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Es geht stromaufwärts: Mercedes-Fans.de fuhr den S 400 Hybrid

Das Mercedes Oberklassenmodell vereint Faszination Fahren mit Verantwortung für die Umwelt
Bild: 'mercedes fans de s klass hybrid 041.jpg'

Im Sommer vergangenen Jahres debütierte das Facelift der Mercedes S Klasse. Das entscheidend evolutionäre Element der Neuausgabe des Luxusliners in der Sternenflotte stellt indes weniger ihre milde Gesichtspflege als mehr das Debüt der Hybrid-Technologie beim Benzin angetriebenen Oberklässler dar. Um es vorwegzunehmen: Mit dem unter Strom stehenden Mercedes S 400 unterwegs zu sein, ist in jeder Hinsicht ein elektrisierendes Fahrvergnügen. Es ist ein Auto, bei dem Herz und Verstand überzeugt "Ja" sagen.

Einfach elektrisierend

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Die Automobilindustrie steht unter Hochspannung. Kein Premiumhersteller, der etwas auf sich hält, verweigert sich der Elektrifizierung. Niemand will gegen den Strom schwimmen. Doch Strom ist nicht gleich Strom. Mittelhybrid. Vollhybrid oder reines Elektrofahrzeug – mit welchem System schlägt man den Königsweg ein? Gibt es überhaupt einen Königsweg?

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Bei Mercedes-Benz hat man sich nicht für ein kategorisches Entweder-Oder entschieden. Die Ingenieure im Hause Daimler hatten bei der Weiterentwicklung der Antriebssysteme sowohl die Faszination Fahren auf bewährtem Mercedes Niveau als auch die Verantwortung für die Umwelt im Sinn. „Formel Grün“ heißt die hauseigene Rezeptur, nach der die S Klasse Hybrid den Beweis antritt, dass die Verbindung von großer Fahrdynamik bei erheblich reduzierter C02 Emission machbar ist. Effizienzsteigerung ist der Schlüssel zu diesem kleinen grünen Wunder.

Mercedes unter Strom

Bild: 'Mercedes-Benz S-Klasse Hybrid S400 fahrbericht Test, V6007.jpg'

Mancher Fachjournalist hat die großen Anstrengungen der deutschen Premiumhersteller auf dem Feld alternativer Antriebe als Aufholjagd bezeichnet und dabei nimmermüde auf die Technologieführerschaft des vermeintliche Hybrid-Pioniers Toyota hingewiesen. Zugegeben: Toyota hat in mancherlei Hinsicht sehr viel Gas gegeben. Trotzdem: Wer so urteilt hat seine große Stromabrechnung erstens ohne historisches Wissen und zweitens ohne die Entwicklungsabteilung des Erfinders des Automobils gemacht.
Aufgemerkt: Die Hybrid-Technik ist ein deutsches Gewächs, dessen Wurzeln in Ingolstadt liegen. Der erste Hybrid war der Audi 80 duo von 1994! Der Umstand, dass die Hybrid-Technik bei Mercedes später als bei anderen Herstellern in der Serie Verwendung fand, lässt nicht auf einen technologischen Rückstand schließen, schon gar nicht ist beim S 400 ein solcher erkennbar. Das Gegenteil ist der Fall: bei Audi ist ein Hybrid momentan nicht in Sicht, Mercedes-Benz dagegen hat die Hybrid-Technik in die Oberklasse alltagstauglich und anwenderfreundlich integriert – und kann mit diesem Hightech-Mehrnutzen sogar ein kleineres Preisschild als ein Hybrid-Lexus vorweisen.

Selbstversorger

Bild: 'Mercedes-Benz S-Klasse Hybrid S400 fahrbericht Test, V6041.jpg'

Der Mercedes S 400 kommt mit einem assistierenden Hybrid-System ins Rollen. Seine kombinierte Antriebseinheit aus Verbrennungsmotor und Elektromotor leistet 205 plus 15 kW und beschleunigt mit einem gemeinsamen Nenndrehmoment von bis zu 385 Nm binnen 7,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h; die Höchstgeschwindigkeit beträgt 250 km/h (abgeregelt). Da der S 400 seine Stromstöße als unterstützende Impulse empfängt, kann er auf den Ballast eines schweren Nickel-Metall-Hydrid-Akkus verzichten. Für seine Extraportion Antriebssaft genügt eine kleine, sehr sehr leistungsstarke Lithium-Batterie, die bei Bremsvorgängen durch das rekuperative Bremssystem gespeist wird. Dieser hochmoderne Stromspeicher ist im Motorraum untergebracht und soll in punkto Lebensdauer seinen Träger überflügeln.

Teamarbeit

Bild: 'Mercedes-Benz S-Klasse Hybrid S400 fahrbericht Test, V6039.jpg'

Wie der Energiefluss von Elektro- oder Verbrennungsmotor jeweils gerade verläuft, zeigt eine Hybridanzeige im Kombiinstrument und COMAND-Display. Sogar die Agilität profitiert von der umweltschonenden Hybrid-Technologie: Die Boost-Funktion macht es möglich, dass beim Beschleunigen kurzfristig die Kraft beider Motoren genutzt wird. Das Solo beherrscht der E-Motor also nicht. Dafür ist er ein exzellenter Teamspieler, sobald der S 400 im vollen Schubmodus läuft. Man meint förmlich zu fühlen, dass der Mercedes von vereinten Kräften angeschoben wird. Die Unterstützung des E-Motors geschieht geradezu unheimlich heimlich. Wenn der E-Motor sich ins Geschehen zuschaltet, macht es nicht Klick oder Klack. Der Mercedes Fahrer spürt nichts – außer Technikbegeisterung für die plötzliche Dynamik-Präsens.

Bild: 'Mercedes-Benz S-Klasse Hybrid S400 fahrbericht Test, V6035.jpg'

Apropos Technik: Wer in der S-Klasse das Steuer übernimmt, ist nicht auf sich allein gestellt. Er darf auf die aktive Mithilfe vieler Assistenzsysteme, die wesentliches Beiträge zum Thema besser und sicher ankommen liefern, vertrauen. Über die zahlreichen fleißigen Helfer an Bord und ihre Funktionen ließe sich ein dickes Handbuch verfassen. Lesen muss es der Fahrer nicht unbedingt – denn alles funktioniert vollautomatisch und so verlässlich, dass man sich hinter dem Multifunktions-Volant voll und ganz auf das Wichtigste konzentrieren kann: das Fahrerlebnis.

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Aktualisiert: Dienstag, 23. März 2010

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