STERNSTUNDE
Ur-G-Stein: Mercedes G Professional
Nach der G-Klasse Edition Pur: Baureihe 461 lebt!
Der Mercedes G ist nicht kaputtzukriegen. Im G-egenteil! Als Station-Wagen lang, Kastenwagen und Fahrgestell mit Fahrerhaus feiert jetzt auch die besonders strapazierfähige Baureihe 461 der Mercedes G-Klasse ein Comeback! Zuletzt stand sie nur für den militärischen Einsatz zur Verfügung, wo die G-Klasse in mehr als 60 Ländern weltweit im Einsatz ist. Jetzt ist sie unter dem Namen „Professional“ auch für zivile Anwender wieder im Programm. Potenzieller Einsatzzweck des robusten Allradlers: Die gewerbliche Nutzung oder Fernreisen.
G-Klasse Professional basiert auf dem 461
Im Jahr 2002 verschwand mit dem G 290 Turbodiesel der letzte zivile Vertreter der 1990 vorgestellten 461-er Baureihe mit zuschaltbarem Allradantrieb aus den Preislisten. Jetzt ist mit dem auf der Baureihe 461 basierenden Professional wieder eine robuste Basis-Version des Kult-Geländewagens mit dem Stern lieferbar.
Ein erster Versuchsballon war das 2009 präsentierte Sondermodell Edition Pur, angeboten in der Schweiz. Österreich und Deutschland. Der Verkaufserfolg bewog die Stuttgarter, die Professionals zu präsentieren. Der kommt nun in verschiedenen Ausführungen, einer ganzen Palette von Ausstattungsmöglichkeiten und Zubehöroptionen, als Links- und Rechtslenker.
Wie schon beim Produktionsstart der G-Klasse im Jahre 1979 liegt der Radstand bei 2.850 mm für den langen Station lang, Kastenwagen und Fahrgestell haben einen Radstand von 3.428 mm. Basis der Professional-Serie ist ein verwindungssteifer Leiterrahmen mit bis zu vier 4 mm dickem Stahlblech, zusammen gehalten von über 6.400 Schweißpunkten. Der Rahmen ist oberflächenbehandelt und gewachst, der Fahrzeugboden zusätzlich mit Kunststoff beschichtet. Hinzu kommen Starrachsen plus Schraubenfedern, eine im Geländeeinsatz bewährte Lösung.
Ansonsten hat sich gegenüber „früher“ einiges geändert. Etwa beim Motor. Zum Einsatz kommt der Sechszylinder OM642 mit drei Litern Hubraum und Common Rail Hochdruck-Einspritzung. Der Selbstzünder leistet 135 kW / 183 PS bei 3.800 U/min und entwickelt ein Drehmoment von 400 Nm bei 1.600 bis 2.600 U/min. Ein Schaltgetriebe gibt es für den Professional nicht, der Motor ist mit einer Fünfgang-Automatik gekoppelt. Hintergrund für diese Lösung sind die technischen Vorteile einer Automatik beim Gelände-Einsatz. Die Automatik sichert den Kraftschluss auch beim Schaltvorgang, so wird die bei Schaltgetrieben beim Auskuppeln unabdingbare Änderung der Raddrehzahl verhindert. In Sand, Schnee oder Schlamm gibt es so keinen Traktionsverlust.
Mercedes G professional mit permanentem Allradantrieb
Statt des zuschaltbaren Allradantriebs von einst bietet der Professional einen permanenten Allrad, die drei 100 Prozent-Differenzialsperren können elektrisch per Schalter aktiviert werden. Die drei Differentialsperren sind einzeln und in logisch vorgegebener Reihenfolge während der Fahrt zuschaltbar. Fehlt einem Rad Traktion, wird die Kraft auf die Räder mit dem besten Grip verteilt. Auch die Untersetzung, die in Low Range die doppelte Kraft bei halber Geschwindigkeit gewährleistet, wird elektrisch zugeschaltet. Die Zuschaltung funktioniert auch während der Fahrt (bis 40 km/h), bis 60 km/h kann wieder in High Range geschaltet werden.
Für gute Geländetauglichkeit sorgen verstärkte Federn und Dämpfer, Stabilisatoren an Vorder- und Hinterachse oder verchromte Kugelgelenkköpfe an der Vorderachse. Dazu gibt es etliche Goodies für den Einsatz abseits der Straßen, darunter eine hochgezogene Luftansaugung (beim langen Station und beim Kastenwagen), Luftfilter-Verschleißanzeige, Stopfen im Fahrzeugboden für den Ablauf eingetretenen Wassers oder ein im Motor integrierter Kraftstofffilter mit Wasserabscheider.
Die Kraftübertragung auf den Boden übernehmen serienmäßig Ganzjahresreifen, All- oder Mud-Terrain-Bereifung ist optional verfügbar. Es gibt Stahlfelgen in den Dimensionen 225/75R16 und 235/85R16 oder – in Verbindung mit der Achsübersetzung 4,857 – Format 265/75R16 auf Alu-Felgen.
Serienmäßig gibt es beim Professional ein Anti-Blockiersystem (ABS) und eine elektronische Bremskraftverteilung (EBV). Deaktiviert wird das ABS durch Betätigen der mittleren Differenzialsperre. So sind bei Bergabfahrten auf Tiefschnee oder lockerem Untergrund kürzere Bremswege möglich. An Bord sind auch ein Fahrer-Airbag und für alle Sitze Dreipunkt-Sicherheitsgurte.
Bei der elektrischen Anlage gibt es neben einem 12 Volt auch einen 24 Volt-
Stromkreis, den der Professional den Militärs verdankt. Beide Stromkreise haben je eine eigene Lichtmaschine und insgesamt drei Batterien. Der 12V-Kreis dient zur Versorgung der Beleuchtung und interner Verbraucher, der 24V Stromkreis versorgt den Anlasser und Kühlboxen oder Stromwandler (24 auf 220 Volt).
INFOS ZUM ARTIKEL
Kommentare: 0
Aktualisiert: Sonntag, 11. April 2010
|
|
[Kommentar schreiben] Kommentare