STERNSTUNDE
Mercedes Youngtimer: 30 Jahre S-Klasse W126
Die Mercedes S-Klasse reifte in 12 Jahren zum erfolgreichsten Oberklasse-Modell aller Zeiten
Mal ehrlich – sieht man dem W126 an, dass er in diesem Jahr die Schwelle zum Oldtimer überschritten hat? Tatsächlich könnten die älteren Modelle dieser Mercedes S-Klasse Baureihe, die von 1979-1991 vom Band lief, mit H-Kennzeichen gefahren werden. Der W126 setzte nicht nur Standards in puncto Sicherheit, er kam auch wegen seiner Sacco-Platten ins Gespräch, düste einmal Vollgas in Richtung Halbwelt und zurück und ist heute als erfolgreichstes Oberklasse-Modell aller Zeiten nicht nur ein Mercedes-Meilenstein.
Länge läuft: die S-Klasse verfügte über herausragende Fahreigenschaften und exzellenten Fahrkomfort. Gegenwind spürten die Stuttgarter erst mit der Neuauflage des 7er BMWs.
Es war ein bewegtes Autoleben, das der W126 - und da insbesondere das formschöne Coupé - in den letzten 30 Jahren vorzugsweise auf der Überholspur geführt hat. Vom umjubelten Star der IAA bis an die Spitze des Oberklasse-Segments, dann der Fall in die Vorort-Viertel mit eher zweifelhaften Besitzern. Wer nicht weiß, was gemeint ist, schaue sich den durchaus amüsanten Streifen „Bang Boom Bang“ an, wo ein gescheiterter Kleinganove vom goldfarbenen 500 SEC träumt: " Am Tag meiner Entlassung will ich, dass meine Frau, in Pömps, mit dem Auto Mercedes 500 SEC vollgetankt und hochglanzpoliert auf mich wartet. Einmal mit 240 Sachen über die Autobahn brettern, das ist meine Freiheit."
Ganz klar ist dem Autoren bis heute nicht, ob das goldfarbene Coupé mit Riesenheckflügel nun Vorbild für manchen Sündenfall war, oder diese nur abgebildet hat? Egal, wie es sich für echte Legenden gehört, hat der W126 von diesen temporären den Weg zurückgefunden und ist bis heute die erfolgreichste S-Klasse aller Zeiten geblieben. Seine Qualitäten werden geschätzt und die zeitlosen Linien bewundert. Mit der Konsequenz, dass gut erhaltene und rostfreie Modelle im Preis stetig anziehen.
Die Sacco-Platten machen Furore
Dabei ging in manchen Kreisen ein Aufstöhnen durch die Reihen, als vor 30 Jahren die neue Mercedes S-Klasse präsentiert wurde und anstelle der verchromten Stoßstangen erstmals wuchtige Plastikschürzen Front- und Heck zierten. Vor allem, weil diese Schürzen durch seitliche Plastikplanken flankiert wurden. Im Ruhrgebiet sagte der Volksmund dazu „Sacco-Platten“. Aus guten Grund: Bruno Sacco trat als „Oberingenieur“ 1975 die Nachfolge von Friedrich Geiger als Leiter der Hauptabteilung Stilistik an und prägte fortan das Erscheinungsbild der Mercedes-Benz Personenwagen. Saccos Weitsicht wurde allerdings vom Volksmund allerdings nicht unmittelbar erkannt. Hier herrschte anfänglich die Meinung vor, die ohnehin schon vermuteten, eher mäßigen Fahr- und Einparkkünste des durchschnittlichen Mercedes-Fahrers, würden durch die Existenz der Plastikprallelemente noch bestätigt. Dabei war es Bruno Sacco gelungen, einerseits die klassischen Linien der Mercedes S-Klasse sanft weiter zu entwickeln, andererseits, das Thema Sicherheit auch optisch zu transportieren.
Die im September 1979 auf der IAA präsentierte eine neue Generation der S-Klasse umfasste zunächst sieben Typen; zur Wahl stehen vier Motoren (vom 2,8-Liter-Sechszylinder mit Vergaser mit 115 kW/156 PS bis zum 5,0-Liter-V8-Leichtmetallmotor mit Benzineinspritzung und 176 kW/240 PS) sowie eine kurze und eine lange Karosserievariante. Die Vergrößerung des Radstands fiel mit 140 Millimetern deutlicher als zuvor aus und kam wie gewohnt ausschließlich der Beinfreiheit im Fond und der Einstiegsbreite der hinteren Türen zugute. Es spricht für die Linienführung des W126, dass man schon genau hinschauen muss, um einen SE von einem SEL auf den ersten Blick zu unterscheiden. Am leichtesten fällt dies, durch einen Blick auf das Dreiecksfenster in den hinteren Türen. Endet der senkrechte Steg exakt im Knick, handelt es sich um einen kurzen Daimler! Den Einstieg in die S-Klasse markierte der 280 S zu einem moderaten Preis von unter 36.000 DM. Der deutlich luxuriösere 500 SEL lag bei 56.000 DM.
Spritsparen galt schon vor 30 Jahren!
Entwickelt unter dem Schock der ersten Energiekrise standen im neben der Erhöhung des Fahrkomforts und der Sicherheit vor allem auch Maßnahmen zur Verringerung des Energieverbrauchs im Vordergrund. Die Verwendung von gewichtsreduzierenden Materialien und der geringe Luftwiderstand der im Windkanal optimierten Karosserie (cW=0,37, im Vergleich zu cW=0,41 bei der Baureihe W 116) verhelfen der neuen S-Klasse zu einem gegenüber den Vorgängermodellen um 10 Prozent reduzierten Kraftstoffverbrauch.
Die beiden Achtzylindermotoren der Vorgängerbaureihe werden durch zwei überarbeitete Aggregate mit vergrößertem Hubraum und Leichtmetall-Kurbelgehäuse ersetzt. Der 5,0-Liter-Motor (links im Bild ein ECE-Motor des 560), der das 4,5-Liter-Grauguss-Aggregat ablöst, ist bereits vom 450 SLC 5.0 bekannt, während der 3,8-Liter-Leichtmetallmotor nach dem Vorbild des Fünfliters aus dem alt gedienten 3,5-Liter-V8 mit Graugussblock entsteht. Durch ihre höhere Leistung bei geringerem Gewicht ermöglichen die neuen V8-Motoren verbesserte Fahrleistungen bei sparsamerem Benzinverbrauch. Unverändert im Programm bleiben Vergaser- und Einspritzer-Version des 2,8-Liter-Sechszylinders. Beide Motoren entpuppten sich als echte Langläufer, mit Laufleistungen jenseits der 350.000 km. Wenn es denn Kummer gab, dann mit eingelaufenen Nockenwellen.
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Kommentare: 10
Aktualisiert: Dienstag, 17. November 2009
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HerrLehmann » Richard aus Düsseldorf (62)
Wir haben noch einen 500er SEL in der Garage stehen! Es ist schon ein großer Unterschied zur aktuellen S-Klasse, die deutlich komfortabler und fahrdynamischer ist. Aber die Linienführung des W126 ist für mich bislang in dieser Klasse unerreicht.
Kanzler » Rudolph aus Herten (41)
Kompetente Leute hier! :-)
SebastianNast » Sebastian aus Edemissen (44)
Jepp Kanzler, dass wollte ich damit ausdücken ..:-)
Wobei die S-Klasse aber natürlich nach wie vor
das Maß der Dinge ist ... *g* !
Mit besten Sterngrüßen
Sebastian
Kanzler » Rudolph aus Herten (41)
@ Sebastian, der Siebener war wirklich dicht dran! Aber die S-Klasse war zu der Zeit eindeutig das Mass der Dinge!
SebastianNast » Sebastian aus Edemissen (44)
Jepp der legendäre Vergleich damals mit
dem E32 750iL vs. V126 560SEL war schon
eine kleine Sensation, denn zum ersten
mal überhaupt war es einem BMW gelungen
einen Top-Benz im VT zu schlagen, wenn
natürlich auch denkbar knapp. Aber
letztlich kam der E32 7er nie wirklich
an die Verkaufserfolge der 126er S-klasse
ran. Der E32 war da sicher ein gutes Auto,
aber wie alle 7er BMW blieb auch der E32
natürlich letztlich doch auch nur die
Nr. 2 hinter der S-Kasse. Ihm fehlte halt
einfach dieses Erhabene, das Besondere was
eine S-Klasse ausstahlt.
Der knapp verlorene VT des 560SEL gegen
den 750iL wurmte die Jungs in Stuttgart
aber doch schon, wie sehr, sah man ja
dann an der 140er S-Klasse und dem 600SEL,
der ja unbedingt 300KW haben musste,
weil der BMW mit seinem 300PS-750iL
wieder ganz klar zeigen sollte, wer
"Herr im Hause ist" ...:-))
... was er ja dann auch gemacht hat.
Letztlich muss man sagen, dass der
E32 7er tatsächlich ein riesen Schritt
für BMW war, denn erst seit dem E32 7er
sind die Oberklasse-BMW eigentlich
überhaupt erst ernstzunehmende Konkurenten
der S-Klasse. Das aber die S-Klasse bis
heute als Inbegriff des "besten Autos der
Welt" gilt, und nicht etwa der 7er BMW
oder der Audi A8, liegt einfach an der
deutlich längeren Tradition des Erfinders
des Automoils auf diesem Gebiet, und
natürlich auch an den super S-Klasse-
Baureihen, die bis heute fast immer
eine Idee besser sind als der
(wirklich nicht schlechte) Wettbewerb.
Mit besten Sterngrüßen
Sebastian
BMW-Fan » Bernd aus Hannover (36)
ich wollte ja gar nicht lästern, sondern habe nur festgestellt, das hier auch mal einer erkannt hat, das der Siebener ein echter Konkurrent war.
@Dominik ich habe meine BMW-Foren, aber finde diese Seite hier interessant, wir haben sowas in der Art leider nicht. Aber ich werde immer dann meine Meinung sagen, wenn ich meine das es nötig ist. Da werdet ihr schon mit klarkommen.
Daniel560SEC » Daniel aus Willich (28)
Für mich als 560SEC Fahrer auf jedenfall ein interressanter bericht.Gerne mehr davon!
Was ist denn am BMW soviel besser?Mir fallen da nur die andauernd defekten Automatikgetriebe und schnell verschlissene Achsteile ein.Und die Innenausstattung der W126er war damals auch um einiges edler.
Ich hab nichts gegen BMW,kommt bei mir direkt hinter Mercedes,aber auf´ner Mercedes Fan site andauernd über Mercedes zu lästern ist wirklich nicht gerade von vorteil.
HanSchopp » Dominik aus Geseke (20)
Schön, möchtest du jetzt einen Keks haben? Oder warum versuchst du gerade uns Mercedes Fans einen reinzuwürgen? Soll der damalige 7ner besser gewesen sein...
Such dir endlich mal eine Page, wo du unter gleichgesinten bist!!!
BMW-Fan » Bernd aus Hannover (36)
Schau an, in diesem Forumbeitrag steht dann tatsächlich auch mal drin, dass BMW besser war.
HanSchopp » Dominik aus Geseke (20)
Eins der schönsten Autos von Daimler...
Wir hatten auch mal zwei w126... davon wurde uns einer in Polen geklaut :(.