines Pkw. Durch eine der Drehbewegung überlagerte Hubbewegung sind die oberen Ecken der Windschutzscheibe weitaus effizienter freizuwischen als mit einem konventionellen Einarmwischer. Elektrisch beheizte Scheibenwaschdüsen gehören bei allen Modellen der Baureihe zur Serienausstattung.

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Die Epoche der deutlichen Unterschiede zwischen starken Sechszylindermodellen und Vierzylindervarianten mit moderater Leistung ist 1984 vorbei. Das zeigt die Ausstattung des W 124: Äußerlich sind alle Modelle der Baureihe nahezu vollkommen identisch. Unterschiede gibt es nur im Endschalldämpfer, der sich bei den Sechszylindertypen zweiflutig präsentiert, und in der Bugschürze, die beim 300 D und den Fahrzeugen mit Klimaanlage lamellenartige Lufteinlassschlitze zeigt.

Fahrgestell und Motoren

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Die schon aus der Kompaktklasse bekannten Vorder- und Hinterachskonstruktionen sorgen für hervorragende Fahreigenschaften. Dazu gehören eine an einzelnen Dreiecks-Querlenkern geführte Dämpferbein-Vorderachse mit Bremsnick-Abstützung sowie eine Raumlenker-Hinterachse, bei der jedes Hinterrad an fünf unabhängigen Lenkern geführt wird.
Zahlreiche Motoren der Baureihe 124 haben die Ingenieure neu entwickelt. Von Grund auf neu konstruiert sind zum Beispiel die Sechszylinder-Einspritzmotoren vom Typ M 103 mit 2,6 und drei Liter Hubraum in den Typen 260 E (125 kW/170 PS) und 300 E (140 kW/190 PS). Zu einer als Baukastenreihe konstruierten neuen Dieselmotoren-Generation gehören alle drei Selbstzünder der Baureihe 124. Der OM 601 des Typ 200 D (53 kW/72 PS) arbeitet mit gleichen Leistungsdaten auch im Typ 190 D der Kompaktklasse. Neu in der Baureihe 124 sind die Fünfzylinderversion OM 602 mit 2,5 Liter Hubraum im Typ 250 D (66 kW/90 PS) und der Dreiliter-Sechszylinder OM 603 im Typ 300 D (80 kW/109 PS). Die Vierzylinder-Aggregate des Mercedes-Benz 200 (80 kW/109 PS) und des Typ 230 E (100 kW/136 PS) stammen noch von der Vorgängerbaureihe123 und gehören zur Motorenfamilie M 102, der auch der Motor des Typ 200 E entstammt.

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Aktualisiert: Donnerstag, 28. Februar 2013

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